«Gouverner, c’est prévoir», ist eines meiner Lieblingszitate. Regieren heisst voraussehen. Schon oft habe ich es neunmalklug Gianna in die Ohren geflüstert, wenn ich das Gefühl hatte, sie habe eine wichtige Aktivität nicht vorausschauend geplant. Ihre Antwort ...
«Gouverner, c’est prévoir», ist eines meiner Lieblingszitate. Regieren heisst voraussehen. Schon oft habe ich es neunmalklug Gianna in die Ohren geflüstert, wenn ich das Gefühl hatte, sie habe eine wichtige Aktivität nicht vorausschauend geplant. Ihre Antwort kam aber ebenso schlagfertig und regelmässig zurück: «Hochmut kommt vor dem Fall.» Womit die Diskussion jeweils beendet war. So auch am Mittwoch, an dem die Schweiz abends gegen Kanada antreten musste. Mein Plan für diesen Tag war – unausgesprochen – fixiert. Auf dem Programm stand eine längere Ausfahrt inklusive finaler Bier-Honorierung mit meinen Velo-Sportsfreunden. Anschliessend, den heissen Temperaturen geschuldet, würde ich mir genügend Zeit nehmen für Regenerierung, Ernährung und mentale Vorbereitung auf das Spiel. Professionelle Planung gilt ja nicht nur für die Nati, sondern auch für uns TV-Konsumenten. Ganz anders gelagert waren Giannas Vorstellungen: Wir müssten endlich den dringend nötigen Einkauf im Kleidergeschäft erledigen, Hitze hin oder her! Inklusive Einkauf, Zubereitung und Verzehr des Abendessens ein sportliches Vorhaben. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass ich allerspätestens beim Abspielen der Nationalhymne vor dem Fernseher sitzen wollte.
Was ich schliesslich schaffte. Ich konnte das Spiel gegen Kanada in voller Länge miterleben, auch dank Giannas Kompromissbereitschaft. Wir besorgten eine Pizza und beklatschten den Einzug der Schweiz in die K.-o.-Phase in Minne. Gute Planung ist eben doch die halbe Miete.
Jean
PS: Liebe Leserschaft, was trauen Sie der Nati für den weiteren Turnierverlauf zu? Ihre Prognose senden Sie bitte an textejean@gmx.ch.