«Hebamme ist für mich der beste Job der Welt»
27.02.2026 MellingenCaroline Suter ist Hebamme aus Leidenschaft. Sie hat dem «Reussbote» erzählt, wie sie zum Beruf kam und was ihr Traum ist
Caroline Suter hat Veterinärmedizin an der Uni Zürich studiert. Doch der Kontakt zu Menschen fehlte ihr, ihre Mutter brachte sie auf eine ...
Caroline Suter ist Hebamme aus Leidenschaft. Sie hat dem «Reussbote» erzählt, wie sie zum Beruf kam und was ihr Traum ist
Caroline Suter hat Veterinärmedizin an der Uni Zürich studiert. Doch der Kontakt zu Menschen fehlte ihr, ihre Mutter brachte sie auf eine Idee.
Als Hebamme und Fachexpertin begleitet Caroline Suter (35) Frauen und ihre Partner oder Partnerinnen auf dem spannenden und herausfordernden Weg der Geburt. Und damit in einen neuen Lebensabschnitt. «Ich habe den besten Job der Welt», sagt sie. Trotzdem sei der Beruf fordernd. Wegen der Schichtarbeit könne man die Freizeit nicht weit vorausplanen. Das würde sich auf das Privatleben nicht gerade förderlich auswirken, sagt die Noch-Singlefrau. Trotzdem ist Hebamme ihr Traumberuf. Das war nicht immer so. Auf ihrem ersten Bildungsweg studierte sie Veterinärmedizin an der Uni Zürich. «Ich liebe Tiere. Trotzdem spürte ich während des Studiums rasch, dass mir etwas fehlt. Zuerst wusste ich nicht, was. Tatsache ist, dass mir der Kontakt zu Menschen fehlte.» Ihre Mutter war es, die den Hebammenberuf ins Spiel brachte. «Sie sagte, dass Hebamme der richtige Beruf für mich sei», so Suter. Als sie beim Tierarztstudium eine Prüfung in den Sand setzte, beschloss sie, ein Praktikum beim Kantonsspital Winterthur für angehende Hebammen zu absolvieren. «Ich wusste bereits nach dem dritten Tag, dass Hebamme der richtige Beruf für mich ist» sagt sie.
Seit sieben Jahren Hebamme
Nach dem Versuch in der Tiermedizin, hängte sie die vierjährige Hebammenausbildung an der Fachhochschule Winterthur an. 2019 schloss sie das Bachelor-Studium als Hebamme BSc ab. Berufsbegleitend absolvierte sie den Masterstudiengang an der Fachhochschule in Salzburg und schloss diesen im November 2025 ab. «Ich habe es keine Sekunde bereut, Hebamme geworden zu sein», sagt Caroline Suter. Seit sechs Jahren arbeitet sie als Hebamme im Stadtspital Zürich Triemli. Nach nur zwei Jahren wurde sie zudem Fachexpertin. In dieser Zusatzfunktion überarbeitet sie Richtlinien und Weiterbildungen und führt Hebammen und Ärztinnen und Ärzte ein, die auf der Abteilung neu sind. «Ich schätze den Austausch mit Kolleginnen und Ärztinnen und Ärzten. Die Hierarchien sind sehr flach und wir unterstützen uns gegenseitig», sagt sie. Ihr Ziel ist es, später als Belegshebamme dort zu arbeiten. Das heisst, dass sie Frauen, die zur Voruntersuchung in ihre Praxis kommen, auch bei der Geburt begleiten kann.
Eigene Praxis war immer ihr Wunsch
Mit der eigenen Hebammenpraxis Mamastorch in Mellingen erfüllt sich Caroline Suter einen lang gehegten Wunsch. Sie werde aber trotzdem weiterhin parallel dazu als Hebamme im Stadtspital Zürich Triemli weiterarbeiten. «So bin ich immer auf dem neuesten Stand», sagt sie.
Ihre Philosophie in der Hebammenpraxis Mamastorch: Das Wohlbefinden der Kundinnen steht immer an erster Stelle. Dabei berücksichtigt sie den salutogenetischen Ansatz, welcher von Aaron Antonovsky 1970 entwickelt wurde. Der Fokus liegt dabei auf der Entstehung und Erhaltung der Gesundheit, und nicht darauf, eine Schwangerschaft als Krankheit zu betrachten. Gemeinsam mit der werdenden Mutter wird der Fokus auf vorhandene Ressourcen und Coping-Strategien gelegt, um gestärkt in die Geburt zu gehen und diese selbstbestimmt zu erleben. «Die Rolle der Hebamme sehe ich darin, gemeinsam vorhandene Stärken und Ressourcen zu finden, um dem neuen Lebensabschnitt konstruktiv zu begegnen und diesen positiv zu bewältigen», sagt die Hebamme. Wichtig sei dabei für Schwangere, einzelne Schritte nachvollziehen zu können, aktiv in Entscheidungen einbezogen zu werden und damit die selbstbestimmte Geburt zu fördern.
Rundumpaket für Schwangere
Caroline Suter bietet bei einer gesunden Schwangerschaft ab positivem Test in ihrer Praxis eine vollumfängliche Betreuung an. Auf Wunsch kann dies von ihr als Hebamme alleine oder im Wechselmodell mit dem Gynäkologen oder der Gynäkologin begleitet werden.
Während der ersten 56 Tage nach der Geburt begleitet Suter zudem die Frauen und deren Familie zu Hause im Wochenbett in ihrem häuslichen Umfeld.
Geburtsvorbereitung wird als Kurs in der Hebammenpraxis ebenfalls angeboten. Das Angebot wird in Zukunft noch ausgebaut und an die Bedürfnisse der Kundschaft angepasst. «Mir ist es ein Anliegen, Familien und Mütter zu unterstützen», sagt Suter. Eine weitere Idee von ihr dazu ist, gemeinsam mit dem Café Mirror gegenüber regelmässig ein «Storchenkafi» zu veranstalten. «Dort können dann Fragen an mich gestellt werden», führt Suter aus.
Mellingen perfekter Standort
Suter ist in Villmergen aufgewachsen und lebt seit sieben Jahren in Mellingen. Das Reuss-Städtchen gefällt ihr sehr. Daher sei für sie auch die Praxis in der Altstadt perfekt, der Weg von ihrem Wohnort kurz. «Ich bin eine sehr aufgeschlossene und positive Frau mit vielen Ideen und Träumen», sagt sie. In ihrer Freizeit schöpft sie Energie bei sportlichen Aktivitäten in der Natur, sei dies bei Wanderungen mit ihrem Cockerspaniel Milow oder bei spontanen Trips mit ihrem selber ausgebauten orangen Bus «Mr. Peach». Weitere Hobbys sind Polefitness, Reiten sowie das Singen im Badener Chor «VoicSing».
Eröffnung der Praxis am 1. März
Am 1. März ist die offizielle Eröffnung der Hebammenpraxis Mamastorch. «Alle Menschen sind willkommen, es dürfen Schwangere mit ihren Begleitpersonen kommen, aber auch Neugierige, die wissen möchten, wie eine Hebammenpraxis von innen aussieht oder auch Menschen, die einfach Lust auf eine Wurst haben», sagt Caroline Suter. Von 10 bis 17 Uhr gibt es Snacks, Salate, Würste vom Grill und Getränke.
Debora Gattlen
Mamastorch GmbH
Hebammenpraxis
Grosse Kirchgasse 6
5507 Mellingen mamastorch.ch

