Niederrohrdorf: Am Info-Abend zum Primarschulprojekt stellte sich der Gemeinderat den Fragen der Bevölkerung
Knapp 31 Millionen Franken soll das neue Primarschulhaus kosten. Am Infoabend interessierte vor allem die Statik beim geplanten Projekt sowie auch der mögliche ...
Niederrohrdorf: Am Info-Abend zum Primarschulprojekt stellte sich der Gemeinderat den Fragen der Bevölkerung
Knapp 31 Millionen Franken soll das neue Primarschulhaus kosten. Am Infoabend interessierte vor allem die Statik beim geplanten Projekt sowie auch der mögliche Umzug der Tagesstrukturen.
Die Primarschule in Niederrohrdorf braucht dringend mehr Schulraum. Das zeigt die Entwicklung der Schülerinnen- und Schülerzahlen. Deshalb wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Im Mai wurde das Siegerprojekt «Palimpsest» der Öffentlichkeit vorgestellt (der «Reussbote» berichtete). Noch nicht bekannt waren damals die Baukosten. Mittlerweile liegt aber eine grobe Kostenschätzung vor. Diese Zahlen präsentierte Gemeinderat Kevin Van (FDP), zuständig für die Bildung, am Informationsabend am letzten Donnerstag. Gemäss heutiger Schätzung betragen die gesamten Kosten – inklusive Planung, Einrichtung und Mehrwertsteuer für das Projekt «Palimpsest» – rund 30,8 Millionen Franken. Wie Gemeinderat Van erklärte, entfallen davon rund 4,3 Millionen Franken auf die Projektierung. Die Grobkosten könnten um bis zu 25 Prozent variieren, präzisierte Van. Der Gemeinderat beantragt diesen Projektierungskredit über 4,3 Millionen Franken an der kommenden ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 15. September. Kommt der Antrag durch, kann die Projektplanung Ende Oktober 2026 beginnen, Baustart wäre im Sommer 2028.
Offene Fragen zur Statik
Rund 50 Niederrohrdorferinnen und Niederrohrdorfer hörten den Erläuterungen des Bildungsvorstehers in der Aula Hüslerberg zu. Zu Wort kamen auch die Experten vom Luzerner Architekturbüro Bürgi, Burkhard und von Euw, welche das Siegerprojekt verfasst hatten, sowie Barbara Springer als Bauherrenberaterin.
In der anschliessenden Diskussion wurden Fragen zur Statik gestellt, die beim Siegerprojekt eine wichtige Rolle spielt: Das Projekt überkragt teilweise die bestehende Mehrzweckhalle. Diese Lösung vergrössert den Grundriss und lässt auch mehr Raum für den Pausenplatz.
Die Fragerunde zeigte aber, dass besonders im Bereich Statik noch viele Fragen offen sind. Bekannt ist, dass das Dach der Mehrzweckhalle nicht sehr tragfähig ist. Die Planung der Tragstruktur für den überkragenden Neubau wird die darunter liegenden Geräteräume tangieren. «In die statische Welt der Mehrzweckhalle müssen wir noch tiefer eintauchen», erklärte denn auch Barbara Springer und Kevin Van betonte, vieles sei noch zu prüfen. Auch deshalb sei der Projektierungskredit beantragt, der lediglich tranchenweise zugesprochen werde. Tatsächlich hängt vieles von der Überkragung ab. Inwieweit ragt der Neubau über das Hallendach? Das bringt Gewinn oder Verlust für den Pausenplatz. Betroffen wäre zudem das heutige Schulprovisorium «Villa». Je nach Breite der Überkragung in das Hallendach kann die «Villa» in der Bauphase – begleitet durch einen Sicherheitsdienst zum Schutz der Schulkinder – stehen bleiben oder sie müsste vorzeitig abgebrochen werden. Das gilt es jetzt, etappenweise zu prüfen.
Tagesstrukturen über der Aula
Fragen wurden auch zu den Tagesstrukturen gestellt, die heute im Kollerhaus untergebracht sind. Deren Räume sollen ins Schulprojekt integriert werden. Dazu wird das bestehende Schulhaus Rüsler nach Vollendung des Neubaus zurückgebaut, sodass ein quadratisches Aula-Gebäude entsteht. Auf diese Aula soll ein weiteres Stockwerk gebaut werden, in welches die Tagesstrukturen einziehen könnten. Grund für den Umzug sind laut Gemeinderat Van die hohen Umbaukosten im Kollerhaus – bis zu 10 Millionen Franken, geschuldet unter anderem ortsbildrelevanten Aspekten. Rund 2 Millionen Franken mehr würde diese Projektvariante mit integrierten Tagesstrukturen kosten. Davon entfallen rund 300 000 Franken auf den Projektierungskredit, worüber am 15. September separat abgestimmt wird.
Heidi Hess