Fondue essen in der Wüste Arizonas
20.02.2026 NiederrohrdorfFamilie Hager wagte den Schritt vom Rohrdorferberg in die USA. Ein Fernsehsender war dabei
Cornelia Hager erfüllte sich einen Traum und zog mit ihren Kindern nach Arizona (USA), um dort in der Sonora-Wüste ein luxuriöses Camping-Resort zu eröffnen. In der heissen Phase ...
Familie Hager wagte den Schritt vom Rohrdorferberg in die USA. Ein Fernsehsender war dabei
Cornelia Hager erfüllte sich einen Traum und zog mit ihren Kindern nach Arizona (USA), um dort in der Sonora-Wüste ein luxuriöses Camping-Resort zu eröffnen. In der heissen Phase vor der Eröffnung begleitete sie ein Kamerateam der Sendung «Adieu Heimat».
Es gibt Menschen, die brauchen die Berge und Seen. Ich brauche diese Weite», schwärmt Cornelia Hager, als sie via Whatsapp-Telefonie von ihrer Faszination für die Wüstenlandschaft Arizonas erzählt. Eine Ranch in der Sonora-Wüste, die mit ihren mächtigen Saguaro-Kakteen wie eine klassische Westernkulisse aussieht, ist heute ihr neues Zuhause – und das ihrer beiden Kinder Philipp (14) und Leonie (11), die sich hier ebenfalls schon richtig heimisch fühlen. Aber der Reihe nach: Wie verschlug es die Familie von Niederrohrdorf überhaupt in den Südwesten der USA? Und was bitteschön ist «Glamping»? Bereits vor 25 Jahren bei einem ersten Besuch in Phoenix/Arizona habe sie sich in die Landschaft verliebt, erzählt die deutsch-schweizerische Doppelbürgerin, die 2007 aus Köln in die Schweiz kam. Vor ihrer Auswanderung nach Amerika war sie Geschäftsführerin der Pferderennbahn Zürich-Dielsdorf und pendelte täglich zwischen Zürich und Niederrohrdorf, wo die Familie lebte und die Kinder auch zur Schule gingen. «Glamping» ist genau genommen eine Wortkreuzung aus Glamour und Camping. «Glamping ist eine Übernachtung in der Natur, aber ohne auf Komfort zu verzichten», fasst es Cornelia Hager zusammen. Die Idee, in den USA ein Resort für Camper mit gewissem Anspruch zu eröffnen, sei über längere Zeit gereift, erzählt Hager. Sie selbst machte zuvor mehrfach im Westen der USA Glamping-Urlaub. Erfahrung in der Hotellerie hatte die gelernte Betriebswirtschafterin selbst zwar nicht, dafür jede Menge Erfahrung mit dem Organisieren von Events.
Neun Monate im Wohnwagen
Blauäugig startete Familie Hager aber keineswegs in das Auswanderer-Abenteuer. Denn ohne einen Businessplan wäre die USA-Einreise gar nicht möglich gewesen – die Familie besitzt ein sogenanntes Investorenvisum. «Das Konzept muss schon Hand und Fuss haben», erklärt Cornelia Hager. Eines stand jedoch noch nicht fest, als sie im März 2024 in die Staaten flogen: der Standort des künftigen Glamping-Resorts. Bis dahin war es buchstäblich ein langer Weg: 13 000 Meilen legten die Drei auf der Suche nach dem richtigen Platz zurück, durchquerten Kalifornien, Arizona und Texas. Auf der neunmonatigen Reise lebten sie in ihrem Trailer, wie die typischen amerikanischen Wohnwagen heissen. Die Kinder unterrichtete Hager währenddessen selbst: «Das war eine super Zeit, wir haben viel zusammen erlebt. So etwas macht man nur einmal im Leben», erinnert sich die 46-Jährige zurück. Andere träumten davon, nur schon einmal im Leben in den Ferien so durchs Land zu reisen. Die Basis während ihrer Suche war stets Phoenix/Arizona. Schliesslich zog es sie auch wieder dorthin zurück – genaugenommen zwei Stunden südlich in die Kleinstadt Marana. Einige Meilen ausserhalb fanden sie mit der Aquablanca-Ranch den perfekten Ort, um mitten in der Wüste und umgeben von Saguaro-Kakteen ihren Traum zu verwirklichen. «Saguaro Glamp» heisst passenderweise das Resort, das Cornelia Hager zunächst nur mit taträftiger Unterstützung der Kids aufzubauen begann. «Es war learning by doing», erzählt sie. Die ersten Zimmer der Ranch hätten sie allein renoviert, später half ein Mitarbeiter. (ml)
Das Fernsehen war mit von der Partie
Mittlerweile stehen drei Zelte sowie zwei Lehmhäuser, sogenannte «Casitas» für die Gäste bereit. «Die Zelte sind beheizt. Im Winter sind die Nächte in der Wüste sehr kalt», erzählt Cornelia Hager über die Luxus-Zelte, die mit richtigen Betten und einer Glasfront ausgestattet sind. Fliessend Wasser, gespeist aus zwei Quellen sowie Solarstrom gibt es ebenfalls. Während der Sommermonate ist das Resort aufgrund der Hitze geschlossen. Dafür herrschen jetzt im Winter angenehme 23 Grad. Und Sonne ist natürlich an 90 Prozent der Tage garantiert: «Es gibt nichts Schöneres als morgens von der Sonne geweckt zu werden», schwärmt die Unternehmerin vom Glamping-Erlebnis, das auf Wunsch sogar ein Schweizer Fondue mitten in der Wüste umfasst.
Nicht alles lief von Anfang an glatt
Während des ganzen Prozesses stand die Familie in Kontakt mit einem Team des Schweizer Privatsenders 3+. In der «heissen Phase», kurz vor Eröffnung des Resorts, reiste dann ein Kamerateam nach Arizona, um hautnah dabei zu sein. «Das Team war einige
Tage da und hat uns intensiv begleitet», erzählt Cornelia Hager. «Die Zelte standen bereits, es gab in der Zeit aber noch einiges zu tun.» Und natürlich klappte zu Beginn längst nicht alles. Allzu viel soll hier aber nicht verraten werden. Denn mit welchen Problemen Familie Hager kurz vor der Eröffnung zu kämpfen hatte und welche Herausforderungen sonst noch auf
sie warteten, um aus ihrer Vision einen funktionierenden Betrieb zu machen, können Fernsehzuschauer ab dem 23. Februar in zwei Folgen der Sendung «Adieu Heimat» mitverfolgen. Das Kamerateam begleitete Phillipp und Leonie dabei unter anderem auf ihrem Weg zur Schule. Der 14-Jährige besucht heute die Middleschool und Leonie die Primarschule im Nachbarort. «Die Kinder waren von Anfang an Feuer und Flamme», erzählt Cornelia Hager. Sie fühlten sich sehr wohl in den USA und auf der Ranch. Den Kontakt zu ihren Freunden in der Schweiz halten die beiden aber weiterhin über Social Media. Ob es sie eines Tages wieder zurückzieht, lässt Hager offen: «Die Schweiz ist ein tolles Land, wir sind nicht geflüchtet», betont sie und fügt an: «Es gefällt uns hier sehr gut, aber man weiss nie, wo man einmal landet». Es bleibt also spannend.
Michael Lux
Ausstrahlung «Adieu Heimat»
Folge 7: Montag, 23. Februar, 20.15 Uhr;
Folge 8: Montag, 2. März, 20.15 Uhr, auf dem TV-Sender 3+


