Mellingen: Anfang Woche wurde die Reussbrücke um 2,6 Meter angehoben. So wird das Gerüst unter der Brücke vor Hochwasser geschützt
Fast drei Meter höher liegt die Brücke jetzt über der Reuss. Der Kraftakt ist gelungen. Und die Brücke wird ...
Mellingen: Anfang Woche wurde die Reussbrücke um 2,6 Meter angehoben. So wird das Gerüst unter der Brücke vor Hochwasser geschützt
Fast drei Meter höher liegt die Brücke jetzt über der Reuss. Der Kraftakt ist gelungen. Und die Brücke wird bis nächstes Jahr dort oben bleiben.
Wie sieht es aus, wenn die Reussbrücke 2,6 Meter höher liegt als gewohnt? Auf dem Städtlisteg blieben am Dienstag einige stehen, um sich dieses Spektakel zu Gemüte zu führen. Der neue Anblick ist durchaus eindrücklich: Die Brücke hat die Höhe erreicht, die während der Bauphase nötig ist. Das Brückengeländer liegt gleichauf mit der Krümmung des Torbogens, der ins Städtli führt. Die Brücke war bereits seit Anfang März für alle Verkehrsteilnehmenden gesperrt. Nun ist eine Querung definitiv unmöglich. Der Abstand zwischen der früheren Hauptgasse bis zur Brückenfahrbahn ist so hoch – es handelt sich um die besagten 2,6 Meter, dass er nur mit einer Leiter überwunden werden könnte.
Grund für die Anhebung der Brücke
Für den Rückbau der Fahrbahnplatte sowie für Stahlbauarbeiten wird unter der Brücke ein Schutzgerüst installiert. Um dieses Gerüst bei Hochwasser nicht zu gefährden, musste die Reussbrücke angehoben werden. Ohne diese Massnahme, wäre der Wasserspiegel bereits bei einem zweijährigen Hochwasser höher als der untere Teil des Schutzgerüstes gewesen. Das wäre für das Gerüst gefährlich und würde den Hochwasserabfluss reduzieren. Christian Birchmeier, Projektleiter Brückenbau beim Kanton, erklärt: «Die Brücke wurde so grosszügig angehoben, dass das Schutzgerüst auch bei einem Jahrhundert-Hochwasser genügend Reserve hat.»
Sowohl Birchmeier als auch Bauführerin Laurence Spaar sind mit den Arbeiten zufrieden. «Es gab keine Komplikationen, alles lief reibungslos und nach Plan», sagt Spaar. Sie hätten am Montagmorgen mit der Anhebung der Brücke begonnen und bis Dienstagmittag Schritt für Schritt die gewünschte Höhe erreicht. Das beauftragte Unternehmen Hebag aus Winterthur hievte die 350 Tonnen schwere Reussbrücke mittels Synchron-Hubsystem routiniert in die Höhe. Dafür war allerdings auch viel Muskelkraft nötig. Bis zu sechs Bauarbeiter schleppten viele der rund 25 Kilo schweren Stapelelemente. Diese Elemente bauten sie Stück für Stück in den Stapelturm ein, dessen Gesamthöhe am Schluss bis zu vier Meter betrug. Die vier Stapeltürme wurden an den Widerlagerwänden befestigt, so dass sie nicht umkippen können.
Ab heute Freitag, 10. Juli, wird der Stahlrahmen gebaut, der die vier Stapeltürme ersetzen soll. Denn danach wird die Brücke um wenige Zentimeter abgesenkt und auf den Stahlrahmen gelagert. Sind sämtliche Arbeiten erledigt und die neue Fahrbahnplatte betoniert, wird die Brücke nächstes Jahr wieder komplett abgesenkt.
Heidi Hess