Designierter neuer Gastronomieleiter im Alterszentrum im Grüt: «Für mich war immer klar, ich werde Koch»
27.02.2026 MellingenPatrik Bolliger wird ab April die Gastronomie des Alterszentrums Im Grüt leiten. René Hauri bereitet ihn momentan auf die Aufgabe vor
Der langjährige Leiter der Gastronomie, René Hauri, verabschiedet sich Ende März nach fast 20 Jahren in den wohlverdienten ...
Patrik Bolliger wird ab April die Gastronomie des Alterszentrums Im Grüt leiten. René Hauri bereitet ihn momentan auf die Aufgabe vor
Der langjährige Leiter der Gastronomie, René Hauri, verabschiedet sich Ende März nach fast 20 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Sein Nachfolger ist 29 Jahre jung, wohnt in Nesselnbach und arbeitet seit August 2025 im Alterszentrum. Wer ist er?
Patrik Bolliger ist kein unbekanntes Gesicht im Restaurant des Alterszentrum Im Grüt. Seit August 2025 steht er an den Kochtöpfen und sorgt mit seinen Kolleginnen und Kollegen jeden Tag dafür, dass vorab die Bewohnerinnen und Bewohner, aber ebenso auswärtige Gäste kulinarisch verwöhnt werden. «Die Rückmeldungen unserer Kundschaft sind immer sehr positiv», sagt Bolliger bei einem Kaffee an einem Freitag um 13.30 Uhr. Die Mittagszeit ist gerade vorbei. «Heute war nicht so viel los im Restaurant. Wir sind ganz froh, weil wir noch einen Vereinsanlass am Samstag vorbereiten», sagt der Koch. Er wird künftig die Hauptverantwortung tragen, dass alles klappt in der Gastronomie. René Hauri, der in Pension geht, bereitet ihn seit Januar auf die neue Aufgabe vor. «Es wird ein Switch für mich und ich werde künftig als Chef mehr im Hintergrund wirken und organisieren», sagt sein designierter Nachfolger Patrik Bolliger. «Doch am Herd stehen möchte ich auch weiterhin», fügt er verschmitzt hinzu. Denn Lebensmittel und deren Zubereitung sind seine Leidenschaft. Bolliger ist in Lupfig aufgewachsen. Mit zwölf schnupperte er das erste Mal im Kochberuf und war sofort angetan. Sein Onkel war damals Küchenchef im Berufsbildungsheim Neuhof in Birr. «Für mich war von da an klar: Ich werde Koch», sagt Bolliger. Die Lehre absolvierte er an einer guten Adresse mit Auszeichnungen, dem Restaurant Bänziger in Seon. Er habe viel gelernt: «Dort hat alles angefangen: Ich lernte neben dem Handwerk eine hochstehende, frische und saisonale Küche kennen. Hinter diesem Konzept stehe ich bis heute – heutzutage sollte man saisonal mit regionalen Produkten arbeiten.» Nach der Grundbildung sammelte er verschiedene Berufserfahrungen. Soziale Institutionen sind ihm nicht unbekannt.
Führungsposition als Ziel
Vor Mellingen kochte er fünf Jahre lang bei der Stiftung Lebenshilfe in Reinach AG. «Ich bin dort gegangen mit dem festen Ziel, künftig eine Führungsposition einzunehmen», sagt der designierte Leiter Gastronomie. Er hat inzwischen die Wirtefachprüfung absolviert und will weitere Weiterbildungen absolvieren. Einen weiten Arbeitsweg wird der neue Chef nicht haben. Er wohnt mit seiner Partnerin schon länger in Nesselnbach und es gefällt ihnen sehr im Reusstal: «Wir sind so nahe an der Natur und an der Reuss unten.» Zuhause kocht er selten. Aber dafür geht er gerne auswärts essen und schätzt gutbürgerliche Küche. «Mein Lieblingsgericht ist Cordon-Bleu mit Spätzli, ganz klassisch.» Einige gastronomische Adressen haben es ihm und seiner Freundin besonders angetan, darunter das Schlossrestaurant Habsburg, die «Mühli» in Wohlenschwil und das Restaurant Gnadenthal. Patrik Bolliger wird als neuer Leiter Gastronomie ein Team von rund 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leiten. Neun arbeiten in der Küche und neun im Service. Jeden Tag kocht das Küchenteam für rund 180 Personen. «Das Kerngeschäft sind unsere Bewohnerinnen und Bewohner», erklärt Bolliger, «ihnen soll es gut gehen und ihre Wünsche ans Essen sollen möglichst erfüllt werden. Ich bin überzeugt, dass auch Leute im fortgeschrittenen Alter gutes Essen schätzen.» Rund 60 Mahlzeiten werden ihnen mittags und abends auf den drei Stationen in den Essräumen serviert. Dazu kommen 40 bis 50 verkaufte Mahlzeiten im öffentlichen Restaurant pro Tag. Zudem kocht das Alterszentrum seit Jahren für das Strassenverkehrsamt in Schafisheim, welches 70 bis 80 Mahlzeiten mittags abholt. Die Gäste seien alle ziemlich unkompliziert. «Es gibt wenige Personen mit Intoleranzen bei uns», sagt Bolliger.
Aber natürlich müsse man auch deren Bedürfnissen gerecht werden.
Im Alterszentrum Im Grüt gefällt ihm vor allem, dass es sehr lebendig zu und her geht. «Die verschiedenen Gästegruppen interagieren untereinander, viele ältere Bewohner kommen ins Restaurant hinunter.» Im Grüt werde viel geboten: Es gibt ein Bauernbuffet und ein Sommerbuffet, am 10. Mai findet erstmals ein Muttertagsbrunch statt. Bolliger findet, dass das Essen sehr wichtig ist und eine verbindende Funktion hat. Er will künftig mit Bewohnerinnen und Bewohnern manchmal kochen.
Nachfolger mit Freude am Beruf
René Hauri seinerseits ist guter Dinge, dass er die richtige Wahl für seine Nachfolge getroffen hat. «Ich bin froh, dass wir jemanden gefunden haben, der den Beruf mit Freude und Herzblut ausübt und der vor allem kochen kann. Das ist heute nicht selbstverständlich.» Hauri freut sich auf den Ruhestand und dass die ersten Monate seiner Freizeit in die – hoffentlich – sonnige Sommerzeit fallen werden. «Ich werde sicher reisen und die ersten eineinhalb Jahre ein wenig geniessen», sagt der langjährige Küchenchef. Am meisten vermissen werde er den Gästekontakt. «Ich habe hier tolle Leute kennengelernt.» Er wünscht sich, dass er gesund bleibt und wird sicher ab und zu für einen Kaffee vorbeischauen. Ein wenig mit Stolz erfüllt Hauri zum Beispiel der von ihm etablierte «Küchenchefstammtisch» mit Bewohnerinnen und Bewohnern, wo er sein Wissen weitergab und man über Gott und die Welt sprach. «Ich bin auch stolz, dass wir so langjähriges Personal in der Küche beschäftigen», sagt er. Praktisch jede Lernende sei wieder zurückgekommen. Toll findet der abtretende Chef auch, dass das öffentliche Restaurant 2023 um die Reussterrasse erweitert wurde. Diese ist sehr beliebt in der nahenden wärmeren Jahreszeit.
Marc Benedetti

