Franziska Walker ist in Staretschwil aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann in Stetten. Sie arbeitet als Filialleiterin und lässt es sich in der Freizeit gerne mit erholsamen Ferien, wohltuenden Massagen und feinem Essen gut gehen. Zu ihren Leidenschaften gehören unter anderem das Sammeln ...
Franziska Walker ist in Staretschwil aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann in Stetten. Sie arbeitet als Filialleiterin und lässt es sich in der Freizeit gerne mit erholsamen Ferien, wohltuenden Massagen und feinem Essen gut gehen. Zu ihren Leidenschaften gehören unter anderem das Sammeln und Tragen von Converse-Schuhen.
Wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht, kann man überall kleine Botschaften entdecken. Ich habe mal eine Geschichte gehört, die mich zum Schmunzeln gebracht hat. Mir aber auch klar gezeigt hat, wie schön solche Zeichen sind. Wieviel Kraft sie einem geben können. Wenn man sie denn sieht. Es war an einem kühlen, aber schö-
nen Novembertag. In der Kirche war bedrückte Stimmung, da sich die Menschen dort versammelten, um eine geliebte Person zu verabschieden. Mitten während der Messe flog ein Schmetterling durch die Kirche. Es war erstaunlich – um diese Jahreszeit flogen doch keine Schmetterlinge mehr. Sowieso nicht bei den Temperaturen, die an diesem Tag herrschten. Zu erwähnen wäre hier, dass die verstorbene Frau Schmetterlinge liebte. Die-
se Tiere begeisterten sie schon ihr ganzes Leben. Es wurde gemunkelt, dass sie es gewesen sei, die den Trauernden ein letztes Zeichen von sich gab. Was für eine rührende Geschichte.
Ich glaube aber, dass solche Botschaften nicht nur in Form eines Schmetterlings existieren.
Kleine Zeichen begegnen uns auch im ganz normalen Alltag. Ein Zeichen von Liebe, wenn am Morgen der Kaffee bereits auf dem Tisch steht, ohne dass man darum bitten musste. Ein Zeichen der Verbundenheit, wenn man jemanden anrufen will, einfach mal um zu fragen, wie es geht und just in diesem Momentan genau diese Person anruft. Als hätte man einander gespürt, ohne es zu merken. Ein Zeichen der nonverbalen Kommunikation zwischen Tier und Mensch. Wenn man in seinen Gedanken versunken ist. Vielleicht zu viel grübelt. Und genau dann, der Hund mit dem Ball ankommt und spielen möchte. Oder die Katze einem auf den Schoss hüpft und eine Portion Streicheleinheit einfordert.
Manchmal zeigen sich solche Zeichen auch erst im Nachhinein. Wenn man merkt, dass ein Umweg genau richtig war. Wenn ein Rückschlag gar kein Rückschlag war, sondern ein Stoss nach vorne. Diese Botschaften müssen nicht immer laut und klar sein. Meist sind sie ganz leise, kaum zu sehen, beinahe unsichtbar. Könnte sein, dass sie genau deswegen nicht immer wahrgenommen werden.
Ich glaube, ich übersehe solche Zeichen oft. Vielleicht weil sie nicht offensichtlich genug sind. Weil meine Augen nicht offen genug sind. Oder mein Herz zu verschlossen ist. Ich glaube aber, dass Sie, lieber Leser, liebe Leserin, nicht so sind. Sie ha-
ben das kleine Zeichen in dieser Kolumne bestimmt bemerkt. Oder?