HEIDI HESS
STELLVERTRETENDE CHEFREDAKTORIN
Es mag gute Gründe geben, einen neuen Coop an den Stadtrand zu bauen. Zum Beispiel der Faktor Zeit. Ab 2028 könnte ein grosses Gebäude auf der grünen Wiese neben den Lastech-Shedhallen entstehen. Auf dem Areal neben ...
HEIDI HESS
STELLVERTRETENDE CHEFREDAKTORIN
Es mag gute Gründe geben, einen neuen Coop an den Stadtrand zu bauen. Zum Beispiel der Faktor Zeit. Ab 2028 könnte ein grosses Gebäude auf der grünen Wiese neben den Lastech-Shedhallen entstehen. Auf dem Areal neben der Post, das viel näher bei der Altstadt liegt, müssten Häuser abgerissen werden, bevor Bauen möglich ist. Laut Plan ab 2034. Für den grossen Detailhändler dürfte der Verkehrsanschluss wichtig sein, nahe der Umfahrungsstrasse.
Und doch riskiert die Stadt Mellingen mit der Schaffung eines neuen Einkaufszentrums am Stadtrand – weit weg von der Altstadt, eines ihrer Hauptziele zu verfehlen: die Belebung der Altstadt. Sie sollte mit dem Bau der Umfahrung nicht nur vom Durchgangsverkehr befreit werden. Als Flaniermeile und «Perle Mellingens» sollte sie auch lebenswerter werden. So lautete der meistgehörte Wunsch an zahlreichen Plaza-Workshops, wo die Mellinger Bevölkerung am Leitbild Zentrum mitwirken konnte.
Wenn nun an der Peripherie Läden und Restaurants entstehen, dürfte der Weg in die Altstadt manchen zu weit werden. Welcher unternehmerische Geist aber mag kreative Ideen in einer Altstadt umsetzen, in welche kaum jemand seinen Fuss setzt? Der Stadtrat, der Investor und das Planerteam sind gut beraten, nochmals über die Bücher zu gehen.