Entscheide für den Standort und die Zukunft
19.06.2026 Oberrohrdorf-StaretschwilOberrohrdorf: Grosses Mehr für die Erweiterung der Kreisschule Rohrdorferberg und zur Teiländerung der Nutzungsplanung Familiengärten
Das Thema Erweiterung Kreisschule Rohrdorferberg sorgte für viele Diskussionen. Nicht in Frage stand, dass es mehr Platz ...
Oberrohrdorf: Grosses Mehr für die Erweiterung der Kreisschule Rohrdorferberg und zur Teiländerung der Nutzungsplanung Familiengärten
Das Thema Erweiterung Kreisschule Rohrdorferberg sorgte für viele Diskussionen. Nicht in Frage stand, dass es mehr Platz braucht. Aber für einige ist die Erweiterung überdimensioniert. Es gab trotzdem ein deutliches Ja.
Die Hinterbächlihalle war sehr gut besetzt. 201 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger waren vor Ort. Der Besucheraufmarsch spiegelte die Wichtigkeit des Traktandums «Erweiterung des Oberstufenzentrums Rohrdorferberg» wider. Frau Vizeammann Severine Jegge sagte: «Der Gemeinderat ist überzeugt, dass der Bau dieser Anlage auch eine Investition in die Zukunft für unserer Gemeinde ist. Bei einem Ja kann die bestehende Containerlösung endlich abgelöst werden.» Am Dienstagabend stimmten alle vier Schulverbandsgemeinden gleichzeitig über das Geschäft ab. Der Souverän in Oberrohrdorf befand über einen Bruttokredit-Anteil über 13,78 Millionen Franken.
Projekt mit mehr Schulraum
Bevor es zur Abstimmung kam, stellte Severine Jegge die Erweiterung der Schule in der Höhe von 41,1 Millionen den anwesenden Stimmbürgerinnen und -bürgern vor. Das Siegerprojekt «Torfmoos» überzeuge durch die Lage vor dem bisherigen Kreisschulhaus und der schlichten Formgebung der Baukörper. So verfügen die zwei neuen Schulbauten über Unterrichtszimmer und Spezialräume und ersetzen die heutigen Container. Lediglich zwei zusätzliche Schulräume sind vorgesehen. Unter den Schulkörpern wird zusätzlich eine unterirdische Doppelturnhalle gebaut. «Die Doppelturnhalle steht nicht nur den Schülerinnen und Schülern, sondern auch allen vier Gemeinden zur Verfügung», so Jegge. Zum Projekt kamen diverse Voten. Sabrine Schunk, ehemalige Schulleiterin der Primarschule Hinterbächli sagte: «Für mich sind die bisherigen Schulzimmer und die Container gemäss Belegungsplan zu wenig ausgelastet. Ich finde das Projekt überdimensioniert und die Kosten für das Projekt sind enorm.» Tobias Holenweger, Gemeinderat und Präsident der Baukommission Kreisschule Rohrdorferberg antwortete: «Zur Auslastung der bisherigen Schulzimmer kann ich nichts sagen. Ich gehe aber davon aus, dass nicht zehn Container gebraucht würden, wenn die Klassenzimmer unterbelegt wären.» Nachgefragt wurde auch, ob wirklich eine Doppelturnhalle nötig sei. Diese würde einen grossen Teil der Kosten der Erweiterung ausmachen. Hierzu sagte Holenweger, dass es viel teurer sei, eine Einzelturnhalle zu bauen. Zudem habe die Primarschule bereits angemeldet, dass sie künftig wegen steigender Schülerzahlen statt zwei, drei Turnhallen benötige. Gemeindeammann Thomas Heimgartner äusserte sich zu den Prognosen der Schülerzahlen: «Wir haben es jedes Mal bereut, wenn wir ‹geschmörzelt› haben.» Das sei auch damals beim Bau des Oberstufenzentrums vor 15 Jahren so gewesen. Deshalb müsse man nun umso teurer erweitern. «Keiner von uns besitzt eine Glaskugel. Wenn wir früher in Oberrohrdorf auch so gedacht hätten, würden wir heute nicht in der Dreifachturnhalle Hinterbächli die Gmeind abhalten», so Heimgartner. Michèle Graf, seit sechs Jahren Reallehrperson der Kreisschule Rohrdorferberg, sagte: «Das Votum ist gefallen, dass die Schulzimmer zu wenig ausgelastet sind. Ich sehe das anders. Die Lehrpersonen teilen sich sehr wohl die Schulräume. Es ist aber immer eine Herausforderung, Stundenpläne und die Ausnutzung der Räume zu planen. Mit der Erweiterung tun wir etwas für die Jugend, unsere Zukunft und schlussendlich für die Bildung.»
Zuviel oder zu wenig Schulräume
Andrea Steinmann, ehemalige Schulleiterin der Kreisschule Rohrdorferberg sagte: «Der Kreisschule fehlen Spezialräume, für Natur- und Technik, Schulküche und Textiles Werken. Die Frage ist, wie viel braucht es davon.» Mit der Erweiterung würde man Schulzimmer bauen, die zu einem grossen Teil der Woche schlicht leer stehen würden. Gemeinderat Tobias Holenweger sagte, dass es wenig überdimensionierte Schulprojekte gebe. Meist sei es umgekehrt. Ein prominentes Schulhaus dafür sei das Bez-Schulhaus Burghalde in Baden. Nach zwei Jahren hätte man da bereits wieder ein Provisorium gebraucht. Thomas Blunschi sagte: «Ich bin überzeugt, dass die von Fachleuten erstellten Prognosen nicht weit daneben liegen. Kalkuliert man zu knapp, wird das sicherlich teurer als ein leerstehendes Zimmer.» Nach den Voten stimmten die anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger mit 162 Jazu 18 Nein-Stimmen und 7 Enthaltungen dem Bruttokredit für die Erweiterung des Oberstufenschulzentrums zu.
Teiländerung Nutzungsplanung
Keine Voten gab es zur Teiländerung der Nutzungsplanung am Standort Staretschwil. Geplant ist, den Werkhof bei der Schule an einen neuen Standort zu verlegen. Dieser hat am bisherigen Standort die Kapazitätsgrenze erreicht. Während der öffentlichen Auflage waren 15 Einwendungen eingegangen. Nach der Einwenderverhandlung vom 15. April wies der Gemeinderat diese ab. Die Kritik richtete sich in erster Linie nicht gegen die Erstellung des Werkhofs, sondern gegen die Erstellung einer Sammelstelle. Der Souverän nahm die Teiländerung der Nutzungsplanung grossmehrheitlich und mit zehn Gegenstimmen an.
Die Jahresrechnung 2025 wurde von den Anwesenden durchgewunken. Die Rechnung schliesst bei einem gleichbleibendem Steuerfuss von 85 Prozent um 2,04 Millionen Franken besser ab als budgetiert. Es resultiert ein Ertragsüberschuss von 829 351 Franken. Zusätzlich wurde das Gemeindebürgerrecht für zwei Personen zugesichert.
Debora Gattlen

