Mellingen: Seit dem Frühjahr veranstaltet der Kinderhort Iberg mittwochs einen Waldtag. Ein Konzept, das ankommt
Jeden Mittwoch ziehen die Kleinen mit dem «Bollerwagen» los zur Waldhütte in Mellingen. Den ganzen Tag verbringen sie gemeinsam im Wald, essen und ...
Mellingen: Seit dem Frühjahr veranstaltet der Kinderhort Iberg mittwochs einen Waldtag. Ein Konzept, das ankommt
Jeden Mittwoch ziehen die Kleinen mit dem «Bollerwagen» los zur Waldhütte in Mellingen. Den ganzen Tag verbringen sie gemeinsam im Wald, essen und schlafen sogar dort. Ein ganz spezielles und pädagogisch wertvolles Erlebnis.
er weiss, was das für ein Tier ist?», fragt Betreuerin Luana Bonetti in die Runde. Klar, ein Eichhörnchen, das weiss doch jeder! Die Fussabdrücke sehen ein bisschen aus wie ein Rübli, findet ein Mädchen. Auch Fuchs, Dachs oder Reh kennen die teils nicht einmal Dreijährigen schon. Aber diese komische Katze ist dann doch neu: ein Luchs. Das ist so eine Art Katze, aber sie lebt im Wald und nicht wie die normalen Katzen im Haus, erklärt die Betreuerin. Spielend lernen die Hort-Kinder, welche Tiere im Wald unterwegs sind – wenn auch nicht alle im Wald bei Mellingen zu finden sind. Heute steht «Spurensuche» auf dem Programm. Zuerst werden die Pfotenabdrücke der Tiere angeschaut, danach machen sich die Kids auf die Fährte.
Fuchs Remo erklärt die Regeln
Bevor der Tag im Wald losgeht, erklärt das «Waldmaskottchen», Fuchs Remo (in Form einer Handpuppe), die Regeln im Wald. Der sorgfältige Umgang mit der Natur und ein liebevoller Umgang mit den Lebewesen gehört laut Hortleiterin Lorena Mazzeo zum pädagogischen Konzept, das sie und die Kolleginnen erarbeitet haben. Mazzeo leitet seit März den Kinderhort Iberg. Seitdem gibt es auch den Waldtag, der nun jeden Mittwoch von März bis September stattfindet. Die Idee brachte sie aus ihrer früheren beruflichen Erfahrung mit. «Ich finde es sehr wichtig, den Umgang mit der Natur zu lernen.
Die Kinder lernen auch ganz anders in der Natur», findet Mazzeo. Wenn es nicht gerade stürmt, gehen die Kinder ab drei Jahren bis zum «Chindsgi»-Alter bei jedem Wetter in den Mellinger Wald. Zwei Betreuerinnen sind immer mit dabei. Jedes Kind hat seinen eigenen kleinen Rucksack. Alles andere wird im Wagen mitgeführt. Sogar ein Wurfzelt sowie Blachen und Decken für den Mittagsschlaf. Natürlich wird stets gemeinsam ein Feuerchen entfacht und es gibt etwas Leckeres zu essen. Heute auf dem Speisezettel: Buchstabensuppe mit Wienerli. Dass man keine Beeren oder Pilzli im Wald abreissen oder gar in den Mund stecken darf, lernen die Jungen und Mädchen schon zu Beginn. «Sie wissen, das kann giftig sein», so Mazzeo. Auch dass man im Wald nicht zu laut schreien sollte, um die Tiere nicht zu stören, lernen sie. Aber Regeln sind nicht alles: «Sie dürfen frei spielen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen», erklärt die Hortleiterin. Ausserdem gibt es jede Woche eine andere Aktivität. Mal wird eine Hängematte gebaut, mal Brennnesseltee gebraut. «Die Natur mit allen Sinnen erleben», so das Motto. Und gesund ist die Bewegung draussen allemal. Die Kinder freuen sich jedenfalls auf den Waldtag, verraten sie. «Ich liebe alles», sagt ein Mädchen, auf die Frage, was ihr am besten gefällt. «Die Tierli sind schön», erklärt ein Bub, bevor er und die anderen sich auf die Pirsch begeben. Da möchte man noch einmal Kind sein.
Michael Lux