Die Besenbeiz wird im Juli aufmachen
12.06.2026 MellingenMellingen: Der Stadtrat hat kein Musikgehör für eine Petition, die sich das «Rüssbeizli» von 2025 zurückwünscht
Im letzten Sommer betrieb Daniel Schmid versuchsweise ein Beizli auf dem Gemeinde-Grundstück nahe der Reuss, wo auch die ...
Mellingen: Der Stadtrat hat kein Musikgehör für eine Petition, die sich das «Rüssbeizli» von 2025 zurückwünscht
Im letzten Sommer betrieb Daniel Schmid versuchsweise ein Beizli auf dem Gemeinde-Grundstück nahe der Reuss, wo auch die Pontoniere zuhause sind. 2026 gibt es aber keine definitive Lösung. Das kommt nicht überall gut an.
Der Betrieb der kleinen Sommerbeiz auf dem Kiesplatz zwischen dem Kinderspielplatz Iberg und der Spittelscheune (Vereinslokal der Pontoniere), war nur ein Versuch. Das wurde von Anfang an klar kommuniziert. Zwei Monate lang war die Buvette, welche Daniel Schmid von der Bar Andalusia vergangenen Sommer mit einigen Helferinnen und Helfern betrieb, geöffnet. Es wurden Bratwürste und Getränke ausgegeben und man konnte laue Sommerabende nahe der Reuss verbringen. Der Stadtrat zog danach ein positives Resümee aufgrund von Gesprächen mit Schmid, den Pontonieren und zahlreichen Rückmeldungen aus der Bevölkerung.
Konfliktpotenzial mit Verein
Doch in einer Mitteilung vom April dieses Jahres mit dem Titel «Von einer Buvette zu einer Besenbeiz 2026» teilten der Stadtrat und die Pontoniere gemeinsam mit, dass es 2026 nicht im gleichen Stil weitergeht. Die Pontoniere hätten Einschränkungen im Vereinsbetrieb hinnehmen müssen. Es war von «Konfliktpotenzial» mit dem Vereinsbetrieb die Rede. Die Stadt habe alternative Standorte für die Beiz gesucht, aber keiner eignete sich oder war zonenkonform. Als Ersatz hat sich der 1921 gegründete, traditionsreiche Pontonierfahrverein bereit erklärt, diesen Sommer im Juli und August jeweils an bis zu drei Tagen in der Woche ein kleines, überschaubares kulinarisches Angebot anzubieten. Doch das passt nicht allen. Die Mellingerin Rosy Montenero, welche das Versuchs-Lokal 2025 oft besuchte, hat in den letzten Monaten auf eigene Faust Unterschriften gesammelt. Ihre Forderung: Das «Rüssbeizli» solle auch 2026 am selben Ort betrieben werden aufgrund des grossen Zuspruchs. Montenero arbeitet als Tagesmutter und ist oft auf dem Iberg-Spielplatz anzutreffen. «Viele Velofahrer, Wanderer, haben mich gefragt, wo das Beizli dieses Jahr geblieben ist», sagt sie auf Anfrage.
«Ich habe noch nie eine Petition organisiert», fügt sie hinzu. Sie sammelte in Mellingen vor dem Coop, aber auch in Gemeinden der Umgebung. Alle hätten es toll gefunden, aber leider habe ihr niemand geholfen. Laut der Stadt Mellingen wurde die eingereichte Petition von 161 Personen unterzeichnet, welche in Mellingen, aber auch ausserhalb wohnhaft sind. Dies sei legitim, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Der Stadtrat müsse solche Gesuche und Eingaben beantworten. Doch die Antwort fällt negativ aus für die Unterzeichner: An der bereits gefallenen Entscheidung wird nicht gerüttelt. «Der Pontonier-Verein befindet sich in der Umsetzung und muss sich auf die Beschlüsse des Stadtrats verlassen können», schreibt Stadtschreiber Gregor Glaus. Das klar geäusserte Bedürfnis nach einem Rüssbeizli werde aber in die zukünftige Planung einfliessen. «Für mich ist das traurig», sagt Rosy Montenero. «Wenn ich vergleiche, was Baden alles macht für die Bevölkerung. Wir haben einen leeren Platz, wo das Beizli stand, und eine Baustelle in der Altstadt.» Sie fügt hinzu, wenn der Sommer vorbei sei, müsse die Besenbeiz nicht mehr aufmachen. Dazu ist zu sagen: Aus bewilligungstechnischen Gründen war der Betrieb immer auf zwei Monate im Juli und August beschränkt. Das war schon bei den früheren «Rüssbeizli» so. Und das neue Besenbeizli kommt. «Am 1. Juni haben wir die Bewilligung der Stadt erhalten», sagt der Medienverantwortliche Pascal Graf von den Pontonieren auf Anfrage. «In etwas über zwei Wochen werden wir aufmachen». Man sei in den letzten Zügen. Details zum Konzept werden folgen.
Marc Benedetti

