Fortsetzung von Titelseite «Überbauung so gross wie die Altstadt» Weil der Grundwasserspiegel relativ hoch liegt im Areal, habe man alle Bauten über diesen Spiegel bringen müssen; deshalb gibt es nur einstöckige Tiefgaragen im Areal. Im Areal sind insgesamt 650 ...
Fortsetzung von Titelseite «Überbauung so gross wie die Altstadt» Weil der Grundwasserspiegel relativ hoch liegt im Areal, habe man alle Bauten über diesen Spiegel bringen müssen; deshalb gibt es nur einstöckige Tiefgaragen im Areal. Im Areal sind insgesamt 650 unterirdische Parkplätze geplant. Verteilt auf vier unterirdische Garagen. Diese gehören zu den Wohnungen, total 321. Sie verteilen sich auf eine oberirdische Geschossfläche von total 45 900 Quadratmeter. Geplant ist ein vielfältiger Wohnungsmix: 118 3,5-Zimmer-Wohnungen – diese seien gefragt, 92 4,5-Zimmer-Wohnungen, 77 2,5-Zimmer-Wohnungen. Dazu kommen weitere elf 1,5-Zimmer-Wohnungen sowie 23 «Spezialwohnungen». Auf die Frage, was letzeres bedeutet, gab es keine klare Antwort an der Veranstaltung.
Auch das Erschliessungskonzept ist laut Theo Gurtner konkretisiert worden. Es soll verschiedene begrünte öffentliche Fuss- und Veloverbindungen im Areal geben und eine öffentliche Hauptverbindung, die sogenannte Quartiergasse. Im Areal soll ferner ein Kindergarten Platz finden, ebenso sind Spielplätze geplant, private wie auch Gemeinschaftsgärten, Höfe und Plätze dienen der Auflockerung. Theo Gurtner betonte am Schluss seiner Ausführungen, dass das vorgestellte «Richtkonzept Zentrumszone Birrfeldstrasse» noch kein Vorprojekt sei. «Es wird nicht genau so kommen wie dargestellt», fügte er hinzu.
Coop weiter weg von der Altstadt
Bei den Fragen im Plenum gaben der neue Standort des Coop, der weiter westlich Richtung Umfahrung liegt als heute, sowie eine Zufahrt zu einer unterirdischen Tiefgarage zu reden. «Wenn der Coop nicht mehr existiert, wo gehe ich dann ab 2030 posten?», wollte ein Mellinger mit einem Augenzwinkern wissen. Stephan Feldhaus, Sprecher der Bauherrschaft Tierstein AG, beruhigte. Der Coop ziehe um in das Gebäude, welches als erstes in der Etappe 1 gebaut wird. Er müsse also nicht aufs Einkaufen verzichten. Die Melllingerin Min Yu bemerkte, der geplante neue Standort des Coops seit weit weg von der Altstadt. Ob man den Grossverteiler nicht näher bei der Post bauen könnte? Man könne als erstes nur ein freies Baufeld bebauen, so Feldhaus. In das erste, grosse Gebäude mit einer grossen Retailfläche im Erdgeschoss und Wohnungen auf dem Dach wolle der Coop ziehen, sagte Feldhaus. Es seien jedoch weitere Flächen für Läden auf dem Areal geplant. Ob es korrekt sei, dass eine Zufahrt zu einer der Tiefgaragen vom Lindenmattweg her geplant sei, wollte Anwohnerin Madlen Zimmermann wissen. Zuerst hiess es Nein, dann doch Ja. «Das ist der grösste Witz der Planung», sagte Zimmermann, «das würden wir bekämpfen». Der Weg, der als Schulweg genutzt wird, sei viel zu schmal und ein Verkehrschaos gebe es bereits heute.
Diskussionen an den Stellwänden
Nach den Ausführungen konnte man an der Stellwand-Ausstellung in der Aula anhand von Modellen und Visualisierungen sehen, wie das neue Quartier dereinst aussehen könnte. Es wurde angeregt mit den Planern diskutiert. Evelyne Wernli und viele andere begrüssten die Qualität der geplanten Überbauung. «Ich finde es einfach toll», sagte die ehemalige Stadträtin zum «Reussbote». Einige Anwohner bemängelten, dass sie nicht im Lauf der Planung separat eingeladen und informiert worden seien. Andere befürchten, dass der geplante Park mehr Leute in ihr Quartier bringt.
Die begonnene Mitwirkung (siehe mellingen.ch) dauert noch bis 16. Oktober. Danach wird sie ausgewertet. Ende 2026 soll der Entwicklungsrichtplan vom Stadtrat verabschiedet werden.
Marc Benedetti