Roman Wyler ist im Sennhof aufgewachsen und lebt mit seiner Familie in Remetschwil. Der eidg. dipl. Bauleiter engagiert sich in seiner Freizeit als Gemeinderat, als Parteipräsident der Mitte Bezirk Baden und im Schwingsport.
Ja, das halbe Jahr ist schon wieder beinahe durch. ...
Roman Wyler ist im Sennhof aufgewachsen und lebt mit seiner Familie in Remetschwil. Der eidg. dipl. Bauleiter engagiert sich in seiner Freizeit als Gemeinderat, als Parteipräsident der Mitte Bezirk Baden und im Schwingsport.
Ja, das halbe Jahr ist schon wieder beinahe durch. Wie oft höre ich mich doch sagen: hei nomol, die Zyt lauft! Gestern war doch erst Weihnachten, letztes Jahr Corona und vor zwei Jahren hatte meine Tochter noch Platz auf meinem rechten Arm. Mein Baby ist jetzt aber schon 14 Jahre alt und auf Lehrstellensuche. Hei nomol, die Zyt lauft! Dabei ist die Zeit doch extrem relativ. Kommen wir nämlich zurück zu meinem Töchterli. Das grösste Problem jetzt gerade; es dauert doch tatsächlich noch vier ganze Wochen bis zu den Sommerferien! Vier Wochen! In den Augen eines Teenagers also eine verfluchte Ewigkeit. Kaum auszuhalten. Unsereins verfällt in Panik im Wissen darum, dass in vier Wochen alle Projekte und Pendenzen abgeschlossen sein sollten und man dann entspannt in die Ferien fahren kann. Die Jungen haben ein total anderes Zeitgefühl und viel mehr Meilensteine als wir Erwachsene. Einschulung, Pubertät, erster Liebeskummer, Autoprüfung, Lehrabschluss, Jobsuche, und irgendwann der Entscheid, ob und mit wem man ein Leben teilen möchte. Alles das passiert in den ersten 25 Lebensjahren, Schlag auf Schlag, und jeder einzelne Schritt fühlt sich nach einer ewigen Wartezeit an. Dann wird es ruhiger und es verschieben sich die Meilensteine. Statt erste Male erlebt man plötzlich immer mehr letzte Male. Ich mag mich noch gut erinnern, als ich mit 33 Jahren und rund 300 Diensttagen aus der Armee entlassen wurde; hei nomol, die Zyt lauft! Oder als ich vorletztes Jahr nach 25 Jahren aus dem Feuerwehrdienst abtreten durfte; hei nomol, die Zyt lauft! Oder ich diesen Frühling 17 Jahre Funktionärsarbeit im Schwingsport abgeschlossen habe; hei nomol, die Zyt lauft! Es scheint, als beende man nur noch. Dabei gibt ein Ende doch auch immer wieder Zeit für einen Neuanfang. Tatsächlich wurde mir trotz dem Ende vieler Tätigkeiten noch nie langweilig und die frei gewordene Zeit konnte für neue Projekte oder neue Verantwortung genutzt werden. Vielleicht ist genau das das Geheimnis: Nicht jammern, dass die Zeit rennt, sondern neugierig bleiben, welche Türe als nächstes aufgeht. Mit 45 Jahren stecke ich mitten in Projekten, Verantwortung und Plänen, die ich vor zehn Jahren noch gar nicht kannte. Und meine Tochter? Die wird die Zeit bis zu den Sommerferien auch noch schaffen und ich werde in vier Wochen fassungslos feststellen, dass diese auch schon wieder vorbei sind. Hei nomol, die Zyt lauft!