Mellingen: Sanierung des früheren Bahnhofsgebäudes ist vollendet – Mellingen hat ein Schmuckstück erhalten. Eine Feier ist aber nicht vorgesehen
Die SBB hat den alten Bahnhof erneuert. Mellingen hat damit ein für das Ortsbild wichtiges und bahnhistorisch ...
Mellingen: Sanierung des früheren Bahnhofsgebäudes ist vollendet – Mellingen hat ein Schmuckstück erhalten. Eine Feier ist aber nicht vorgesehen
Die SBB hat den alten Bahnhof erneuert. Mellingen hat damit ein für das Ortsbild wichtiges und bahnhistorisch bedeutsames Gebäude zurück erhalten. Die Fassade wurde aufwendig rekonstruiert und eine Photovoltaik-Anlage ins Dach integriert.
Die SBB hat das Gebäude des alten Bahnhofs saniert, um die Bausubstanz langfristig zu erhalten. Dabei wurden Dach, Fassaden und Fenster instandgesetzt und auf einen zeitgemässen Stand gebracht. Die Sanierung ging Ende Juni zu Ende. Das Gebäude ist stark aufgewertet worden. Von der Bauherrin heisst es dazu: «Das Erscheinungsbild des Gebäudes wurde mit Rücksicht auf seinen kulturhistorischen Wert wieder näher an den Zustand von 1965 herangeführt», sagt SBB-Mediensprecherin Sabrina Schellenberg. «Damit bleibt ein für das Ortsbild von Mellingen wichtiges und bahnhistorisch bedeutsames Gebäude erhalten.»
Insbesondere wurden eine aufwendige Dach- und eine Fassadensanierung durchgeführt. Das Dach war teilweise undicht. Geplant hat die Sanierung die Firma Königsblau aus Dagmersellen im Kanton Luzern. «Eine besondere Herausforderung bestand darin, die historische Fassadengestaltung mit einer nachhaltigen und innovativen Indach-Photovoltaikanlage zu kombinieren und dabei sowohl gestalterische als auch technische Anforderungen zu erfüllen», sagt die SBB-Mediensprecherin. Die neue PV-Anlage hat eine Leistung von 30 kW. Die produzierte Jahresenergie beträgt rund 30 000 kWh und wird mit einem Eigenverbrauch von rund 70 Prozent direkt im Bahnhofsgebäude verwendet. «Die produzierte Jahresenergie entspricht dem Stromverbrauch von circa sieben 4-Zimmer-Wohnungen», erklärt Sabrina Schellenberg.
Nur noch Ausweichstrecke für Bahn
Das Gebäude wird seit 2004, als der neue Bahnhof Mellingen-Heitersberg in Betrieb ging, nicht mehr betrieblich als Bahnhof genutzt. Die frühere Bahnstation ist vermietet; darin befinden sich Wohnungen sowie Lager- und Geschäftsräume. Im Erdgeschoss hat die Firma De Zanet Natursteine ihre Geschäftsräume. Sie verkauft Platten für Hauseingänge, Einfahrten, Vorplätze. Aber auch bei den behindertengerechten Bushaltestellen werden solche Steine gerne verbaut. Im Untergeschoss der früheren Bahnstation befinden sich Technikräume der SBB. Dort ist ein altes Stellwerk untergebracht.
Eine «Geisterstrecke» der Bahn
Mellingen hat ein richtiges Schmuckstück zurück erhalten. Obwohl das Gebäude schon lange nicht mehr von Bahnpassagieren benutzt wird, hätte es viel zu erzählen. Hunderttausende von Passagieren sind hier aus- und eingestiegen, haben Gäste abgeholt oder sich vielleicht zum Abschied zugewinkt. Heute ist auf dem Areal nicht mehr viel los. Auf der Bahnlinie Wettingen – Baden-Oberstadt – Dättwil – Mellingen wurde 2004 der Personenverkehr eingestellt. Sie dient nur noch als Ausweichstrecke für den Güterverkehr, auf der Züge ganz langsam fahren müssen. Zudem ist die Strecke ein Zubringer zum Tanklager in Mellingen. Auf fotoarchiv-mellingen.ch findet man unter dem Stichwort «Bahn» viel Interessantes zur Bahngeschichte. Die Investitionen für die erfolgte Renovation des alten Bahnhofs werden von der SBB AG Division Immobilien getragen. «Zur Höhe einzelner Investitionen macht die SBB keine Angaben», schreibt die Medienstelle. – Im Baugesuch, das in Mellingen öffentlich auflag, waren die Baukosten mit der Zahl von 607 000 Franken angegeben. Das Ende der Renovation wird, wie die Zahlen, sehr diskret behandelt. Es ist keine öffentliche Einweihungsfeier für den Bahnhof vorgesehen. Dies obwohl der eine oder andere dem Vernehmen nach ganz gerne einen Apéro genossen hätte.
Marc Benedetti
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