Eine Pionierleistung wird am 8. Mai gefeiert
05.05.2026 RemetschwilRemetschwil: Engagierte Mütter gründeten vor 20 Jahren den Verein «SchTaRK», der erste Tagesstrukturen für Remetschwiler Kinder schuf
Am 8. Mai des Jahres 2006 fand die Gründungsversammlung des Vereins «SchTaRK» statt. Dieser bot Eltern ...
Remetschwil: Engagierte Mütter gründeten vor 20 Jahren den Verein «SchTaRK», der erste Tagesstrukturen für Remetschwiler Kinder schuf
Am 8. Mai des Jahres 2006 fand die Gründungsversammlung des Vereins «SchTaRK» statt. Dieser bot Eltern vergleichsweise früh einen Mittagstisch für Kinder an. Eine starke Leistung, welche am Freitag gefeiert wird.
In einer Zeit, wo das Wort «Tagesstrukturen» noch nicht in aller Munde war, gab es in Remetschwil bereits ein Angebot für berufstätige Eltern, wo Kinder während deren Abwesenheit essen konnten und Betreuung erhielten. Dafür gründeten einheimische Frauen den Verein mit dem mehrdeutigen Namen «SchTaRK». Die Buchstaben stehen für «Schulergänzende Tagesstrukturen für Remetschwiler Kinder». «Einige einheimische Mütter haben das Angebot vor über 20 Jahren aufgezogen und betrieben damals ehrenamtlich einen Mittagstisch im Foyer der Turnhalle», erzählt Petra Fink. Sie ist die Betriebsleiterin der heutigen Tagesstrukturen SchTaRK, welche seit 2023 in die Gemeinde integriert sind. 2006 wurde der Verein SchTaRK gegründet und man ernannte einen Vorstand. Eine Leitung wurde angestellt und eine Leistungsvereinbarung mit der Gemeinde abgeschlossen. «Damals war das eine Pioniertat und ein erster Schritt in Richtung Professionalisierung», sagt Fink. Die Gründerfrauen, welche auch zugleich den Vorstand des Vereins bildeten, waren Gaby Seiz, Gudrun Sinerius, Marion Stern, Gaby Kölbener und Silvia Wettstein. Ihr Angebot funktionierte und wurde rege genutzt. «2008 hat der Verein vom Komitee Schule und Familie den Tagesstrukturen-Preis für sein nachahmenswertes Projekt erhalten», sagt Petra Fink. Erst 2016 folgte mit dem Kinderbetreuungsgesetz im Kanton Aargau eine gesetzliche Grundlage. Seither sind die Gemeinden verpflichtet, ein bedarfsgerechtes Angebot für die familienund schulergänzende Betreuung von Kindern bis zum Abschluss der Primarschule sicherzustellen. Dies, damit Eltern den Beruf und die Familie besser unter einen Hut bringen.
Gemeinderat begleitet «SchTaRK»
Remetschwil war dank viel Freiwilligenarbeit also frühzeitig darum bemüht, die Berufstätigkeit zu erleichtern. «Wir konnten uns deshalb 2016 entspannt zurücklehnen und mussten nur noch einkommensabhängige Tarife festlegen», sagt Gemeinderat und Vizeammann Markus Zyka. Der Zugang einkommensschwacher Eltern musste neu gemäss Gesetz ermöglicht werden. Zyka lobt das enorme Engagement und die Arbeit der Gründerfrauen. «Sie führten faktisch ein KMU und dies in freiwilliger Arbeit», sagt er rückblickend. Die Belastung sei jedoch immer grösser geworden und brachte den Verein an Grenzen. Deshalb überführte Remetschwil die Tagesstrukturen am 1. Januar 2023 in die Gemeinde, nachdem die Gemeindeversammlung 2022 Ja gesagt hatte; die Stellenprozente und das Reglement über die Tagesstrukturen wurden damals genehmigt. «Mittlerweile sind die Tagesstrukturen eine voll integrierte Abteilung innerhalb der Gemeindeverwaltung und profitieren von ihren Dienstleistungen», so der Vizeammann. Die Tagesstrukturen sind eines seiner Ressorts und er begleitet sie mit viel Herzblut. Momentan hat «SchTaRK» 250 Stellenprozente zur Verfügung, die auf verschiedene Teilzeit arbeitende Personen verteilt sind.
Im alten Kindergarten hats viel Platz
Seit den Anfängen sind die Tagesstrukturen zwei Mal umgezogen. War ihr Zuhause lange im alten Volg, befinden sie sich jetzt im alten Kindergarten in kurzer und durchaus gewünschter Distanz zur Schule. Es gibt genügend Platz, dass die Kinder und Jugendlichen, nach Altersgruppen geordnet, zusammen essen können und es gibt Räume zum Spielen und für Hausaufgaben. Petra Fink leitet das Angebot, zusammen mit ihrer Stellvertreterin Sandra Kneubühler. «Am Tag dürfen wir rund 40 Kinder zum Essen aufnehmen», erklärt Fink. Am Nachmittag seien es durchschnittlich 20. Der Dienstag und der Donnerstag sind jeweils ausgebucht, die anderen Tage weniger. Das Frühstücksangebot ab 6.30 Uhr werde wenig nachgefragt. Betreut werden Kinder vom kleinen Kindergarten bis zur 6. Klasse.
Das Essen liefert das auf Kitas spezialisierte Catering-Unternehmen Menu and More aus Spreitenbach. Eine Küchenhilfe richtet es im «SchTaRK»- Lokal an. Es gibt täglich ein Gericht mit Fleisch, Fisch, vegetarisch oder Teigwaren. Kürzlich konnten sich die Fünft- und Sechstklässler zum Menüplan äussern und ihre Wünsche platzieren. «Sie haben Sachen ausgesucht, auf die wir nicht gekommen wären», sagt Sandra Kneubühler schmunzelnd. So wünschten sich Kinder Couscous, Blätterteig-Eiertätschli oder Linsensuppe. Dieses Echo fliesst nun in die Planung ein. Denn: «Wir nehmen die Kinder ernst, begegnen ihnen auf Augenhöhe und möchten ihre Wünsche umsetzen», sagt Kneubühler. Sie und Petra Fink freuen sich, ihr Konzept am Tag der offenen Türe (siehe Kasten) vorstellen zu können.
Marc Benedetti
20 Jahre «SchTaRK»
Am Freitag, 8. Mai, wird das Jubiläum der Remetschwiler Tagesstrukturen «SchTaRK» mit einem Tag der offenen Türe von 14 bis 17 Uhr gefeiert. Alle sind herzlich eingeladen. Für die kleinen Gäste gibt es Pumptrack, Schminken und ein Mojuro-Spielangebot. Die Erwachsenen können sich im Café unterhalten. Später klingt der Tag im «SchTaRK» bei Wurst und Brot aus. Siehe auch schtark.ch.

