Tägerig: An der gut besuchten Informations-Veranstaltung zur Schulraumentwicklung erklärt die Kommission, warum ein Planungskredit nötig ist
Die Kommission «Schulanlage» spricht über Schulentwicklung und will weiter planen. Am Info-Abend werden auch ...
Tägerig: An der gut besuchten Informations-Veranstaltung zur Schulraumentwicklung erklärt die Kommission, warum ein Planungskredit nötig ist
Die Kommission «Schulanlage» spricht über Schulentwicklung und will weiter planen. Am Info-Abend werden auch Fragen zu den Tagesstrukturen und die Finanzierung des künftigen Schulraums gestellt.
Ohne Umschweife erklärte Gemeinderat Thomas Mayer zu Beginn des Informationsabends: «Wir präsentieren heute keine fertige Anlage und auch keine Lösungen.» Wie die sanierungsbedürftige Schule künftig aussehen wird, sei noch nicht bekannt, betonte er.
Vor einem Jahr wurde die Kommission «Schulanlagen» gegründet, präsidiert von Thomas Mayer. Das Projekt «Schulraum» soll Lösungen für die sanierungsbedürftige Schulanlage erarbeiten, über welche die Bevölkerung in regelmässigen Abständen informiert wird. Erste Ergebnisse liegen mit dem «Leitfaden Gesamtentwicklungskonzept» nun vor. Der Stimmbevölkerung wird an der kommenden Gemeindeversammlung, am Dienstag, 24. November, der erste von drei geplanten Krediten vorgelegt, ein Planungskredit über 300 000 Franken.
Es muss saniert werden
Auf Mayers einleitende Worte folgten die Ausführungen des Bauexperten Reto Porta vom Brugger Bauberatungsbüro Buchhofer. Porta informierte über die vierstufige Projektarbeit mit den Phasen A, B, C und D, genauso wie über den Projektperimeter, Termine und Ziele.
«Phase A ist beendet», erklärte Porta und lieferte Detailinformationen. Der Projektperimeter «Schulraum» umfasst das Gelände mit dem über hundertjährigen Schulhaus, der fast 50-jährigen Turnhalle und dem Kindergarten.
Fest steht, Sanierungen sind nötig. Das Schulhaus mit Baujahr 1913, das unter kommunalem Schutz steht und deshalb nicht abgebrochen werden darf, verfügt über ein ausserordentlich schönes, aber nicht behindertengerechtes Treppenhaus. Weitere Problempunkte betreffen den Brandschutz, die Erdbebensicherheit, die Haustechnik sowie Fassaden und Altlasten. Zudem verlangt der Lehrplan 21 in Schulen unter anderem Gruppenräume und Lernlandschaften – Zimmer, die im alten Schulhaus fehlen. Bei der Mehrzweckhalle, die sowohl von Schule als auch durch Vereine stark genutzt wird, sind das Dach und die Heizung sanierungsbedürftig. Auch im Kindergarten aus dem Jahr 1971 sind Sanierungs- und Unterhaltsarbeiten nötig.
Fakt ist ausserdem, dass Tägerig mit heute exakt 1537 Einwohnenden weiter wachsen und die Schülerzahlen steigen werden: In absehbarer Zeit wird das Gebiet Floss- und Stockacher überbaut. Auch die vom Kanton vorgeschriebene innere Verdichtung wird sich auf die Demografie auswirken.
Der Bedarf an Schulraum soll langfristig sichergestellt werden und Entwicklungsmöglichkeiten flexibel bleiben.
Dabei werden ortsbildprägende Bauten wie etwa das alte Schulhaus oder auch genügend freier Platz für Spiel und Bewegung berücksichtigt. Gebaut wird bei gleichzeitigem Schulbetrieb – auch das stellt eine Herausforderung.
«Einmal richtig, statt zweimal halb»
Experte Reto Porta spricht von Chancen, beispielsweise die Schaffung einer zukunftsfähigen Schul- und Sportinfrastruktur, welche die pädagogischen Rahmenbedingungen verbessert und die Gemeinde als Wohn- und Bildungsstandort attraktiver macht. Er spricht auch von Risiken wie schwer prognostizierbare Schülerzahlen, Kostensteigerungen im Bauwesen, unvorhergesehene Schäden an bestehenden Gebäuden oder Einschränkungen durch den Ortsbildschutz. Die Finanzlage der Gemeinde könnte ein weiterer Risikofaktor sein.
Im Namen der Kommission empfiehlt Porta den Planungskredit über 300 000 Franken mit den Worten «Einmal richtig, statt zweimal halb» an der Winter-Gmeind am 24. November zur Annahme. «Wir wollen Grundlagen schaffen, um Lösungen zu prüfen, sowie Machbarkeit und Finanzbedarf zu ermitteln.» Danach könne auch ein Projektierungskredit beantragt werden.
Die Fragen der über 70 Anwesenden drehten sich immer wieder um Betreuungsangebote wie Tagesstrukturen, Mittagstisch oder Spielgruppe. Ob auch Betreuungsangebote Eingang in die Schulraumplanung finden würden? Die Kommission bejahte. Die komplexe Parkplatzsituation zwischen Fussballplatz und Schule war ebenso Thema wie allfällige Auswirkungen der Schulraumentwicklung auf die Tägeriger Finanzen. Sowohl Reto Porta als auch Gemeinderat Thomas Mayer verwiesen auf den Planungskredit, der in einer frühen Phase Antworten auf genau solche Fragen ermögliche.
Heidi Hess