Das Aargauer Mitglied der Rugby-Nationalmannschaft gab an der Primarschule Kleine Kreuzzelg Auskunft und leitete ein Training
Ein besonderes Erlebnis hatten kürzlich 28 Kinder, welche das Schulsportfach «Rugby, Raufen, Kämpfen» an der Primarschule ...
Das Aargauer Mitglied der Rugby-Nationalmannschaft gab an der Primarschule Kleine Kreuzzelg Auskunft und leitete ein Training
Ein besonderes Erlebnis hatten kürzlich 28 Kinder, welche das Schulsportfach «Rugby, Raufen, Kämpfen» an der Primarschule Mellingen-Wohlenschwil besuchen. Sie durften den Profi-Rugbyspieler Jeremy Toa kennenlernen und ihn beim Training «tacklen».
Jeremy Toa ist nicht zu übersehen. Der 29-jährige Profi-Rugbyspieler ist 1.84 Meter gross und kräftig gebaut. Das braucht es im rauhen Rugby, wo Spieler (im Gegensatz zu American Football) ohne Schutzkleidung kämpfen, den Ballträger festhalten und zu Boden bringen; man spricht vom «Tacklen». Bei seinem Besuch an der Primarschule Kleine Kreuzzelg setzte sich der Profispieler bescheiden auf einen Kinderstuhl und begab sich damit auf Augenhöhe mit den faszinierten Kindern. Eingeladen hatte den Sportler Primarlehrer Davide Mancina. Er spielte selbst 17 Jahre beim Rugby-Club Würenlos und leitet das Schulsportfach «Rugby, Raufen, Kämpfen». Er interviewte Jeremy Toa, den er als Junior gefördert hatte, am Anlass. Man erfuhr, dass Toas Mutter aus der Schweiz und der Vater aus Samoa in Polynesien stammt, wo der aus England stammende Sport eine grosse Tradition hat. Er begann mit vier bis fünf Jahren Rugby zu spielen. Toa ist in Hausen AG aufgewachsen. «Ich habe vor meiner Sportlerkarriere eine Maurer-Lehre absolviert», erzählte er. Er war zuerst Junior im Rugby Club Würenlos und schaffte 2016 den Schritt nach England und Frankreich zu professionellen Rugby-Clubs. Mittlerweile spielt er als fixer Stammspieler für die Schweizer Nationalmannschaft. Wegen einer Verletzung muss er zurzeit pausieren. Im Februar gehts aber wieder los. «Für die Nati spielen, ist etwas vom Heftigsten», sagte er, «da bekomme ich Gänsehaut. Es ist eine grosse Ehre, dein Land vertreten zu dürfen.» Die Buben durften ihm auch Fragen stellen. Was er denn esse, wenn er trainiere. «Proteinhaltig. Sehr viel Fleisch, Teigwaren und sehr viel Gemüse.» Wo er in Frankreich gelebt habe? In Carcassonne. Französisch lernte er dort schnell. Rugby sei ein Ventil für ihn, um Energie loszuwerden und einfach «pure Freude». «Im Rugby findest du Kameraden fürs Leben», sagte der Profi. Er gab den Kindern auch diesen Tipp auf den Weg: «Wenn ihr etwas wollt, dann macht es mit Vollgas und fokussiert eure ganze Energie darauf. Gebt 100 Prozent.» Nach soviel positiver Motivation und einer kleinen Autogrammrunde, ging es nach draussen. Die Buben demonstrierten einigen zuschauenden Eltern und dem Reporter, was sie drauf haben. «Jeremy Toa liess sich ‹tackeln› und zu Boden fallen. Das war super!», sagte Joachim Blindenbacher aus Fislisbach nach dem Training. Seine Eltern mieteten extra ein Mobility-Auto, damit er pünktlich zum Anlass kommen konnte. Er ist eine Nachwuchshoffnung, spielt seit zwei Jahren und will in den Rugby Club Würenlos. Ganz wie sein Vorbild.
Marc Benedetti