Gut aufgestellt und neuer Standort ist in Sicht
05.06.2026 Oberrohrdorf-Staretschwil
Oberrohrdorf: Die Spitex Heitersberg präsentierte ihren Jahresbericht an der Mitgliederversammlung in der Zähnteschüür
Der Besucheraufmarsch war gross. 150 Personen waren kürzlich in der Zähnteschüür versammelt. Die 110 Stimmberechtigten ...
Oberrohrdorf: Die Spitex Heitersberg präsentierte ihren Jahresbericht an der Mitgliederversammlung in der Zähnteschüür
Der Besucheraufmarsch war gross. 150 Personen waren kürzlich in der Zähnteschüür versammelt. Die 110 Stimmberechtigten winkten an der Mitgliederversammlung der Spitex alle Traktanden durch. So auch die Jahresrechnung mit Plus von 433 000 Franken.
So viele Stimmberechtigte nahmen noch nie an einer Mitgliederversammlung teil. «Ich bin seit zehn Jahren bei der Spitex Heitersberg dabei. So etwas wie heute habe ich noch nie erlebt», sagte Claudia Wippl, Geschäftsführerin Spitex Heitersberg. «Das freut mich sehr.» 101 Stimmberechtigte fanden sich am 27. Mai in der Zähnteschüür in Oberrohrdorf ein. Vor der eigentlichen Mitgliederversammlung fand zusätzlich ein Referat der Kantonspolizei Aargau zum Thema «Sicherheit im Alter» statt (siehe Artikel unten). Und das Thema war wohl der Grund für die sehr erfreuliche Teilnehmerzahl. Nach dem sehr informativen und mit Witz und Charme vorgetragenen Referat ging es bei der anschliessenden Mitgliederversammlung bestens gelaunt weiter. Auch hier gab es Informationen, Neuigkeiten und Fakten.
Neubau ist im Zeitplan
Die Spitex Heitersberg wächst stetig. «Wir dürfen auf ein intensives und sehr erfolgreiches Jahr 2025 zurückblicken», führte Lukas Fus, Präsident der Spitex Heitersberg in seinem Jahresbericht aus. «Ein Jahr, in welchem die Spitex Heitersberg viel bewegt hat und wichtige Schritte in die Zukunft gemacht hat.» Ein grosses und prägendes Thema sei der Bau des neuen Standorts für die Spitex im Gheid in Mellingen. Nach langer Planung habe nun das Projekt endlich konkrete Formen angenommen. «Für uns ist das mehr als nur ein neues Gebäude», so Fus. «Das ist ein Bekenntnis zur Region und zur Zukunft der Spitex Heitersberg.» Die Spitex wachse ständig, Anforderungen würden komplexer. Und daher brauche sie eine Infrastruktur, die ebenfalls mitwachse. «Wir sind mit dem Neubau sehr gut im Fahrplan und wir können sehen, wie etwas wichtiges für die Region entsteht.» Claudia Wippl, Geschäftsführerin der Spitex Heitersberg, sagte: «Der Neubau ist für uns ein Meilenstein. Seit Langem ist am alten Standort in Fislisbach der Platzbedarf ausgeschöpft.» Ende Jahr wird die Spitex Heitersberg in den zweiten Stock im neuen Gheidpark in Mellingen ziehen. 2027 soll ein Tag der offenen Tür stattfinden.
Arbeit immer anspruchsvoller
Nicht nur baulich hat sich viel bei der Spitex Heitersberg getan. Auch fachlich und organisatorisch hat sich die Institution weiterentwickelt. «Die Spitexarbeit wird immer anspruchsvoller», so Claudia Wippl. Leute gehen heute früher aus dem Spital nach Hause und wollen generell im Alter länger zu Hause leben. Sie brauchen daher komplexere Unterstützung.» 2025 habe die Spitex daher gezielt in Qualität, in Pflegeentwicklung und in Mitarbeitende investiert. Die Mitarbeitendenzahl hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.
An den Strategietagungen hat sich die Spitex Heitersberg damit auseinandergesetzt, wie die Spitex von Morgen aussehen soll. Das Ziel: Sich Schritt für Schritt zu einer vernetzten Gesundheitsorganisation entwickeln. Dies mit starken Partnern, modernen Versorgungsmodellen und Angeboten, die es den Menschen erlaubt, möglichst lange und selbstbestimmt zu Hause zu leben.
Fachkräftemangel entgegnen
Die Spitex Heitersberg ist eine der grössten Spitex-Organisationen im Kanton. 126 Mitarbeitende werden beschäftigt, 968 Klientinnen und Klienten mit 68 967 verrechneten Stunden wurden 2025 betreut. Finanziert wird die Organisation neben den Versicherungsleistungen und der Patientenbeteiligung durch die zwölf Vertragsgemeinden Bellikon, Birmenstorf, Fislisbach, Künten, Mägenwil, Mellingen, Oberrohrdorf, Niederrohrdorf, Remetschwil, Stetten, Tägerig und Wohlenschwil. Um der nach wie vor angespannten Situation beim Pflegepersonal entgegenzuwirken, kam zur Verhinderung von Engpässen auch Temporär-Personal zum Einsatz. Ein grosses Augenmerk liegt auf der Weiterbildung der Mitarbeitenden und noch mehr Lernende werden ausgebildet. Mit der Anstellung von Pflegeexperten APN, können die Pflegebereiche besser unterstützt werden. Pflegeexperten begleiten und coachen das Team in komplexen Situationen, vernetzen Beteiligte und sorgen dafür, dass Wissen nicht nur an einer Person hängt. Wichtig ist der Spitex Heitersberg die Qualität der zu erbringenden Leistungen. Zertifizierungen schaffen bei Angehörigen und Klienten Vertrauen. Im Herbst steht eine Rezertifizierung an. Bereits bereitet sich die Spitex Heitersberg darauf sorgfältig vor. «Die Frage ist nicht wie gut wir heute arbeiten, sondern wie wir das auch morgen und übermorgen tun», so Wippl.
Gewinn erzielt und Jubiläum
2025 sind die erbrachten Leistungen moderat um knapp zwei Prozent gewachsen. Besonders stark gewachsen ist die Nachfrage nach Betreuungsdienstleistungen. Der Total-Ertrag aus Spitex-Leistungen betrug 8,8 Millionen Franken. Das Jahresergebnis schloss mit einem Gewinn von 433 030 Franken ab. Mit dem Gewinn konnte der Verlust von 2023 vollständig getilgt werden.
Nach dem offiziellen Teil wurde Geschäftsführerin Claudia Wippl von Präsident Lukas Fus zu ihrem 10-Jahre-Jubiläum geehrt. «Claudia Wippl hat mit grossem Engagement und noch mehr Herzblut viel für die Spitex Heitersberg bewegt und diese im Sinne der Mitarbeitenden und der Klientinnen und Klienten weiterentwickelt und verbessert», so Lukas Fus.
Debora Gattlen
