Es gibt eine Wärmepumpe mit Erdsonde
19.06.2026 RemetschwilRemetschwil: Die Sanierung der bald 50-jährigen Mehrzweckhalle gab an der Sommer-Gmeind am meisten zu reden
Die Gemeindeversammlung von Remetschwil hat am Dienstagabend allen Geschäften zugestimmt. Am Anfang der Gmeind wurde der Kreditanteil von 6,81 Millionen Franken ...
Remetschwil: Die Sanierung der bald 50-jährigen Mehrzweckhalle gab an der Sommer-Gmeind am meisten zu reden
Die Gemeindeversammlung von Remetschwil hat am Dienstagabend allen Geschäften zugestimmt. Am Anfang der Gmeind wurde der Kreditanteil von 6,81 Millionen Franken für die Erweiterung des Oberstufenzentrums einstimmig genehmigt.
Die Gmeind am Dienstag ist etwas ungewohnt», sagte Frau
Gemeindeammann Vreni Sekinger zu Beginn der Versammlung. Der Grund war die gleichzeitige Abstimmung der vier Gemeinden zur Erweiterung der Kreisschule in Niederrohrdorf (siehe Titelseite). Sekinger erläuterte das Siegerprojekt «Torfmoos» und bezeichnete die Investition als sinnvoll. «Am meisten zu reden gab nicht der Bau, sondern die Grundlagen der Schülerprognosen», sagte sie. Es gab keine Fragen. Die 124 Anwesenden stimmten dem Traktandum 2 einstimmig zu – Applaus brandete in der Mehrzweckhalle auf. Bei den lokalen Themen gab es mehr Diskussionen. Um die Mehrzweckhalle ging es nämlich auch. Der Gemeinderat beantragte einen Verpflichtungskredit über 2,94 Millionen Franken für die Sanierung. Die Halle wurde 1978 erstellt. «Sie ist mehr oder weniger noch im Originalzustand», erklärte die Frau Gemeindeammann. Vordringlich sei der Ersatz der Ölheizung, welche ihre Lebensdauer überschritten habe. Man wolle sie nur noch einen Winter brauchen. Varianten seien geprüft worden: eine Wärmepumpe mit Erdsonde, eine Luft/Wasser-Wärmepumpe mit einer PV-Anlage auf dem Dach. Der Gemeinderat plädierte für die Variante Luft/Wasser-Wärmepumpe. Ein Bürger regte an, eine Wärmepumpe mit Erdsonde zu prüfen. Diese brauche weniger Strom. Damit könne man im Sommer auch kühlen, meinte ein anderer. Sekinger erklärte, für eine Erdsonde müsse man 2500 Meter bohren und diese koste 170 000 Franken mehr. Doch weitere Remetschwiler beharrten darauf, dass die Gemeinde die Erdsonden-Variante prüfen soll.
Rückweisung knapp abgelehnt
Ein Rückweisungsantrag wurde mit 51 Ja- zu 55 Nein-Stimmen knapp abgelehnt. Zwei Heizungsvarianten wurden einander gegenübergestellt. 38 stimmten für die Lösung des Gemeinderats, 46 für die Erdsonden-Lösung. In der Schlussabstimmung wurde der Kredit mit dem klaren Auftrag, die Ölheizung durch eine Erdsondenheizung zu ersetzen, mit 85 Ja- zu 6 Nein-Stimmen angenommen. Neben der Heizung sollen unter anderem die Lüftung, die WC-Anlage, die Fenster (Brandschutz) sowie das Dach erneuert und neues Mobiliar angeschafft werden. Die Halle werde für vier Monate nicht benutzbar sein. «Es sind kreative Lösungen gesucht für die Schule und die Vereine», erklärte Vreni Sekinger. Eine leerstehende Scheune wäre ideal, die Gemeinde dankt für Hinweise.
Ja zu Pumpwerk und Abrechnungen
Ein weiteres grosses Geschäft war der Verpflichtungskredit über 1,876 Millionen Franken für den Ersatz des Pumpwerks Schürmatte und die Sanierung der Quellfassungen. Gemeinderat Roman Wyler erläuterte kompetent, wo die Ortsteile ihr Wasser beziehen. Dieses sei einwandfrei. Doch die Infrastruktur ist teilweise veraltet. Auch dieser Kredit passierte ohne Gegenstimmen. Der Gemeinderat legte auch drei Kreditabrechnungen vor. Der Kredit für die Sanierung der Deponie Bachtobel mit Bachöffnung wurde netto um 51 134 Franken unterschritten und die Abrechnung genehmigt. Ebenso sagten die Remetschwiler Ja zur Abrechnung für die Sanierung Im Goger/Zopfstrasse Teil 1, die um 80 547 Franken teurer ausfiel. Der Kredit für die Sanierung Zopfstrasse Teil 2 wird laut Roman Wyler an die Winter-Gmeind 2026 oder 2027 kommen. Ebenso abgesegnet hat die Versammlung die Kreditabrechnung für die flächendeckende Einführung von Tempo 30. Der Kredit wurde um 39149 Franken unterschritten. «Die meisten haben sich nun an Tempo 30 gewöhnt. Aber nicht alle», sagte Gemeinderat Urs Herzog. Der «Stein des Anstosses», eine Signalisation, die beim Restaurant Post in der Strasse stand und manchen nervte, stehe inzwischen auf dem Trottoir.
Zugestimmt hat die Gmeind auch einem Kauf der Parzelle Nummer 1069 mit 6088 Quadratmetern neben der Schule für 2,74 Millionen Franken. Weil sie in der öffentlichen Zone liegt, sei ihre Nutzung für die privaten Besitzer kompliziert. Sie wird zur Landreserve für öffentliche Vorhaben. Auch genehmigt hat die Gmeind der Erhöhung des Stellenetats für die Technischen Dienste von 400 auf 480 Prozent.
Rechnung schloss positiv ab
Gemeinderat Matthias Grob erläuterte die Rechnung 2025, die mit einem Mehrgewinn von 1075841 Franken gegenüber dem Budget positiv abschloss. Zwei Drittel des Resultats sei auf Mehrerträge bei den Steuern, ein Drittel auf Kostenminderungen zurückzuführen. Remetschwil ist in der glücklichen Situation, 2025 ein Vermögen von 2352 Franken pro Einwohner/in aufzuweisen. Dies wird sich ändern, wenn grössere Investitionen anstehen. Die Rechnung wurde angenommen. Kurzfristig zurückgezogen hat der Gemeinderat das Traktandum zum Verkauf des ehemaligen Feuerwehrgebäudes Busslingen.
Nach der Gemeindeversammlung lud die Gemeinde in der lauen Sommernacht draussen zu einem «Apéro riche» ein. «Mammi’s Catering» aus Oberrohrdorf durfte ihn ausrichten.
Marc Benedetti

