Patrick Oldani lebt mit seiner Familie in Tägerig. Der Einkaufsleiter ist Mitglied des Gemeinderates. In der Freizeit ist er gerne in der Natur unterwegs, unternimmt etwas mit der Familie oder werkelt am Haus oder im Garten.
Die ersten Nebeltage haben das Reusstal erreicht. ...
Patrick Oldani lebt mit seiner Familie in Tägerig. Der Einkaufsleiter ist Mitglied des Gemeinderates. In der Freizeit ist er gerne in der Natur unterwegs, unternimmt etwas mit der Familie oder werkelt am Haus oder im Garten.
Die ersten Nebeltage haben das Reusstal erreicht. Nachdem ein Downburst die Betonmasten im Birrfeld zu Boden gerissen hatte und die Hitzewelle beendete, gingen meine Gedanken zurück nach Thailand. Auch auf Koh Samui stehen unzählige Masten. Viele sind so dicht mit Leitungen behangen, dass man meint, sie müssten jeden Moment nachgeben. Angeschlossen wird, solange Platz ist. Die Insel bezieht Strom vom Festland.
Als es nachts einmal kräftig stürmte, sassen wir am nächsten Tag am Strand und dachten zuerst, die Köchinnen am Nudel- und Chickenstand hätten vom Gasbrenner auf Diesel umgestellt. In Wahrheit lief beim Hotel in dieser Nacht und am Tag ein Generator, damit Klimaanlagen und Kaffeemaschine weiter funktionierten. Den ganzen Tag in diesen Abgasen zu sitzen, gab mir zu denken. Gerade dort, mit so vielen Sonnenstunden, wären Solaranlagen naheliegend. Davon sah man wenig. Die Schweiz steht im Vergleich gar nicht so schlecht da: Unser Strom stammt weitgehend aus Wasser- und noch Atomkraft und schon fast 14 Prozent aus PV. Trotzdem liegen beide Länder beim CO2-Ausstoss pro Kopf ähnlich hoch. Der grosse Hebel für das Klima ist also eher nicht in Europa zu suchen. Koh Samui lebt vom Tourismus und will nachhaltig sein, versorgt sich aber fast 100 Prozent vom Festland, wie mir ein Einheimischer berichtete und weil dort Land nicht an Fremde verkauft werden darf (clever, aber ob das funktioniert?), hätten die Locals das Sagen. Ich hatte den Eindruck, dass die Entwicklung sehr dramatisch geschieht und ähnlich wie im Tessin und bei uns finden sich überall Schlupflöcher für Kapital und Ausverkauf.
Eigentlich wollte ich gar nicht politisch werden, sondern von der Rückreise erzählen. Diese verlief problemlos. Von Koh Samui ging es am Samstag routiniert mit einem A319 zurück nach Bangkok. Dort besuchten wir noch ein paar Sehenswürdigkeiten und genossen ein Buffet auf dem Fluss. Kurz nach ein Uhr nachts am Dienstag hoben wir mit der Boeing 777 Richtung Zürich ab. Wir gingen mit weit über 30 Grad in die Ferien, genossen dann täglich Wassertemperaturen um 31 Grad und daheim ging es gleich weiter mit Hitze bis zu 40 Grad. Kaum gelandet, brachte uns der öV Schlag auf Schlag heim nach Tägerig. Nach den Ferien schlief ich nur noch im Garten, weil mir in der Wohnung nachts mit über 29 Grad nun die Klimaanlage fehlt – und ein bisschen der 7-Eleven.