Eltern sind um ihre Kinder besorgt
02.06.2026 MellingenMellingen: Ein randständiger Mann belästigte am Mittwochnachmittag Kinder bei der Schulanlage Kleine Kreuzzelg
Er bot Kindern Schokolade auf dem Schulhausplatz Kleine Kreuzzelg an. Die informierte Kantonspolizei konnte den obdachlosen Mann kontrollieren und verwies ihn ...
Mellingen: Ein randständiger Mann belästigte am Mittwochnachmittag Kinder bei der Schulanlage Kleine Kreuzzelg
Er bot Kindern Schokolade auf dem Schulhausplatz Kleine Kreuzzelg an. Die informierte Kantonspolizei konnte den obdachlosen Mann kontrollieren und verwies ihn für drei Monate vom Schulgelände.
Im Reussstädtchen geht die Angst vor einem jüngeren Mann um, der Kinder am Mittwochnachmittag bei der Schulanlage Kleine Kreuzzelg belästigte. Die Telefone laufen seither zwischen besorgten Eltern heiss, auf sozialen Medien wird ebenfalls diskutiert. Während die einen von einem Vorfall im Neugrüen sprechen, berichten andere von einem Vorfall in der Schulanlage Kleine Kreuzzelg. Alle sprechen hingegen von einem auffälligen, barfusslaufenden Mann in grünem T-Shirt, der Kinder belästigt habe. Auf Anfrage bei der Kantonspolizei bestätigt Mediensprecher Bernhard Graser, dass in der Schule Kleine Kreuzzelg am Mittwochnachmittag um 15.30 Uhr ein Vorfall stattfand. Graser sagt: «Ein barfusslaufender Mann hat Kinder belästigt und Schokolade angeboten. Der Hauswart der Schule Mellingen-Wohlenschwil rief uns an und lief auch dem Mann hinterher.» So konnten kurz danach drei aufgebotene Patrouillen den Mann unweit der Schule stoppen und kontrollieren. «Der Mann ist deutscher Staatsangehöriger und obdachlos», so Graser.
Keine Straftat begangen
Bekanntlich warnen Eltern ihre Sprösslinge seit Generationen davor, nie von einem fremden Mann oder Person Süssigkeiten anzunehmen – und schon gar nicht mitzugehen oder in ein Auto zu steigen. Im aktuellen Fall bot der 28-jährige Mann zwar Schokolade einem Kinde an, forderte es aber nicht auf, mitzukommen. «Schokolade anbieten ist kein Straftatbestand. Die Polizeibeamten mussten daher den Mann wieder auf freien Fuss setzen», so der Kapo-Mediensprecher. Der randständige Mann sei aber vor Ort von den Beamten erkennungsdienstlich erfasst worden. So wurden auch Fingerabdrücke abgenommen. Der Mann erhielt zudem die Auflage, für drei Monate dem Schulhaus fernzubleiben. Als er überprüft wurde, waren auch betroffene Eltern herbeigeeilt und verfolgten das Ganze vor Ort mit. Gemäss Mediensprecher Bernhard Graser taten diese ihren Unmut kund, dass der Mann trotz des Vorfalls nicht verhaftet wurde und weiter auf freiem Fusse bleibt.
Schulleitung informierte Eltern
Die Schulleitung der Schule Mellingen-Wohlenschwil informierte nach dem Vorfall über den internen Informationskanal der Schule. Die Infos gingen an Eltern und Erziehungsberechtigte von Kindern der Schule. «Wir informierten die Eltern über den Vorfall und teilten mit, dass die Ermittlungen der Polizei laufen», sagt Simon Koller, Mitglied Schulvorstand des Schulverbands Mellingen-Wohlenschwil. Weiter lobt Koller, dass die betroffenen Kinder und der Schulwart sich in dieser Situation vorbildlich und korrekt verhalten hätten. So seien die Kinder zusammengeblieben, ins Schulhaus gelaufen und hätten laut geschrien. Der herbeieilende Hauswart habe umgehend die Polizei informiert. Darauf sei der Mann weggegangen. Der Hauswart blieb dem Mann auf den Fersen, bis die Polizei eintraf.
Der Vorfall fand am schulfreien Mittwochnachmittag statt. Bei schönem Wetter nutzten jeweils viele Kinder, Jugendliche und Personen den öffentlichen Spielplatz und das Gelände der Schule, um sich zu treffen oder zusammen zu spielen.
Gerüchteküche brodelt
Gemäss Schule und Kapo ist es wichtig, sich an die bekannten Fakten zu halten. Bereits kursierten im Reussstädtchen Gerüchte, dass der Mann nicht nur Kinder ansprach, sondern auch versuchte, sie in ein Auto zu ziehen. Das stimmt nicht. Das zeigt, dass bei emotionalen Situationen, diese nicht immer mit den offiziellen Meldungen der Polizei übereinstimmen. Die Polizei rät daher, Ruhe in dieser Situation zu bewahren und sich nicht über soziale Medien auszutauschen «und in Hysterie zu verfallen». Trotzdem sei es wichtig, die Augen offen zu halten und bei Vorfällen immer umgehend den Notruf 117 zu wählen.
Debora Gattlen

