Franz Hohler liest am 20. Februar in der «Zähnteschüür» und «spaziert durch sein Gesamtwerk»
Der Kabarettist und Schriftsteller Franz Hohler kommt nach Oberrohrdorf. Und damit in eine Region, die ihm nicht unbekannt ist.
Franz Hohler ist ein gern ...
Franz Hohler liest am 20. Februar in der «Zähnteschüür» und «spaziert durch sein Gesamtwerk»
Der Kabarettist und Schriftsteller Franz Hohler kommt nach Oberrohrdorf. Und damit in eine Region, die ihm nicht unbekannt ist.
Franz Hohler ist ein gern gesehener Gast, auch im Reusstal. Demnächst ist er in der Zähnteschüür in Oberrohrdorf zu sehen und zu hören. Der Schriftsteller erzählt vom Wert der Geschichten, er charakterisiert die Reuss und er freut sich auf das Publikum in Oberrohrdorf.
◆ Herr Hohler, Sie sind auf Lesetour. Im Herbst in Kufstein, in diesen Tagen machten Sie Station in Zürich, Bern und Baar. Thun und Winterthur stehen noch an. Dazwischen kommt Oberrohrdorf. Informieren Sie sich jeweils im Vorfeld über die Ortschaften, in denen Sie auftreten?
Franz Hohler: Ja, vor allem sollten sie nicht zu nahe beieinander liegen, damit ich mich nicht selbst konkurrenziere. Dann schaue ich auch immer, ob es irgendwo in meinen Texten einen Bezug zur jeweiligen Gegend gibt.
◆ Vor 26 Jahren traten Sie in der Stadtscheune Mellingen auf, vor 25 Kindern und zwar ging es um «Geschichten erfinden». Warum brauchen wir heute noch Geschichten?
Geschichten gehören zu den Grundnahrungsmitteln des Menschen. Sie können uns die Welt, in der wir leben, nochmals erzählen. Oder sie können uns in eine andere Welt mitnehmen, in das Paralleluniversum der Fantasie.
◆ Als Kabarettist und Schriftsteller spielten Sie mit der Wirklichkeit, die dann im Laufe des Programms oder im Text der Fantasie Platz machte. Glauben Sie an die Zukunft unserer Fantasie angesichts der Dominanz der digitalen bunten Bildschirmwelt?
Auf jeden Fall. Die digitale Bildschirmwelt wird ja auch durch die Fantasie derjenigen gestaltet, die sie produzieren. Und ist es nicht bemerkenswert, dass das beliebteste Genre der jungen Leserinnen und Leser «Fantasy»-Romane sind?
◆ Vor Jahren wanderten Sie in der Gegend, kehrten im damaligen Restaurant Gnadenthal ein und schrieben eine Geschichte mit dem Titel «Die Reuss», die im Magazin «Transhelvetica» erschien. Bald sind Sie wieder unweit der Reuss auf einer Bühne. Was hat die Reuss, was die Aare oder die Limmat nicht haben?
Der Reuss fehlt die Gemächlichkeit der beiden anderen Flüsse. Sie trägt ein Stück Wildnis aus den Bergen bis zu ihrer Mündung in die Aare mit.
◆ Gibt es nach diesen immens vielen Auftritten noch eine Art Vorfreude auf den kommenden Gig? Oder anders gefragt, auf was sind Sie neugierig vor der nächsten Veranstaltung?
Auf das immer andere Publikum, und nicht zuletzt auf mich selbst, ob ich es nochmals schaffe. Ich bin ja inzwischen in einem Alter, in dem man eigentlich mit dem Hund an den See geht.
Urs Heinz Aerni
Am Freitag, 20. Februar, erzählt und liest Franz Hohler ab 19.30 Uhr in der Zähnteschüür Oberrohrdorf und spaziert dabei durch sein Lebenswerk. Infos und Tickets: zaehnteschuer.ch/ programm/lesung-hohler.
Franz Hohler
Franz Hohler wurde 1943 in Biel geboren, ist in Olten aufgewachsen und lebt heute als «aktiver Schriftsteller sowie pensionierter Kabarettist» in Zürich. Aus seiner Feder stammen zahlreiche Romane, Erzählungen und Jugendbücher. Für seine kabarettistischen Programme auf Bühnen und im Fernsehen und seine Bücher erhielt er viele Auszeichnungen wie zum Beispiel den «Salzburger Stier» und den «Solothurner Literaturpreis». (uha)