Tägerig: Das vielleicht grösste Sonnenblumenfeld der Region steht in voller Blüte. Viele bewundern diese Pracht
Sonnenblumen soweit das Auge reicht. Die unzähligen Sonnenblumenblüten strahlen mit der Sonne um die Wette. Dass sie nun blühen, ist einer ...
Tägerig: Das vielleicht grösste Sonnenblumenfeld der Region steht in voller Blüte. Viele bewundern diese Pracht
Sonnenblumen soweit das Auge reicht. Die unzähligen Sonnenblumenblüten strahlen mit der Sonne um die Wette. Dass sie nun blühen, ist einer Vogelschreckanlage zu verdanken. Diese sorgte aber für Gesprächsstoff im Dorf.
Sonnenblumenfelder sind nichts neues im Reusstal. Doch am Tägeriger Sonnenblumenfeld ist es die Grösse, die die goldgelben Blumen erst so richtig in Szene setzt. Auf sechs Hektaren gedeihen tausende von Sonnenblumen, die Köpfe recken sie der Sonne entgegen. Und diesen Blickfang lassen sich Blumenliebhaber nicht entgehen – das Feld wird zum beliebten Fotosujet. Doch, dass dieses Feld nun in voller Pracht erstrahlt, dafür war im Frühjahr eine Vogelschreckanlage im Einsatz.
Erste Saat fiel Vögeln zum Opfer
Die erste Einsaat für das Sonnenblumenfeld wurde von einem Taubenschwarm und Krähen gefressen. Die Bauernfamilie beklagte einen Totalausfall. Ersatzsaat wurde besorgt. Doch kurz nach der erneuten Aussaat, waren die Vögel wieder da. Die Bäuerin (sie will wegen befürchteten Repressionen nicht namentlich erwähnt werden) lieh sich in der Not eine Vogelschreckanlage aus. Diese liess sie ordnungsgemäss vom Kanton bewilligen. Kaum war die Anlage im Einsatz, wurde von Spaziergängern das dumpfe Geknalle der Anlage beklagt. «Wir reduzierten den Einsatz der Anlage und liessen sie nur noch am Morgen laufen. Bereits zu Pfingsten war sie wieder weg, da die Pflanzen bereits gross genug waren», so die Bäuerin. Ohne Einsatz der Anlage, wäre auch die zweite Saat den Vögeln zum Opfer gefallen. «Wir leben von der Landwirtschaft. Es ist unsere Existenzgrundlage», sagt sie.
Sonnenblumenfeld ist ein Blickfang
Umso mehr freut sich die Tägeriger Bäuerin, dass sie nun der Bevölkerung mit der Schönheit der Sonnenblumen etwas für die kurze Unannehmlichkeit zurückgeben kann. Doch nicht nur Menschen lockt das Sonnenblumenfeld an. Unzählige Bienen sammeln eifrig auf den Blüten Nektar. Das dürfte auch die Imker der Umgebung freuen.
Leider hält der Blütenzauber nicht bis zur Ernte. Die Blumen trocken aus, die Samen reifen heran. Im Herbst werden sie dann geerntet und zu Schweizer Sonnenblumenöl verarbeitet. Für alle, die sich vor dem Einsatz der Vogelschreckanlage im nächsten Jahr fürchten, kann sie Entwarnung geben. Es wird wegen der Fruchtfolge nie auf einem Feld das Gleiche hintereinander angepflanzt. Die Vogelschreckanlage wird in anderen Dörfern zum Einsatz kommen.
Leider sind nicht alle den Sonnenblumen wohlgesinnt. Jugendliche Vandalen köpften die Blumen in der ersten Reihe. Die Polizei hat sie bereits zur Rede gestellt.
Debora Gattlen