Mellingen und Wohlenschwil: Das Projekt für Vernetzungsmassnahmen im Ägelmoos und entlang des Schwarzgrabens liegt öffentlich auf
Die Umfahrung konnte gebaut werden, weil gleichzeitig ökologische Aufwertungen geplant wurden. Zum Beispiel ein ...
Mellingen und Wohlenschwil: Das Projekt für Vernetzungsmassnahmen im Ägelmoos und entlang des Schwarzgrabens liegt öffentlich auf
Die Umfahrung konnte gebaut werden, weil gleichzeitig ökologische Aufwertungen geplant wurden. Zum Beispiel ein Gelbbauchunken-Tümpel, Asthaufen oder Wieselburgen.
Im Ägelmoos und beim Schwarzgraben sollen Biber, Libellen, Gelbbauchunken, Wiesel oder Wildbienen mehr Tümpel, Sandlinsen, Astund Steinhaufen finden. Kurz: Eine Umgebung, die den Wildtieren, den Amphibien und Insekten genügend Nahrung und Unterschlupf bietet. So lautete die Bedingung von Natur- und Umweltverbänden, als sie im Jahr 2018 gegen das Strassenbauprojekt «Umfahrung Mellingen» Beschwerde erhoben. Diese neue Strasse war in die grüne Wiese beim Ägelmoos geplant. Das Projekt konnte erst realisiert werden, nachdem eine Vereinbarung zwischen dem kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt, der Stadt Mellingen und der Gemeinde Wohlenschwil sowie den beiden Verbänden abgeschlossen wurde: Das an die Umfahrung grenzende Gebiet Ägelmoos und Schwarzgraben sollte ökologisch aufgewertet werden.
Im Ägelmoos soll vernetzt werden
Mittlerweile rollen seit vier Jahren – seit Oktober 2022 – Lastwagen, Autos und Traktoren über die Umfahrungsstrasse. Seither wurden verschiedene Ausgleichsmassnahmen umgesetzt. Nun liegt in der Stadt Mellingen und in der Gemeinde Wohlenschwil bis zum 21. Oktober 2026 ein weiteres Projekt öffentlich auf: Diese Aufwertungsmassnahme trägt den Titel «Vernetzung Schwarzgrabenmündung Ägelmoos». Bauherrin ist die Abteilung Landschaft und Gewässer des Aargauer Umweltdepartementes, Projektverfasser ist das Aarauer Ingenieurbüro für Fluss und Wasserbau Hunziker, Zarn und Partner. Seit der Vereinbarung seien mehrere Varianten durch den Kanton geprüft und mit den Verbänden besprochen worden, erklärt auf Anfrage Jana Möller, Projektleiterin in der Abteilung Landschaft und Gewässer. Geeignete Flächen in Mellingen und Wohlenschwil wurden ins Auge gefasst und Massnahmen geplant, in enger Zusammenarbeit mit Direktbetroffenen und Verbänden.
Auch eine Wand für Uferschwalben
Die Pläne zeigen nun vielfältige Habitate für verschiedene Tiere und Pflanzen sowie auch zusätzlicher Lebensraum für Spezialisten, etwa einen Tümpel für die Gelbbauchunke oder den Laubfrosch. Vorgesehen ist zudem eine Uferschwalbenwand. Diese Wand wird während der Brutzeit umzäunt, um die Vögel vor Mardern oder Füchsen zu schützen. Im Projektgebiet sollen zwei Wieselburgen errichtet werden. Vier Winterlinden sollen gepflanzt werden, drei Traubeneichen, Auengehölze und ganze Gruppen von einheimischen Sträuchern.
Anders als die Wiesel, die beim Burgenbau menschliche Unterstützung erhalten, soll der Biber im Schwarzgraben seine Burgen selber gestalten. Entlang des Schwarzgrabens werden einzelne Schwarzerlen gepflanzt. Ökologisch interessant ist dort auch eine Aufweitung des Bachbetts. Darüber hinaus soll die Vernetzung des Schwarzgrabens bis zur Reussmündung unter der Birrfeldstrasse hindurch verbessert werden. Bei hohem Wasserstand erreichen wandernde Amphibienarten heute nämlich die andere Seite nur über die Birrfeldstrasse, mit sämtlichen damit verbundenen Gefahren. Im Bereich Schwarzgraben sind vor allem Erdarbeiten nötig: So wird etwa bei der Mündung in die Reuss Boden ausgehoben. Dadurch entsteht eine Geländeabsenkung. Sie führt dazu, dass dieses Gebiet je nach Wasserstand temporär überflutet wird.
Der Kanton trägt die Baukosten für die ökologische Aufwertung, die sich auf 568 000 Franken belaufen.
Heidi Hess