Im Fokus: Wasserstrategien und Heckenpflege
25.09.2026 MägenwilMägenwil: Rund 80 Personen interessierten sich für eine Flurbegehung auf dem Zelglihof und hörten dem Förster und dem Landwirt zu
Jedes zweite Erbsli kommt aus dem Aargau – das erfuhren rund 80 Interessierte auf dem Zelglihof. Es ging aber auch um ...
Mägenwil: Rund 80 Personen interessierten sich für eine Flurbegehung auf dem Zelglihof und hörten dem Förster und dem Landwirt zu
Jedes zweite Erbsli kommt aus dem Aargau – das erfuhren rund 80 Interessierte auf dem Zelglihof. Es ging aber auch um Heckenpflege, Wasserstrategie oder die Digitalisierung in der modernen Landwirtschaft.
er am vergangenen Samstag den Zelglihof in Mägenwil besuchte, erfuhr bei einer Flurbegehung viel Wissenswertes über den modernen Landwirtschaftsbetrieb. Die Mägenwilerinnen und Mägenwiler wurden von Daniel und Silvia Habegger, die den Zelglihof betreiben, gemeinsam mit dem Mägenwiler Gemeinderat zu diesem Rundgang eingeladen. Rund 80 Personen kamen zum Bauernhof am Dorfrand von Mägenwil. Drei Themenbereiche standen im Zentrum dieses Hofbesuchs, entsprechend wurden die Interessierten in drei Gruppen aufgeteilt, die von Experten geleitet wurden. Landwirt Daniel Habegger informierte auf seinem Hof über modernen Ackerbau im Zeitalter der Digitalisierung. Matthias Müller, Abteilungsleiter Landwirtschaft des Kantons Aargau, sprach über die Herausforderungen im Umgang mit Trockenheit. Und Markus Lüthy, Revierförster im Forstbetrieb Birretholz, fokussierte auf die Bedeutung und die Pflege von Hecken zwischen Weiden und Feldern.
Strategien zur Wasserknappheit
Nach dem langen, heissen Sommer ohne nennenswerten Niederschlag erklärte Matthias Müller, wie die Landwirtschaft künftig mit der Trockenheit umgehen kann. Er sprach über die kantonale Wasserstrategie, wonach die Ressource Wasser langfristig gesichert, geschützt und auch nachhaltig genutzt werden soll. Diese Strategie schafft die Grundlage für einen ganzheitlichen Umgang mit Wasser, damit trotz Herausforderungen wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum und wirtschaftlicher Entwicklung genügend Wasser in guter Qualität für Mensch, Natur und Wirtschaft zur Verfügung steht. Dazu gehören auch moderne Bewässerungssysteme.
Die Wasserknappheit zeigt sich indes auch standortgebunden – Mägenwil zählte in der Region beispielsweise zu den ersten Gemeinden, die ab Mitte Juli Wasserverbote aussprachen. Aktuell sind Landwirtinnen und Landwirte vor allem besorgt, weil nach der langen Trockenperiode Futtermangel herrscht. Im Zusammenhang mit der Futterbeschaffung sind der Druck gross und die finanzielle Belastung hoch.
Über die Bedeutung von Hecken, Böschungen und Bächen sprach Revierförster Markus Lüthy. Die Landwirtschaft zieht einen grossen Vorteil aus der Hecke, weil sie zahlreichen Nützlingen Unterschlupf bietet. Diese finden auf den angrenzenden Äckern und Weiden ihr Futter. Die Kehrseite von Hecken ist, dass in einer Hecke aber auch Schädlinge überwintern.
Hecken im Kulturland werden als Öko-Ausgleichsfläche angerechnet – solche Ausgleichsflächen muss heute jeder Betrieb vorweisen. Markus Lüthy erklärte den Besuchenden, wie Hecken gepflegt werden sollen. Der Forstbetrieb pflegt und mäht auch Böschungen entlang von Bahngeleisen und Bächen. Wie dies mittels Heuschieber funktioniert, demonstrierte ein Lehrling. Der Forstbetrieb Birretholz konnte sich mit der Heckenpflege im Kulturland zudem ein zusätzliches, wirtschaftliches Standbein schaffen.
Jedes zweite Erbsli aus dem Aargau
Bei Landwirt Daniel Habegger erfuhren die drei Gruppen viel über den modernen Ackerbau. Habegger zeigte, wie Gemüse heute mit modernen Geräten auf effiziente Weise gesät und gesetzt werden kann. Er erklärte auch moderne Methoden der Düngung und Unkrautvernichtung. Vieles ist in der modernen Landwirtschaft digital organisiert und wird mittels Computerprogrammen umgesetzt. Durch den gezielten Einsatz von Dünger und Unkrautvernichtung werden erhebliche Mittel eingespart. Wie eine Maschine zur Unkrautvernichtung funktioniert, demonstrierte auch hier der Lehrling. Landwirt Daniel Habegger erzählte nicht nur vom Anbau von Gemüse, sondern auch von dessen Verarbeitung. Zudem lieferte er Zahlen zur Ernährung der Bevölkerung in der Schweiz. Schliesslich erklärte er: «Jedes zweite Erbsli kommt aus dem Aargau.» Und diese Erbsen werden auch auf dem Zelglihof angebaut.
Zweieinhalb Stunden später und um viele Informationen reicher, durften die Besucherinnen und Besucher geniessen, was der Zelglihof an unterschiedlichen Nahrungsmitteln hergibt. Silvia Habegger verköstigte die Gesellschaft mit ihrer Crew «Habeggers», offeriert wurde alles von der Gemeinde Mägenwil. (hhs)




