Rohrdorferberg: Vier Gemeindeversammlungen geben grünes Licht für das Erweiterungsprojekt «Torfmoos»
Die Standortgemeinde Niederrohrdorf und die Nachbarn Oberrohrdorf, Remetschwil und Bellikon haben am Dienstag an ihren Gemeindeversammlungen Ja gesagt zum ...
Rohrdorferberg: Vier Gemeindeversammlungen geben grünes Licht für das Erweiterungsprojekt «Torfmoos»
Die Standortgemeinde Niederrohrdorf und die Nachbarn Oberrohrdorf, Remetschwil und Bellikon haben am Dienstag an ihren Gemeindeversammlungen Ja gesagt zum Erweiterungsbau für das Oberstufenzentrum Kreisschule Rohrdorferberg.
Es war mehr eine Romanze als ein Abstimmungskrimi. An den Gemeindeversammlungen, die alle zeitgleich am Dienstagabend stattfanden, gaben die Stimmberechtigten von Niederrohrdorf, Oberrohrdorf, Remetschwil und Bellikon grünes Licht für die Erweiterung des gemeinsamen Oberstufenschulzentrums der Kreisschule Rohrdorferberg. Das Geschäft ging in Niederrohrdorf und Oberrohrdorf jedoch nicht ganz ohne Fragen und Diskussionen über die Bühne.
Abgestimmt wurde über das aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangene Projekt «Torfmoos» mit Gesamtkosten von 41,1 Millionen Franken. Es war bei allen vier Gemeinden Traktandum 2. Man konnte nur Ja oder Nein stimmen, aber keine Änderungsanträge stellen. In folgender Reihenfolge lag das Abstimmungsergebnis vor: 1. Remetschwil, 2. Niederrohrdorf, 3. Bellikon und 4. Oberrohrdorf.
Remetschwil preschte vor
Als erste Gemeinde stimmte Remetschwil ihrem Kreditanteil von 6,81 Millionen Franken einstimmig, ohne Gegenstimmen und mit einem anschliessenden grossen Applaus zu. Fragen zum Projekt hatte es vorgängig keine gegeben. Frau Gemeindeammann Vreni Sekinger freute sich über das Ja. 124 Stimmberechtigte waren an der Sommer-Gemeindeversammlung anwesend. (Seite 8)
Diskussionen in Niederrohrdorf
213 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger genehmigten in Niederrohrdorf den Kredit für den Kreisschul-Neubau mit klarer Mehrheit bei lediglich zwei Gegenstimmen. Niederrohrdorf zahlt 15,35 Millionen Franken an die Kosten. Zuvor wurde allerdings über die Notwendigkeit der Doppelturnhalle diskutiert und auch die Zufahrtsstrassen zur Baustelle waren ein Thema. Ein Stimmbürger wollte gar einen Rückweisungsantrag stellen. So weit kam es allerdings nicht. Die deutliche Annahme des Kredits wurde mit Applaus quittiert. (Seite 5)
Bellikons Sommer-Gmeind stimmte mit 104 Ja- gegenüber einer Nein-Stimme dem Bauprojekt zu. Bellikon muss 5,1 Millionen Franken daran zahlen. «Eine Person wollte vor der Abstimmung genaueres zu den Schülerprognosen wissen», sagt Gemeindeschreiber Marco Treier. Diskussionen gab es aber keine.
Oberrohrdorf mit vielen Voten
In Oberrohrdorf kamen 201 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zur Sommer-Gmeind. Voten kamen zu Schülerprognosen und zur Belegung der bisherigen Schulräume. Die bisherigen Schulräume seien nicht ausgelastet, wurde moniert. Das Projekt sei deshalb überdimensioniert und die Kosten enorm. Der Anteil Oberrohrdorfs am Kredit beträgt 13,8 Millionen Franken. Andere sprachen sich für das Schulprojekt aus. Es sei ein Bekenntnis an die Jugend und die Bildung. Letztlich stimmte der Souverän mit 162 Ja- zu 18 Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen dem Bauprojekt zu. In allen vier Gemeinden unterliegt der Beschluss zum Kreisschulhaus dem fakultativen Referendum. (Seite 9)
Lange Reise führt nun ans Ziel
Ein Rückblick: Nachdem Baden 2009 angekündigt hatte, keine Bezirksschüler/-innen mehr vom Rohrdorferberg aufnehmen zu können, taten sich die Gemeinden am Rohrdorferberg zusammen und bauten gemeinsam ein neues Oberstufenzentrum. Dieses ging 2015 in Betrieb. Weil es bald zu eng war, wurde eine Erweiterung ins Auge gefasst. Das erste Projekt namens «Jim Knopf», das mit der Primarschul-Erweiterung verknüpft war, scheiterte im November 2021. Niederrohrdorf schickte es an der Gmeind bachab. (mbe/hhs/dg)