Feuerwehr-Einsatz an Heiligabend in Büblikon nötig
09.01.2026 WohlenschwilUnbekannte zündeten am 24. Dezember das WC-Häuschen auf dem Spielplatz-Areal an
Angehörige der Feuerwehr Regio Mellingen mussten, statt in Ruhe mit ihren Familien feiern zu können, am frühen Abend des 24. Dezember zuerst zu einem Brand nach Büblikon ...
Unbekannte zündeten am 24. Dezember das WC-Häuschen auf dem Spielplatz-Areal an
Angehörige der Feuerwehr Regio Mellingen mussten, statt in Ruhe mit ihren Familien feiern zu können, am frühen Abend des 24. Dezember zuerst zu einem Brand nach Büblikon ausrücken. Es war das dritte Vandalismus-Ereignis auf dem Spielplatz in kurzer Zeit.
Am 24. Dezember um 17.41 Uhr geht ein Alarm bei der Feuerwehr Regio Mellingen ein. Kleinbrand am Spielplatz Wohlenschwil-Büblikon. Die Toi-Toi-WC-Kabine steht in Vollbrand. «Wir sind natürlich allzeit bereit», sagt Feuerwehr-Kommandant Patrick Schibli auf Anfrage. «Aber es ist schon ärgerlich, wenn unsere Einsatzkräfte mit ihren Familien zusammen sein möchten und sich jemand einen solchen Scherz erlaubt.» 60 Feuerwehrleute wurden alarmiert, 28 rückten mit dem Tanklöschfahrzeug aus. «Wir hatten das relativ schnell im Griff», erklärt Schibli. Der Einsatz sei nach rund einer Stunde beendet gewesen. Die Kantonspolizei war ebenfalls vor Ort. Laut dem Feuerwehr-Kommandanten blieb es ansonsten ruhig über die Weihnachtstage. Es gab diesmal keine Brände wegen Adventskranz- oder Weihnachtsbaum-Kerzen, sagt der Kommandant.
Es war schon der dritte Vorfall
Zurück zum Spielplatz: Am Boden zeugt momentan nur noch ein Haufen verbrannten Plastik vom Toi-Toi WC-Häuschen. «Der Brand wurde von Spaziergängern bemerkt, die dann die Feuerwehr alarmierten», sagt Christoph Bhend vom Spielplatzverein Wohlenschwil. «Im Aufgebot der Feuerwehr war auch eines unserer Vorstandsmitglieder.» Der Spielplatzverein unterhält den Spielplatz, der sich im Eigentum der Gemeinde befindet. Er wurde 2024 nach einem Umbau neu eröffnet. Im vergangenen Monat gab es drei Fälle von Vandalismus. Am 28./29. November wurde der Spielplatz mit Graffiti verunstaltet. «Diese Spuren hatten wir gereinigt und weggeschliffen», erklärt Bhend. Am 1. Dezember wurde die WC-Kabine umgeworfen und nun also der Brand. Der Verein bedauert den Vorfall und dankt der Feuerwehr für ihren Einsatz, ist auf einem Zettel mit Fotos am Eingang zu lesen. «Seitens des Spielplatzvereins wünschen wir uns, dass dies auch weiterhin ein Ort für Kinder und Familien sein kann, der zum Verweilen einlädt und gerade auch für Jugendliche einen Rückzugsort bieten kann», sagt Christoph Bhend. «Wir möchten deshalb nicht wegen ganz wenigen Individuen Massnahmen ergreifen müssen, die sich auf die zahlreichen Besucher auswirken, die unseren Spielplatz schätzen und ihm Sorge tragen.» Beschliessen über Massnahmen kann ohnehin nur die Gemeinde als Eigentümerin. Laut Gemeindeammann Roger Aerne ist die Gemeinde bereits in Kontakt mit dem Spielplatzverein und dem WC-Vermieter. «An der kommenden Gemeinderats-Sitzung werden wir weitere Schritte besprechen», sagte er dem «Reussbote».
Der Entscheid liegt bei der Gemeinde, ob weiterhin eine gemietete WC-Kabine zur Verfügung gestellt wird. «Der Verein und die Bevölkerung wünschen sich dies sicher», sagt Christoph Bhend. Gerade in den warmen Monaten sei der Spielplatz sehr stark besucht. «Ohne WC-Kabine würde vermutlich wieder auf das benachbarte Wäldchen ausgewichen», so der ehemalige Vereinspräsident. Sein Nachfolger seit 2025 als Präsident ist Roland Leutenegger. Laut Bhend kostet ein Toi Toi rund 2500 Franken. Für den Schaden kommt wohl eine Versicherung auf. Die Arbeit und die Einsätze kosten aber ebenfalls eine Stange Geld.
Unmut regt sich im Dorf
Derweil regt sich Unmut über die Vandalenakte (siehe Leserbrief Seite 7). «Hoffentlich können die Übeltäter gefasst werden – man sollte sie namentlich an den Pranger stellen wie im Mittelalter», schreibt die ehemalige Frau Vizeammann und Friedensrichterin Nadia Diserens pointiert.
Die Hoffnung, dass die Täterschaft gefunden wird, ist jedoch klein. Eine Patrouille der Kantonspolizei war zwar vor Ort. Die Sache ist rapportiert, wird aber nicht weiter untersucht. «Es liegen uns keine Hinweise auf die Täterschaft vor», sagt ein Sprecher, «Vandalenakte sind immer schwierig zu klären.» Es handle sich wahrscheinlich um Brandstiftung. Vielleicht stosse man bei einem anderen Fall auf die Täterschaft und habe mehr Erfolg.
Marc Benedetti

