«Hypi» wächst und richtet sich neu aus
10.02.2026Die Hypothekarbank Lenzburg informierte über das Geschäftsjahr 2025. Der Jahresgewinn steigt um 14,3 Prozent
Im schwierigen Zinsumfeld wuchs die Hypi deutlich und erzielte ein erfreuliches Ergebnis mit einem Reingewinn von 20 Millionen Franken. CEO Silvan Hilfiker sieht trotz ...
Die Hypothekarbank Lenzburg informierte über das Geschäftsjahr 2025. Der Jahresgewinn steigt um 14,3 Prozent
Im schwierigen Zinsumfeld wuchs die Hypi deutlich und erzielte ein erfreuliches Ergebnis mit einem Reingewinn von 20 Millionen Franken. CEO Silvan Hilfiker sieht trotz einer neuen Strategie keinen Stellenabbau vor.
Die Hypothekarbank Lenzburg präsentierte an ihrer Medienkonferenz am vergangenen Freitag ihre Ergebnisse von 2025. Wegen sinkender Zinsen ging der Gewinn leicht zurück. Im laufenden Jahr will die Hypi mit der neuen Gruppenstrategie mit den Töchtern Swiss Bankers und Finstar diesen Trend weiter entschärfen. Neu treten sie als Gruppe auf. Dass die Bank eine neue Strategie fährt, wird durch eine getrennte Bilanz, Stammhaus- und Konzernabschluss, ersichtlich. Beim Stammhaus ist die Bilanzsumme um 14,3 Prozent auf 8,3 Milliarden Franken gestiegen. Damit wurde der historische Höchststand in der Bankgeschichte erreicht. Das Wachstum sei in erster Linie auf den hohen Kundengeldzufluss zurückzuführen, führte Robert Bareder aus, Bereichsleiter Finanzen und Risiken ad interim bei der Hypothekarbank Lenzburg. Dort konnte ein überdurchschnittlicher Zuwachs von 13 Prozent verzeichnet werden. Dadurch konnte der Aufbau der Liquiditätsposition der bankeigenen Anlagen gefördert werden. Abgesehen vom Geschäft mit den Zinsen sind die Erträge der Bank im vergangenen Jahr gewachsen, besonders im Dienstleistungs- und im Informatikbereich.
Kein Flugwetter beim Personal
Nach der Medienkonferenz musste sich CEO Hilfiker den Fragen stellen. Ob stimme, was ein einschlägiges Magazin im Vorfeld berichtet habe, lautete eine Frage. Dort sei zu lesen, dass bei der Hypi im Vorstand Flugwetter herrsche. Hilfiker sagte, dass alle Abgänge erklärbar seien. So wurde ein neuer Leiter für den Bereich Finanzen und Risiken (CFO) ernannt. Marco Supplizi tritt die Stelle per 16. Februar an. Supplizi wird Mitglied der Geschäftsleitung. Gleichzeitig scheidet Daniel Monras mit der Inbetriebnahme von Finstar per Ende Februar aus der Geschäftsleitung der Hypothekarbank Lenzburg aus und konzentriert sich auf seine neue Tätigkeit als CEO bei Finstar.
Nachgefragt wurde an der Medienkonferenz auch, ob durch die neue Strategie der Hypi mit grösserem Personalabbau gerechnet werden müsse. «Personalabbau ist nicht vorgesehen. Wir werden sicherlich Synergien zwischen den einzelnen Gesellschaften nutzen. In diesem Rahmen kann es zur Verschiebung einzelner Stellen kommen.» Verwaltungsratspräsidentin Marianne Wildi sagte: «Bei jedem Wechsel spürt man eine Veränderung. Die Zahlen zeigen aber, dass die Bank noch viel vorhat.» Im laufenden Geschäftsjahr 2026 liege der Fokus auf der Ausgestaltung der neuen Strategien innerhalb der Gruppe.
Einbruch bei den Zinsen
Die Zinssituation bleibe herausfordernd, führte CEO Silvan Hilfiker aus. Die Hypi sei aufgrund der Zinsentwicklung mit grossen Herausforderungen konfrontiert gewesen. Wegen der Leitzinssenkungen durch die Schweizerische Nationalbank brach 2025 das Geschäft mit den Zinsen ein. Als Folge sank bei der Hypi der Nettoerfolg im Zinsgeschäft um 9,8 Prozent, auf 73,6 Millionen Franken. Nebst der Leitzinssenkung habe sich aber auch eine gezielte Drosselung der Kreditvergabe und der Rückgang der Hypothekarforderungen von 2,1 Prozent auf 4,93 Milliarden Franken ausgewirkt. Diese Vergabepolitik sei bewusst aus Kapitalund Liquiditätsüberlegungen erfolgt, um die Bank auch in der Zukunft weiter zu stärken.
Operative Stärke bewiesen
Im Anlage- und Informatikgeschäft konnte die Hypi eine sehr positive Entwicklung präsentieren. So kann die Hypi ein Ertragswachstum von 14,2 Prozent auf rund 18 Millionen Franken im Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft vorweisen. Dieses sei auf den Erfolg in der Vermögensverwaltung und im Geschäft mit externen digitalen Vermögensverwaltern zurückzuführen. Der übrige ordentliche Erfolg schoss mit einem Plus von 43 Prozent, 17,2 Millionen Franken, gar durch die Decke. Robert Bareder sagte: «Mit Ertragssteigerungen im Anlage-, BaaS- und Informatik-Geschäft konnte ein Ertragsrückgang von mehr als 10 Millionen Franken im Zinsgeschäft aufgefangen werden. Das ist ein klares Zeichen der operativen Stärke unserer Bank.»
Dividende bleibt unverändert
Die Hypi wird an ihrer Generalversammlung im März den anwesenden Aktionären eine unveränderte Dividende von 120 Franken pro Aktie vorschlagen. 8,64 Millionen Franken oder 43 Prozent beträgt die Ausschüttungsquote. Zudem werden elf Millionen Franken des erwirtschafteten Gewinns den freiwilligen Reserven zugewiesen. Das habe eine weitere Stärkung der Substanz zur Folge, sagte Wildi. Diese sei bereits heute schon sehr gut, die risikogewichtete Gesamtkapitalquote von 17,2 Prozent per Ende 2025 liege deutlich über den gesetzlichen Anforderungen.
Debora Gattlen


