Birrhard: Die Feuerwehren der Region waren wegen der Gewitterfront mit Sturmböen und Hagel im Grosseinsatz
Eine Gewitterfront mit Sturmböen und Hagel fegte am Freitagmorgen über den Ost-Aargau. In Birrhard knickten acht Starkstrommasten wie Zündhölzer um. ...
Birrhard: Die Feuerwehren der Region waren wegen der Gewitterfront mit Sturmböen und Hagel im Grosseinsatz
Eine Gewitterfront mit Sturmböen und Hagel fegte am Freitagmorgen über den Ost-Aargau. In Birrhard knickten acht Starkstrommasten wie Zündhölzer um. Zwei von ihnen fielen auf Gewerbegebäude. Zusätzlich wurden Dächer abgedeckt, Bäume fielen auf Strassen und Lkws kippten um.
ugenzeugen in Birrhard berichten von «Weltuntergangsstimmung». «So etwas habe ich noch nie gesehen», bestätigt auch Rolf Haller, Inhaber Lohnunternehmung Haller, welcher kurz nach dem Sturm in Birrhard den Verkehr im Dorf regelt. «Vier Starkstrommasten aus Beton sind umgeknickt und auf die Tennishalle und das Elektrogeschäft gekippt.» Kurz nach 9.30 Uhr zog innert kurzer Zeit im Einzugsgebiet des «Reussbote» von Westen her eine Gewitterfront auf. Sie brachte orkanartige Sturmböen, Starkregen und Hagel.
Massive Strommasten knickten um
Die Gewitterfront entlud sich vor allem mit voller Wucht über dem Birrfeld und in Birrhard. Der Sturm drückte in Birrhard acht massive Betonmasten der Hochspannungsleitung zu Boden. Zwei davon stürzten auf ein Gewerbegebäude und eine Tennishalle. Es gab massive Schäden. Von Fachleuten wurde die Stromleitung unverzüglich stromlos gemacht und gesichert. Sie hing aber auf mehreren hundert Metern bis auf Bodenhöhe herunter. So auch über der Birrfeldstrasse kurz vor der Autobahnunterführung. Der Verkehr wurde daher zuerst über die Langgass umgeleitet. Dort hingen die Starkstromleitungen acht Meter über der Fahrbahn. Da die Unterführung nicht für alle Lkws passierbar war, kam es zu Staus und Wendemanövern. Daher wurde die Birrfeldstrasse für den Verkehr bereits vom Birrfeldkreisel in Mellingen gesperrt. Der Sturm knickte aber auch reihenweise Bäume um. So fielen acht Bäume kurz nach der Schiessanlage Mühlescheer um. Das Team des Forstbetriebs Birretholz räumte nach dem Gewitter auf der Strasse Bäume zur Seite und fällte auch unter Spannung stehende Bäume. Auch in Birmenstorf zerstörte der Sturm Bäume. Entlang der Badener- und der Bruggerstrasse lag braunes Wasser und Gegenstände in Gärten wurden zerstört. Im Dauereinsatz stand die kantonale Notrufzentrale. Bis gegen Mittag verzeichnete die Kantonspolizei rund 240 Schadenplätze und bot über 40 Feuerwehren auf. Davon waren einige noch am Nachmittag im Einsatz. So auch die Feuerwehr Eigenamt, welche in Birrhard im Einsatz war.
Erhebliche Schäden beim Flugplatz, beim Argovia-Fest und auf Autobahn
Auf dem Flugplatz Birrfeld beschädigte der Sturm Flugzeuge und richtete beträchtliche Schäden an den Hangar-Gebäuden an. Auch das Gelände, auf welchem diese Woche das Argovia-Fest stattfinden soll, wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Sturmböen beschädigten fast alle Zelte, Abschrankungen und auch die Überdachung der Hauptbühne.
Der Sturm deckte zusätzlich in Birrhard Dächer ab, riss Gerüste herunter und beschädigte Fahrzeuge. So erfasste der Orkan um 9.50 Uhr auf der A1 auf der Höhe von Birrhard einen Lastwagen, der im stockenden Kolonnenverkehr Richtung Bern unterwegs war. Dieser kippte auf einen nebenan stehenden Lieferwagen. Dessen Lenker konnte unverletzt aus dem Wrack aussteigen – auch der Lastwagenfahrer blieb unversehrt. Die Bergungsarbeiten dauerten rund zwei Stunden. Das sorgte in beiden Fahrtrichtungen der A1 für lange Staus. Auf den daneben liegenden Gemüsefeldern in Birrhard kippte wegen des Sturms ebenfalls ein Lieferwagen um. Gemäss der Polizei gab es massive Sturmschäden, aber keine Verletzten. Mehr auf Seite 3
Debora Gattlen