An der Urne wird der Projektierungskredit für den Strassenabtausch deutlich abgelehnt
Dieses «Nein» ist eindeutig. Damit hätten sie gerechnet, sagen die Gegner. Beim Referendumskomitee ist die Enttäuschung gross und der Ammann ist froh, dass das Resultat so klar ...
An der Urne wird der Projektierungskredit für den Strassenabtausch deutlich abgelehnt
Dieses «Nein» ist eindeutig. Damit hätten sie gerechnet, sagen die Gegner. Beim Referendumskomitee ist die Enttäuschung gross und der Ammann ist froh, dass das Resultat so klar ausfällt.
Am frühen Sonntagnachmittag war klar: Mägenwil will keinen Strassenabtausch. Die Hauptstrasse soll beim Kanton bleiben, die Industriestrasse im Besitz der Gemeinde. Konkret: 570 Stimmberechtigte lehnten den Projektierungskredit von 80 000 Franken ab, 234 sagten «Ja». Die Stimmbeteiligung lag bei 61,4 Prozent. Der Kredit hätte erlaubt, die Vorund Nachteile eines Strassenabtausches zu prüfen. Diese Option ist nun ein zweites Mal abgelehnt worden. Und zwar deutlich.
Im Vorfeld tobte ein Abstimmungskampf, die Vorlage war sehr umstritten. Nun zeigt das Resultat der Referendumsabstimmung ein ähnliches Verhältnis auf wie bereits jenes der Gemeindeversammlung im letzten November: 107 Stimmberechtigte hatten damals den Projektierungskredit für die Machbarkeitsstudien abgelehnt, 51 waren dafür. An der Urne sind die Zahlen zwar grösser, das Verhältnis aber bleibt unverändert: Zwei Drittel der Mägenwilerinnen und Mägenwiler wollen keinen Strassenabtausch.
Gegner und Referendumskomitee
«Dieses Ergebnis war zu erwarten», äussert sich wenig überrascht Hans Spinner, der sich gemeinsam mit Hans Eichelberger und Roland Strebel öffentlich gegen den umstrittenen Projektierungskredit ausgesprochen hatte. «Mägenwil will das nicht.» Man habe eine Salamitaktik befürchtet, bei welcher auf den Projektierungskredit das Projekt folge. Das wäre ins Geld gegangen. Die Umsetzung des Strassenabtausches hätte Folgekosten von über 4 Millionen Franken nach sich gezogen. «Das lassen unsere Gemeindefinanzen nicht zu», sagt Hans Spinner dezidiert. Dass damit auch eine Dorfentwicklungs-Vision im Keim erstickt wurde, lässt er nicht gelten: «Mägenwil hatte nie einen Dorfkern und es wird nie einen haben.»
Beim Referendumskomitee ist die Enttäuschung gross. Auch weil das Resultat so deutlich ausfiel. «Das ist bitter», meint Luca Baldelli. Er bedaure, dass der Anteil an «Ja»-Stimmen mit 234 Befürwortern sogar geringer ausfiel als die Anzahl gesammelter Referendums-Unterschriften. 294 Bürgerinnen und Bürger hatten das Zustandekommen des Referendums ermöglicht. Nun gelte es den Entscheid zu akzeptieren und zu respektieren, meint Baldelli. «Die Meinung im Dorf ist sehr klar», das habe diese repräsentative Abstimmung an der Urne gezeigt. «Mägenwil will sich ein solches Projekt nicht leisten.» – Vielleicht sei auch der Zeitpunkt, wo in Mägenwil Steuerfuss und Pro-Kopf-Verschuldung hoch seien, ungünstig gewesen, meint Baldelli.
«Man will diese Kosten nicht»
Der Gemeinderat hatte den Strassenabtausch vorgeschlagen und auch den Projektierungskredit für Abklärungen beantragt. Gemeindeammann Peter Wiederkehr rechnete jedoch mit einem knapperen Ausgang bei der Referendumsabstimmung. Wiederkehr ist immerhin froh, dass dieses klare Resultat wenig Spielraum lasse für Interpretationen. «Das Volk hat entschieden: Man will diese Kosten nicht. Damit ist der Strassenabtausch vom Tisch.» Das sei zu respektieren, meint er. Die Hauptstrasse werde nun durch den Kanton saniert, die nächsten 50 Jahre sei ein Strassenabtausch jedenfalls kein Thema.
Dieses Ergebnis sei ausserdem ein klares Bekenntnis zu einem kostenbewussten Umgang mit den Gemeindefinanzen. «So handelten wir bis anhin», sagt Wiederkehr. Und diese Strategie gelte es auch künftig beizubehalten.
Heidi Hess