Oberrohrdorf: Exhibitionist entblösste sich vor Kindern
20.01.2026 Oberrohrdorf-StaretschwilDie Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal konnte letzte Woche einen Fahndungserfolg verbuchen
Ein Exhibitionist sorgte beim Schulhaus Hinterbächli bei Eltern für grosse Besorgnis. Der Mann entblösste sich am 13. Januar mehrfach vor Kindern. Es folgte eine ...
Die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal konnte letzte Woche einen Fahndungserfolg verbuchen
Ein Exhibitionist sorgte beim Schulhaus Hinterbächli bei Eltern für grosse Besorgnis. Der Mann entblösste sich am 13. Januar mehrfach vor Kindern. Es folgte eine Grossfahndung.
Nicht immer bedeutet der 13. Unglück. Dieses Mal wurde aber der Tag einem Exhibitionisten zum Verhängnis. Der ortsansässige Mann entblösste sich bereits am Nachmittag beim Schulhaus Hinterbächli mehrmals vor Kindern. Die Kinder reagierten richtig und erzählten dies ihren Eltern. Diese wählten umgehend die Notrufnummer 117 und gaben eine genaue Personenbeschreibung durch. Eine Patrouille der Kantonspolizei und der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal rückten nach Oberrohrdorf aus. «Am Nachmittag trafen wir trotz ausgedehnter Suche niemanden an», sagt Roger Lenherr, Polizeichef ad interim der Regionalpolizei. Doch es blieb nicht lange ruhig am Berg. Der Exhibitionist trieb am Abend weiter sein Unwesen. Er liess erneut in der Nähe der Schule vor Kindern seine Hose hinunter. Um 20 Uhr ging ein weiterer Anruf bei der Notrufzentrale ein. Wieder rückten die Kapo und die Repol mit Patrouillen aus. Und dieses Mal ging der Exhibitionist einer Fusspatrouille der Repol ins Netz.
Patrouille war zu Fuss auf der Pirsch
«Am Abend des 13. Januars konnte eine Patrouille der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal einen Exhibitionisten festnehmen», führt Repolchef Roger Lenherr aus. «Wir hatten eine sehr gute Beschreibung», sagt er. Dieses Mal liess die Repolpatrouille ihr Dienstfahrzeug stehen und machte sich zu Fuss in der Nähe der Schule auf einer Seitenstrasse auf die Suche. Und sie hatten den richtigen Riecher. Ein jüngerer Mann, auf den die Beschreibung der Kinder passte, lief unbefangen der Patrouille entgegen. «Wir sprachen den Mann an und kontrollierten ihn», so Lenherr. Schnell hätten beim Gespräch die Polizeibeamtin und der -beamte bemerkt, dass der Mann nervös wurde und zu schwitzen begann. Da er keinen Ausweis dabei hatte, wurde er auf den Posten der Kantonspolizei in Baden zur Leibesvisitation und weiterer Befragung mitgenommen. Lenherr: «Der Mann hat rasch zugegeben, dass er vor Kindern mehrmals die Hose runterlassen hat.» Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Baden wurde der Mann inhaftiert und ein Verfahren eröffnet. Die weitere Sachbearbeitung obliegt der Kantonspolizei. Es werden weitere Abklärungen getroffen, ob der Inhaftierte auch für bisher nicht zugewiesene Taten im Kanton in Frage kommt. So werden Täterbeschreibungen verglichen und Aussagen überprüft. «Wir sind froh, dass die Repol den Exhibitionisten aus dem Verkehr ziehen konnten, damit sich die Kinder und deren Eltern in Oberrohrdorf wieder sicher fühlen können», sagt Roger Lenherr.
Schule informierte über Chat
Die Schule handelte nach dem Vorfall umgehend und informierte die Eltern über den Whatsapp-Chat der Schule. «Die Schulleitung nimmt Hinweise und Sorgen von Eltern sehr ernst. Die Sicherheit unserer Schülerinnen und Schüler hat für uns oberste Priorität. Wir stehen in Kontakt mit zuständigen Stellen und folgen jeweils den empfohlenen Vorgehensweisen», schreibt Carole Feusi von der Schulleitung Oberrohrdorf dem «Reussbote». Die Primarschule würde zudem mehrmals im Jahr präventiv über die Sicherheit auf dem Schulweg mit den Schülerinnen und Schülern sprechen. Zusätzlich werden Eltern aufgefordert, mit ihren Kindern zu Hause darüber zu sprechen. «Die Hauptverantwortung der Schulwegsicherheit liegt jedoch im Zuständigkeitsbereich der Eltern», so Feusi. Vor der Schule befragte am Mittwoch der «Reussbote» auch Eltern zum Vorfall. Sabrina Würsch sagt: «Wir wurden am
Dienstag über den Whatsapp-Chat der Schule über den Vorfall informiert. Eltern wurden aufgefordert ihre Kinder zu begleiten und auf sie aufzupassen.» Als Mutter eines Kindergartenkindes sei sie froh, dass die Schule so schnell informierte. «Wir haben das zu Hause thematisiert und sind erleichtert, dass die Repol den Mann fasste.» – Für den mutmasslichen Täter gilt bis zum Vorliegen eines richterlichen Urteils, wie für alle Beschuldigten, die Unschuldsvermutung.
Debora Gattlen

