Es gibt kein einziges Restaurant mehr im Dorf. Eine Alternative fehlte bisher, jetzt wird diese Lücke gefüllt
Während der närrischen Tage springt die Fasnachtsbeiz temporär in die Bresche: Tägerig wartet schon lange auf ein neues Restaurant im Dorf. Nun hat ...
Es gibt kein einziges Restaurant mehr im Dorf. Eine Alternative fehlte bisher, jetzt wird diese Lücke gefüllt
Während der närrischen Tage springt die Fasnachtsbeiz temporär in die Bresche: Tägerig wartet schon lange auf ein neues Restaurant im Dorf. Nun hat das Warten endlich ein Ende. Ab 4. März öffnet zwei Mal im Monat das Bücher-Kafi im Seniorenzentrum.
Restaurants in Tägerig sind schon lange Geschichte. Fast gleichzeitig schlossen vor Jahren die Traditionsbetriebe Restaurant Adler und das Restaurant Meierhof. Als vor zwei Jahren aus Altersgründen auch Rudolfs Bäckershop schloss, war endgültig Schluss. Die Tägerligerinnen und Tägliger müssen seither ausserhalb der Fasnachtszeit für ein gemütliches Beisammensein in die Nachbargemeinden ausweichen. Dank den Initianten Irene Hilpert und Jürg Keller hat nun die Durststrecke ein Ende. Sie eröffnen ab 4. März das sogenannte Bücher-Kafi in der Cafeteria des Seniorenzentrums Tägerig. Es soll ein Treffpunkt für Begegnungen, Gespräche und Gemeinschaft werden. «Wir laden dazu ein, Bücher zu tauschen, auszuleihen, mitzunehmen und zu behalten», sagt Jürg Keller. Es kann aber auch vor Ort bei einer Tasse Kaffee ein Buch – oder der aufliegende «Reussbote» – gelesen werden.
Idee entstand bei Buchentsorgung
Wer nicht auf E-Books zurückgreift, kennt es. Zu Hause fristen bereits gelesene Bücher in einem ungenutzten Zimmer, Keller oder Dachboden ihr Dasein. Irgendwann stellt sich die Frage, wohin mit dem Lesestoff. Das war auch bei Jürg Keller so. Durch den Einzug ins Stöckli (Alterssitz) trennte er sich säckeweise von bereits gelesenen Büchern. Er brachte sie in die Brocki nach Aarau. Bei einem Besuch bei Irene Hilpert sah er bei ihr ebenfalls Säcke mit Büchern stehen. «Ich fragte sie, ob sie diese auch entsorgen will», erzählt Keller. Und da seien sie zusammen auf die Idee gekommen, ein Büchercafé zu eröffnen. Die beiden sprachen Daniela Kramer vom Seniorenzentrum Tägerig für ihr Vorhaben an. Sie ist für Pflegedienstleitung und stellvertretende Heimleitung zuständig und konnte für ihr Projekt gewonnen werden. «Es ist ein niederschwelliges Angebot. Das Bücher-Kafi kann auch von Bewohnenden des Seniorenzentrums mitgenutzt werden. Sie erhalten dabei Kontakt zu anderen Tägligerinnen und Tägliger. Es ist schön, wenn im Dorf Synergien genutzt werden. Seit ich Heimleiterin bin, fördere ich das», so Kramer. Irene Hilpert und Jürg Keller sagen: «Wir sind sehr dankbar, dass wir die Cafeteria des Seniorenzentrums dafür nutzen können.» Im Bücher-Kafi könne sich Jung und Alt über Gott und die Welt, über Bücher aber auch über das Dorfgeschehen in ungezwungener Atmosphäre austauschen. «Wir wollen mit dem Angebot den Zusammenhalt im Dorf fördern», so Keller. Mit von der Partie ist auch Alexandra Atapattu vom Pastoralraum Region Mellingen. Sie ist Seelsorgemitarbeiterin von Tägerig und wird zwischendurch mit den Firmlingen vor Ort sein und Projekte wie Spielnachmittage durchführen.
Getränke zum Selbstkostenpreis
Gratis sind beim geplanten Bücher-Kafi die Bücher. Getränke und Kaffee werden zum Selbstkostenpreis abgegeben. Auch Sandwiches und selbst gebackener Kuchen werden angeboten. Geöffnet ist der Treffpunkt jeweils am 1. und 3. Mittwoch des Monats von 14 bis 19 Uhr. «Wir haben bewusst bis 19 Uhr geöffnet, damit auch Berufstätige profitieren können», sagt Keller.
Eröffnung mit Cremeschnitten
Am Mittwoch, 4. März, ab 14 Uhr, findet die Eröffnung statt. Als Besonderheit, wird es die über Region bekannten Crèmeschnitten von Hanspeter Rudolf geben. Zu besonderen Anlässen, wie zum Fasnachtsumzug, sind seine Berliner, und nun bei der Eröffnung des Bücher-Kafis, seine Crèmeschnitten erhältlich.
Bereits bestehen weitere Pläne. So sollen auch niederschwellig kulturelle Angebote wie Musikvorträge, Lesungen oder Spielnachmittage stattfinden. «Man kann sich bei uns für die Koordination der Darbietung melden», sagt Irene Hilpert.
Debora Gattlen