Mellingen: Der Floh- und Antiquitätenmarkt lockte bei sonnigem Spätsommerwetter Tausende ins Städtchen
Der zweite Floh- und Antiquitätenmarkt dieses Jahres lockte am Sonntag Tausende in die Altstadt. 100 Marktfahrer boten auf 400 Metern jede Menge Trouvaillen ...
Mellingen: Der Floh- und Antiquitätenmarkt lockte bei sonnigem Spätsommerwetter Tausende ins Städtchen
Der zweite Floh- und Antiquitätenmarkt dieses Jahres lockte am Sonntag Tausende in die Altstadt. 100 Marktfahrer boten auf 400 Metern jede Menge Trouvaillen an.
lter Schmuck, Kristalle, Kleider oder Schuhe gefällig? Geschirr, Kruzifixe, Metallbeschläge? Oder Spiele, Puzzles, Comicbände und viele Bücher: Das Angebot an feilgebotenen Waren war wiederum enorm. Marktfahrer aus der ganzen Schweiz waren präsent. Es hatte Stände an der Kleinen Kirchgasse bis zum Ibergplatz, der Grossen Kirchgasse. Die Scheunengasse und die Bruggerstrasse waren ebenfalls Marktmeilen. Gegen Mittag drängten mehr und mehr Leute ins Städtli. Doch es herrschte nie ein Gedränge. Man hatte genug Platz, um einen Schwatz mit den Verkaufenden zu halten – vielleicht ist dies ein Charakteristikum des Mellinger Flohmarktes. Die Kundschaft freute sich über das vielfältige Angebot. Manuela Wegelin, die mit ihren Kindern unterwegs war, kaufte für sich ein paar Schuhe. «Meine Tochter Enia hat ein Donald-Duck-Buch erworben, mein Sohn Nael köchelt gerne und fand eine Pfanne und eine Schöpfkelle», sagt die Mutter.
Vielfältiges Verpflegungsangebot
Wer nach all dem Schauen, Stöbern, Schnäppchenjagen Lust auf eine Pause hatte, fand überall etwas für den Magen. An der Hauptgasse, konnten Restaurants wieder einmal ohne Baulärm ihre Terrassen öffnen. Die Associazione Italia Nostra schöpfte im Vereinslokal rund 30 Kilo Spaghetti aus. Der Fischereiverein Reuss Mellingen verkaufte an der Bruggstrasse circa 40 Kilo Zander-Chnusperli. «Wir haben diesmal extra noch ein paar Kilo mehr gekauft», sagt Sony Hürlimann. Bratwürste vom Grill gabs beim Schiesssportverein vor dem Rathaus. Wer Süsses bevorzugt, wurde wiederum an Berners Crêpe-Stand verwöhnt (bereits zum 10. Mal am Markt) oder genoss gebrannte Mandeln oder Magenbrot bei Roger Wohlgemuth aus Tübach/SG, der sogar zum 30. Mal am Markt teilnahm.
Damit all das zwei Mal im Jahr möglich ist, braucht es im Hintergrund viele fleissige Heinzelmännchen und -weibchen. Die siebenköpfige Marktkommission organisiert jeweils die zwei Flohmärkte und den Weihnachtsmarkt in Mellingen. «Es ist für uns eine rechte Herausforderung», sagt Marktkommissions-Präsident Roberto Feroldi. Er ist zufrieden mit dem Ergebnis. «Es kamen rund 100 Marktfahrer, die auf 400 Laufmetern ihre Waren anboten. Im Frühling sind es traditionell mehr, da hatten wir 120 Verkäufer auf 500 Laufmetern.» Auf gewisse Lücken in den Gassen angesprochen, meint Feroldi, es gebe jeweils kurzfristige Absagen. Die Verkäuferinnen und Verkäufer seien aber immer sehr interessiert zu kommen. «Ich habe wieder Stimmen gehört, es sei einer der schönsten Märkte.»
Viel Arbeit dahinter
Er und Daniel Bichsel hatten es am Sonntag streng. Sie wiesen frühmorgens die Marktfahrer ein und waren tagsüber mit ihren gelben Jacken unterwegs. «Nach dem Markt besuche ich jeweils die Aussteller und frage, ob alles geklappt hat. Sie sollen spüren, dass sie ernst genommen werden», sagt Bichsel. Eine «Knochenjob» erledigte vor dem Markt Sybille Roth, welche die Anmeldungen entgegennimmt, die (Extra-)Wünsche möglichst alle berücksichtigt und das Inkasso macht. «Die Marktkommission ist auch der Stadt und dem Leiter der Altstadt-Baustelle dankbar, dass die Baufirma die Gassen und Plätze so instandstellte, dass wir keine Laufmeter verloren und die Zufahrten gewährleistet waren», sagt Roberto Feroldi.
Marc Benedetti