Kein «Ballenberg» in der Weilerzone
14.04.2026 NiederrohrdorfNiederrohrdorf: Informationsveranstaltung über Teiländerungen in den Weilern «Holzrüti» und «Vogelrüti»
Während der Frühlingsferien informierte die Gemeinde über Umnutzungen in den Weilern «Holzrüti» und ...
Niederrohrdorf: Informationsveranstaltung über Teiländerungen in den Weilern «Holzrüti» und «Vogelrüti»
Während der Frühlingsferien informierte die Gemeinde über Umnutzungen in den Weilern «Holzrüti» und «Vogelrüti». Die Diskussion wird emotional geführt. Kritisiert wurde unter anderem, dass die Zeit für die Mitwirkung zu kurz ist.
Rund 40 Personen kamen an die Informationsveranstaltung zu möglichen Umnutzungen in den Weilern «Holzrüti» und «Vogelrüti». Dazu liegt seit dem 1. April und noch bis zum 1. Mai ein Bericht im Mitwirkungsverfahren bei der Gemeinde öffentlich auf. Wäre die Info-Veranstaltung, die letzten Donnerstag stattfand, nicht in die Schulferien gefallen, wären wohl weit mehr Interessierte gekommen. Das komplexe Thema Teiländerung Weilerzone wurde äusserst emotional diskutiert.
Zum Info-Abend eingeladen hatten der Gemeinderat, vertreten durch den Ressortverantwortlichen Patrik Hitz, sowie der Bauverwalter Andreas Ritter. Die Planer Colin Schär und Isabelle Gloor vom Badener Planungsbüro Scheidegger und Partner arbeiteten den Planungsbericht aus. Dazu hatten sie im vergangenen Jahr unter anderem eine Begehung der beiden Weiler gemacht und die Grundeigentümer ausserdem zu einer schriftlichen Umfrage eingeladen.
«Spielraum für Nutzung erhöhen»
Weil in ländlichen Kleinsiedlungen immer mehr freistehende Ökonomiebauten wegen des Strukturwandels in der Landwirtschaft nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden, soll im Rahmen einer Teilrevision der Nutzungsplanung in Niederrohrdorf nun eine Weilerplanung umgesetzt werden. Weil die Weiler aber ausserhalb der Bauzone liegen, ist ihre Umnutzung laut Bundesrecht nur beschränkt möglich. Eine Weilerplanung ermöglicht indes, dass Ökonomiebauten und andere Gebäude einer besonderen Gebäudekategorie unterstellt werden. Gemäss Planer kann eine «Weilerplanung den Spielraum für zulässige Nutzungen erkennbar erhöhen». Dennoch geht es auch künftig um den Erhalt der traditionellen Siedlungsform.
Die Planer unterteilten die Gebäude in der «Holzrüti» und in der «Vogelrüti» in «prägende Gebäude» und «Potenzialgebäude». Sie informierten über künftige Nutzungen im Bereich Wohnen, Landwirtschaft und Gewerbe. Sie erklärten Gestaltungsvorschriften und definierten schützenswerte Bäume. «Neue Gebäude dürfen hier nicht gebaut werden», betonte jedoch Colin Schär. «Das ist eine Nichtbauzone.» Andreas Ritter, Patrik Hitz und die Planer Gloor und Schär sahen sich an diesem Abend schon früh einem Kreuzfeuer an kritischen Fragen der Interessierten, die überwiegend in diesen Weilern daheim sind, ausgesetzt.
«Sind nur noch Bauerngärten erlaubt?», lautete eine Frage. – Pflanzgärten seien auch künftig erlaubt, aber keine neuen Gartenanlagen und auch keine Gartenhäuschen. «Wir wollen doch kein Ballenberg», meinte einer. Diskutiert wurde zudem die Anzahl möglicher Parkplätze, etwa im Zusammenhang mit künftigen Wohn-Umnutzungen bestehender Gebäude.
Vertieft auseinandergesetzt mit dem rund 60-seitigen Bericht hatte sich «Holzrüti»-Bewohner Felix Meier. Er müsste in seinem Garten mehrere Kleinbauten wie Holzbeigen, Hühnerstall oder Grillhüttli zurückbauen. Meier regte an, den Bericht zur Weilerplanung sehr genau anzuschauen: «Wir müssen uns jetzt wehren.» Die Möglichkeit zur Mitwirkung zu nutzen und Vorschläge schriftlich bei der Gemeinde einzureichen, dafür plädierten aber auch die Planer und der Bauverwalter. Weil mehrfach moniert wurde, dass der Info-Anlass zu kurzfristig angesetzt worden sei, noch dazu in den Ferien und dass ausserdem bis zum 1. Mai zu wenig Zeit für die Mitwirkung bleibe, will Patrik Hitz im Gemeinderat eine Fristerstreckung der Mitwirkung bis zum 30. Juni anregen.
Heidi Hess
Zweiter Info-Anlass: 21. April, 19 Uhr, Gemeindesaal Niederrohrdorf.

