Eine Elternumfrage zeigt eine hohe Zufriedenheit mit den Tagesstrukturen. Einige kritisieren Menüplan oder Freizeitgestaltung
06.03.2026 Oberrohrdorf-Staretschwil
Die Eltern zeichnen ein «überwiegend sehr positives Bild» von den Tagesstrukturen. Die Kinder fühlen sich wohl. Anregungen gibt es jedoch für die Mahlzeiten, zu Aktivitäten und zu den Platzverhältnissen.
Wie wird die Qualität der Tagesstrukturen ...
Die Eltern zeichnen ein «überwiegend sehr positives Bild» von den Tagesstrukturen. Die Kinder fühlen sich wohl. Anregungen gibt es jedoch für die Mahlzeiten, zu Aktivitäten und zu den Platzverhältnissen.
Wie wird die Qualität der Tagesstrukturen wahrgenommen? Wie erleben Eltern die Betreuung ihrer Kinder? Das wollten die Verantwortlichen der Tagesstrukturen Oberrohrdorf wissen und führten 2025 eine Elternumfrage durch. Insgesamt 53 Eltern nahmen daran teil, seit kurzem liegen die Ergebnisse vor. Wie die Gemeinde Oberrohrdorf mitteilt, zeigen die Resultate ein «überwiegend sehr positives Bild». Die Eltern bestätigen die wichtige Rolle dieses Angebots für viele Familien. Als besonders erfreulich wertet die Gemeinde die hohe Zufriedenheit der Eltern betreffend Öffnungszeiten, Erreichbarkeit und Kommunikation. Der Austausch zwischen Leitung und Eltern sowie mit dem Betreuungspersonal werde von der grossen Mehrheit als «sehr gut und wertschätzend» wahrgenommen. Viele Eltern betonen, dass sich ihre Kinder «gut aufgehoben fühlen und gerne in die Tagesstrukturen kommen». Eltern würden das Angebot daher auch weiterempfehlen.
Mehr altersgerechte Angebote
Insgesamt gut bewertet sind die pädagogischen Angebote und die Freizeitgestaltung. Gleichzeitig zeigen die Rückmeldungen, dass sich Eltern teilweise noch mehr altersgerechte Angebote wünschen – besonders für die Jungs. Gemeinderätin Severine Jegge, die neben dem Schul- und Erziehungswesen auch für die Tagesstrukturen zuständig ist, präzisiert auf Anfrage, dass sich ältere Buben häufiger im Freien bewegen möchten. Dazu bieten die Betreuenden zwar Hand. «Weil aber keines der Kinder während der Betreuungszeiten unbeaufsichtigt bleiben darf, ist das nicht immer möglich», meint Jegge.
Denn das Altersspektrum ist weit: Die Tagesstrukturen werden aktuell von insgesamt 98 Kindern vom Kindergartenalter bis in die oberen Primarklassen besucht, unter ihnen auch einige Fünft- und Sechstklässler. Entsprechend breit sind die Wünsche der Kinder betreffend Freizeitgestaltung. Das Team entwickelt diese aber laufend weiter. «Wir sorgen dafür, dass wir Turnhalle, Pausenplatz und auch Spielplätze in der näheren Umgebung regelmässig nutzen können», sagt Laurence Weber-Prêtre, welche die Tagesstrukturen Oberrohrdorf leitet.
Menüplan steht auf der Website
Wie die Umfrage ebenfalls zeigt, sehen die Eltern vor allem bei den Rahmenbedingungen Verbesserungspotenzial: Etwa bei den Platzverhältnissen, bei den Mahlzeiten oder den Sanitäreinrichtungen.
Mehrere Befragte wünschen sich eine ausgewogenere, abwechslungsreichere und kindgerechtere Verpflegung. Wie Severine Jegge erklärt, werden die Mahlzeiten von der Stiftung Arwo in Fislisbach geliefert. Leiterin Laurence Weber-Prêtre und ihr Betreuungsteam beurteilen die Mahlzeiten als «ausgewogen, vielfältig und gut». Dennoch seien die Anliegen aufgenommen worden und die Kinder würden auch aktiv in die Menügestaltung miteinbezogen. Eine entsprechende Umfrage bei den Kindern habe bereits stattgefunden. «Schnipo» oder Chicken Nuggets würden aber noch keinen ausgewogenen Menüplan ausmachen, gibt Leiterin Weber-Prêtre zu bedenken.
Der Menüplan der Tagesstrukturen Oberrohrdorf wird im Übrigen seit Januar 2026 auf der Website der Gemeinde veröffentlicht. Der Blick darauf zeigt, diese Woche standen unter anderem «Lasagne al forno», «Kartoffelgratin und Karottengemüse» oder auch «Pouletschenkel, Reis und Peperoni» auf der Speisekarte. Weber-Prêtre ergänzt, dass den Kindern immer auch Alternativen angeboten werden: frische Früchte, Rohkost und Brot. Vorgesehen ist ausserdem ein Elternanlass, der Einblick in die Essenslieferung durch die Stiftung Arwo gibt.
Die Platzverhältnisse sind begrenzt
Die Eltern wünschten sich schliesslich auch mehr Platz, respektive eine bessere Raumaufteilung in den Tagesstrukturen. Tatsächlich seien die Platzverhältnisse begrenzt, bestätigt Gemeinderätin Jegge. «Vor allem an den Spitzentagen Montag, Dienstag und Donnerstag.» Das grosse Ziel sei ein Umbau und Ausbau des Gebäudes, welches sich heute Werkhof und Tagesstrukturen an der Hinterbächlistrasse 3 neben dem Schulhaus Hinterbächli teilen. Dieses Vorhaben ist hingegen blockiert, solange der Werkhof das Haus ebenfalls benötigt. Zwar ist ein neuer Werkhof in Planung. Bis Ende Februar lag die Teiländerung der Nutzungsplanung in der Familiengartenzone Staretschwil öffentlich auf. Die Umzonung würde die zonenrechtlichen Voraussetzungen für den Bau eines neuen Werkhofs schaffen.
Beim letzten Umfrage-Aspekt geht es schliesslich um die Ferienbetreuung, die Niederrohrdorf, Oberrohrdorf und Remetschwil gemeinsam anbieten. Das Angebot wird grundsätzlich geschätzt. Viele Eltern empfinden aber die Kosten als zu hoch – pro Ferienbetreuungstag und Kind zahlen die Eltern 108 Franken. Da es sich laut Mitteilung um ein überkommunales Pilotprojekt handelt, können derzeit keine Anpassungen vorgenommen werden. Das Thema wird jedoch weiterhin auf regionaler Ebene diskutiert. «Für die Frühlingsferien gibt es aber erstmals genügend Anmeldungen, sodass Oberrohrdorf eine eigene Betreuung anbieten kann», freut sich Jegge.
Heidi Hess
