Walter H. Rambousek wurde von der Stiftung Mozarteum Salzburg mit der «Silbernen Mozartmedaille» ausgezeichnet
Die «Silberne Mozartmedaille» erhalten wichtige Dirgenten und berühmte Sängerinnen und Sänger. Ende Januar wurde auch Walter H. Rambousek ...
Walter H. Rambousek wurde von der Stiftung Mozarteum Salzburg mit der «Silbernen Mozartmedaille» ausgezeichnet
Die «Silberne Mozartmedaille» erhalten wichtige Dirgenten und berühmte Sängerinnen und Sänger. Ende Januar wurde auch Walter H. Rambousek für seine Verdienste mit dieser Medaille ausgezeichnet.
Dem Mellinger Walter H. Rambousek wurde am 27. Januar
2026 eine besondere Ehre zuteil. Die Internationale Stiftung Mozarteum Salzburg verlieh ihm am 270. Geburtstag des Komponisten Wolfgang Amadé Mozart – 1756 in Salzburg geboren, 1791 in Wien gestorben – die «Silberne Mozartmedaille». Damit reiht sich Rambousek in eine Reihe prominenter Würdenträgerinnen und Würdenträger ein. Alle hatten sich um die Bestrebungen der Internationalen Stiftung Mozarteum in ausserordentlicher Weise verdient gemacht. Vor Rambousek erhielten unter anderem der italienische Dirigent Riccardo Muti oder auch der Sänger Peter Schreier die silberne Medaille. Ebenfalls damit ausgezeichnet wurden die beiden Schweizer Sängerinnen und Mozart-Interpretinnen Maria Stader (1956) und Edith Mathis (1976). Rambousek ist erst der dritte Schweizer, dem von der Stiftung Mozarteum Salzburg eine solche Ehrung ausgesprochen wurde.
Klassische Musik seit der Kindheit
Als man ihm Anfang Dezember 2025 mitteilte, dass er für seine Verdienste zugunsten der Stiftung – Walter H. Rambousek war seit 2010 über 14 Jahre lang Mitglied des Beirates der Stiftung Mozarteum – gewürdigt werde, sei er zunächst erschrocken. «Dann aber habe ich mich riesig gefreut», erzählt der 79-Jährige in seiner Wohnung in Mellingen. Dort fällt der Blick auf eine gut sortierte Bücherwand. Er besitze bestimmt mehr als hundert Bücher über Mozart, erklärt Rambousek, primär Sachbücher. «Alle gelesen», sagt der Mozart-Experte, der in seiner Wohnung keinen Fernseher hat.
Wie entstand diese grosse Leidenschaft? Die klassische Musik sei ihm sozusagen in die Wiege gelegt worden, Klavierunterricht. Weil er ausserdem eine schöne Stimme hatte, was seinem Lehrer auffiel, konnte er einige Jahre lang im Opernhaus in Zürich den Knabensopran und damit die meisten Knabenrollen singen. «Die Kompositionen von Mozart haben mich in ihrer Tiefgründigkeit am meisten fasziniert». So sei es geblieben – bis auf einen kleinen Abstecher in die Romantik während der Pubertät.
Der Weg in den Stiftungs-Beirat
Rambousek studierte Ökonomie, arbeitete zunächst für den Bankverein, dann als Stratege bei der UBS in der weltweiten Vermögensverwaltung. Er organisierte unter anderem mehrwöchige Sommercamps für die Söhne und Töchter vermögender Unternehmerfamilien, zunächst in Zürich, schliesslich auch in Salzburg. Dadurch kam er erstmals in Kontakt mit der Internationalen Stiftung Mozarteum in Salzburg. Er lernte den Präsidenten Johannes Honsig-Erlenburg kennen und besuchte mit ihm im Dezember 2008 das Abschiedskonzert des Jahrhundert-Pianisten Alfred Brendel in Wien.
«Danach fragte mich Honsig-Erlenburg, ob ich Einsitz nehmen möge im Beirat der Stiftung Mozarteum». Rambousek sagte zu und liess zunächst sein Strategie-Wissen in die Stiftung einfliessen. Er verschlankte die Gremien und machte sie effizienter. Rambousek trug auch massgeblich dazu bei, dass Mozarts Konzertflügel renoviert werden konnte. Von einem «unglaublich schön klingenden Flügel» spricht er, man hört die Leidenschaft aus seinen Worten. Heute steht dieser Flügel im Tanzmeisterhaus in Salzburg, dem einstigen Wohnhaus der Familie Mozart. Ein Flügel, der nur von ausgewählten Pianisten bespielt werden darf. Schliesslich engagierte sich der Mellinger als Stifungs-Beirat auch bei der Verbreitung des Erbes von Wolfgang Amadé Mozart in der Schweiz. 2016 organisierte er «Meeting Point Mozart» aus Anlass der Reise Mozarts durch die Schweiz im Jahr 1766. Das sollte vor allem Jugendlichen den Zugang zur klassischen und besonders zur Musik Mozarts ermöglichen. «Das war ein Riesenerfolg», schwärmt Rambousek. Diese unterschiedlichen Verdienste rund um Mozart und die Stiftung gereichten Walter H. Rambousek schliesslich zur «Silbernen Mozartmedaille». – Auch die noch etwas bedeutendere «Goldene Mozartmedaille» existiert. Diese erhielten in jüngster Zeit unter anderem der Dirigent Nikolaus Harnoncourt, sowie die Pianisten Andràs Schiff und Alfred Brendel.
«Es waren 14 tolle Jahre». Im Alter von 78 Jahren trat Rambousek Anfang 2025 aus dem Beirat zurück. Zwar hört er bei der Mozarteum-Stiftung auf, in der Region aber bleibt genug zu tun. Er unterstützt den Geiger Sebastian Bohren, der in Mellingen die Schule besuchte und 2023 das Brugg Festival gegründet hat. Auch in diesem Rahmen soll primär Jugendlichen die klassische Musik nähergebracht werden. Und davon, so viel sei hier verraten, soll auch Mellingen profitieren.
Heidi Hess