An der Gemeindeversammlung geht es um das Budget 2025 und die langfristige Finanzplanung
Für das Jahr 2025 budgetiert der Gemeinderat ein Minus von rund 1,21 Millionen Franken. In den kommenden zehn Jahren stehen ausserdem Investitionen von 33,5 Millionen an – darunter die ...
An der Gemeindeversammlung geht es um das Budget 2025 und die langfristige Finanzplanung
Für das Jahr 2025 budgetiert der Gemeinderat ein Minus von rund 1,21 Millionen Franken. In den kommenden zehn Jahren stehen ausserdem Investitionen von 33,5 Millionen an – darunter die Erweiterung des Oberstufenschulhauses.
Neben der Genehmigung des Protokolls sowie sechs Einbürgerungen dreht sich an der kommenden Winter-Gmeind alles um die Finanzen. Nicht nur für das Budget 2025, sondern auch für die Aufgabenund Finanzplanung sind eigene Traktanden vorgesehen. Darin enthalten sind auch kostspielige Investitionen.
Das Budget 2025 geht bei einem unveränderten Steuerfuss von 85 Prozent von einem Aufwandüberschuss von 722 400 Franken aus. Auch die spezialfinanzierten Betriebe wie Wasserwerk, Abwasserbeseitigung und Abfallwirtschaft schliessen laut Budget mit einem Defizit in Höhe von rund 488 000 Franken. Das macht ein Minus von insgesamt 1,21 Millionen – rund 168 000 Franken mehr als im Vorjahresbudget. Und dies, obwohl die Steuererträge mit rund 14,874 Millionen Franken das Vorjahresbudget um gut 345 000 Franken übertreffen.
Kosten für Bildung steigen
Der Gemeinderat begründet das negative Budget unter anderem mit der Erhöhung der gebundenen Ausgaben, die nicht durch die Gemeinde beeinflusst werden könnten. In den Bereichen Bildung, allgemeine Verwaltung und Gesundheit steigen demnach die Nettokosten am stärksten. Bei der Bildung sorgen die höheren Betriebsbeiträge an die Kreisschule sowie die Musikschule für eine Kostensteigerung. Die gestiegene Anzahl Kinder erfordert ausserdem bei den Tagesstrukturen einen höheren Personalaufwand. Auch die Kosten für die dortigen Mittagessen steigen. Und im Gesundheitsbereich wachsen die Pflegerestkosten – unter anderem durch den höheren Pflegeaufwand und insgesamt mehr Pflegefälle. Auch die ambulante Pflege wird teurer.
Im kommenden Jahr stehen darüber hinaus diverse Investitionen in Oberrohrdorf an. Die Nettoinvestitionskosten betragen laut Unterlagen knapp 1,31 Millionen Franken. Zu den geplanten Projekten zählen unter anderem die Sanierung der Ringstrasse inklusive Werkleitungen sowie die Erweiterung bzw. Erneuerung der Buacherstrasse, ebenfalls samt Werkleitungen. Auch das Regenklärbecken Grabenmatt muss saniert werden. Darüber hinaus stehen diverse Anschaffungen ins Haus, wie der Ersatz des Pionierfahrzeugs der Feuerwehr oder elektronische Ultraschallwasserzähler. Laut Gemeinderat deckt die Selbstfinanzierung in 2025 voraussichtlich nur 20,9 Prozent der Nettoinvestitionen. Dies bedeute, dass 976 900 Franken fremdfinanziert werden müssten.
Erhöhung des Steuerfusses ab 2026
Mittelfristig sei ein ausgeglichener Finanzhaushalt möglich, heisst in den Unterlagen zur Gemeindeversammlung. Der Finanzplan über die folgenden zehn Jahre sei aber schwierig, weil Bauprojekte sich über diesen langen Zeitraum schlecht prognostizieren liessen. Der Aufgaben- und Finanzplan sieht ab 2026 eine Erhöhung des Steuerfusses auf 89 Prozent vor. Ohne dies seien die kommenden Investitionen nicht tragbar. 2024 bis 2034 fallen Nettoinvestitionen von rund 33,5 Millionen an. Der Anteil der Gemeinde an der Erweiterung des Oberstufenschulhauses Niederrohrdorf wird voraussichtlich allein 14,1 Millionen betragen. Die Sanierung der Mehrzweckhalle Hinterbächli schlägt wohl mit weiteren rund 5,5 Millionen zu Buche. Weil die Investitionen nur zu 48 Prozent durch Selbstfinanzierung gedeckt sind, wird die Nettoschuld ab 2029 den empfohlenen Wert von 2500 Franken pro Einwohner überschreiten.
Michael Lux
Die Gemeindeversammlung findet am Dienstag, 10. Dezember, 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Hinterbächli statt.