Wanderausstellung zu «Palliative Care» gastiert im reformierten Kirchgemeindehaus bis am 12. März
Eine Ausstellung über Cicely Saunders, Mutter der Palliative Care-Bewegung, bringt Konzept und Wirkungsfeld dieser Pionierin näher. Dazu gehört auch ein Referat ...
Wanderausstellung zu «Palliative Care» gastiert im reformierten Kirchgemeindehaus bis am 12. März
Eine Ausstellung über Cicely Saunders, Mutter der Palliative Care-Bewegung, bringt Konzept und Wirkungsfeld dieser Pionierin näher. Dazu gehört auch ein Referat am 10. März im Kirchgemeindehaus.
ährend fünf Jahrzehnten begleitete Cicely Saunders schwerkranke Menschen am Ende des Lebens und setzte sich für die Linderung ihrer Leiden ein. Die Medizinerin aus England, die die moderne Hospiz- und Palliative-Bewegung begründete, ist vor 20 Jahren gestorben. Aus diesem Anlass gestaltete die Landeskirche Aargau eine Wanderausstellung zum Thema. Zurzeit gastiert diese Ausstellung im reformierten Kirchgemeindehaus in Mellingen, noch bis Donnerstag, 12. März. Zur Vernissage begrüsste am Dienstagabend Karin Voss, reformierte Pfarrerin. Sie freute sich, dass es der vereinten Kirchgemeinde Mellingen, Rohrdorf und Fislisbach gelungen ist, die Wanderausstellung «Palliative Care» nach Mellingen zu holen. Zu verdanken sei dies der Landeskirche Aargau mit Pfarrerin Martina Holder-Franz. Holder-Franz ist Pfarrerin und bei den drei Landeskirchen im Aargau Bildungsbeauftragte für Palliative Care. Sie hat zu Cicely Saunders geforscht und publiziert. Voss freute sich ausserdem, dass Monika Koch-Kappeler, Leiterin der Palliative Care-Begleitgruppe Fislisbach, spontan zusagte: «Klar, da machen wir mit!»
Palliative-Gruppe in Fislisbach
Es war denn auch Monika Koch, die im Anschluss über die Palliative Care-Begleitgruppe Fislisbach und Umgebung sprach und dabei auf die über 100 ausgebildeten, freiwilligen Begleitpersonen, die im Aargau im Einsatz sind, verwies. In Fislisbach wurde die Palliative Care-Begleitgruppe, unterwegs im Einsatzgebiet der Spitex Mellingen-Heitersberg, vor 15 Jahren gegründet. «Aktuell stehen neun Personen für Einsätze zur Verfügung», so Koch. «Unser Ziel ist es, die Palliative Care in der Freiwilligenarbeit endlich für alle längerfristig sichtbar zu machen.» Denn 80 Prozent der Befragten einer repräsentativen Umfrage würden angeben, zu Hause sterben zu wollen. Die Realität allerdings zeige ein anderes Bild: 80 Prozent würden in einer Institution sterben, nur gerade jeder fünfte sterbe im eigenen Heim, erklärte Monika Koch.
Die Wanderausstellung ist als Rundgang konzipiert und liefert biografische Details zu Cicely Saunders. Interessierte erfahren mehr über ihr «Total Pain»-Konzept, wonach der Schmerz des Menschen in verschiedenen Dimensionen erfasst wird. Saunders erkannte, dass körperlicher Schmerz ganzheitlich auf mehreren Ebenen beeinflusst wird: Seelisch, sozial und spirituell. Schmerz-Betroffene müssten deshalb auch mit all ihren Bedürfnissen ganzheitlich betrachtet werden. Die Ausstellung umfasst ausserdem eine Leseecke, Puzzles, Bilder und ein Pflegebett, das Fragen zum Thema aufwirft und zu Gedanken anregt.
«Cicely Saunders, Begründerin der modernen Hospizbewegung, hinterliess inspirierende Zitate, die sich auf Lebensqualität, Sterbebegleitung und persönliche Wertschätzung konzentrieren», schloss Koch ihre einleitenden Worte. Eines davon gab sie den Vernissage-Besucherinnen und -Besuchern mit auf den Weg: «Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben.»
Heidi Hess
Martina Holder-Franz spricht am Dienstag, 10. März, um 19 Uhr im reformierten Kirchgemeindehaus über die Ausstellung und Cicely Saunders.