Markus Jost, pens. Gemeindeschreiber, lebt zusammen mit seiner Frau in Wohlenschwil. Er geniesst das Rentnerdasein, pflegt gelenkschonende Sportarten und liebt kulturelle Kulinarik.
In der Gemeinde Wohlenschwil gibt es neun Dorfbrunnen, wovon deren vier aus nitratarmem ...
Markus Jost, pens. Gemeindeschreiber, lebt zusammen mit seiner Frau in Wohlenschwil. Er geniesst das Rentnerdasein, pflegt gelenkschonende Sportarten und liebt kulturelle Kulinarik.
In der Gemeinde Wohlenschwil gibt es neun Dorfbrunnen, wovon deren vier aus nitratarmem Quellwasser und die übrigen aus Trink-, bzw. Grundwasser gespiesen werden. Sie versprechen richtig kaltes Nass. Ideale Voraussetzungen also, um an Hitzetagen zu einer schnellen Abkühlung zu kommen. In der letzten Hitzeperiode musste ich wiederholt beobachten, wie es Hundehalterinnen und Hundehalter fertigbrachten, ihre Vierbeiner zu einem Schwumm in den Brunnen zu animieren.
Sorry, ich sehe öffentliche Brunnen als Orte, die der Erfrischung von Menschen dienen und nicht als Hundebad. Schliesslich handelt es sich oft um Anlagen um Plätze, an denen Kinder spielen und Menschen sitzen.
Ein Hund, der an einem heissen Tag kurz seine Pfoten ins Wasser hält, stellt nicht automatisch ein Problem dar. Viele Tiere leiden unter hohen Temperaturen und eine Abkühlung kann ihnen guttun. Gleichzeitig sind Brunnen keine privaten Planschbecken. Sie werden von vielen Menschen genutzt und Hygiene sowie Rücksichtnahme spielen eine wichtige Rolle.
Besonders problematisch wird es, wenn aus der kurzen Erfrischung ein Hundebadeplatz wird. Fell, Schmutz, möglicherweise Hinterlassenschaften oder verunreinigtes Wasser können andere Nutzer abschrecken. Das grösste Risiko einer Kontamination durch Hunde besteht durch Kotreste im Fell oder im Anus-Bereich. Einige Parasiten des Hundes können auf den Menschen übergehen und dort Infektionen und Krankheiten auslösen.
Wer seinen Hund liebt, sollte deshalb nicht nur an dessen Wohl denken, sondern auch an die Umgebung. Rücksicht ist schliesslich eine Form von Tierliebe.
Vielleicht braucht es weniger Verbote und mehr gesunden Menschenverstand. Ein Hund muss nicht mitten im Brunnen baden, wenn es andere Möglichkeiten gibt. Unsere Gemeinde bietet etliche Grünflächen mit Robidogs oder Wasserstellen an der Reuss an. Und wer unterwegs ist, kann mit einer Flasche Wasser und einer kleinen Schüssel oft schon viel erreichen.
Der öffentliche Raum gehört allen. Er ist Treffpunkt, Erholungsort und Lebensraum zugleich, für Menschen und manchmal auch für Tiere. Die Frage ist also nicht nur «darf mein Hund ins Wasser?», sondern auch «wie verhalte ich mich so, dass andere den Platz genauso gerne nutzen wie ich?».
Ein bisschen Rücksicht kostet wenig. Und vielleicht bleibt der Brunnen dann das, was er sein soll: ein Ort, an dem alle ein wenig Abkühlung und Freude finden, auch ohne nasse Hundepfoten im Becken.