Niederrohrdorf: Keine Offenlegung des Mülibachs für 1,3 Millionen Franken

  29.11.2025 Niederrohrdorf, Niederrohrdorf

Die «Gmeind» dauerte diesmal lange. Erst um 23.30 Uhr endete der offizielle Teil der Versammlung, bevor es zum Apéro ging. Waren am Anfang 168 Personen anwesend, verliessen einige die Aula im Laufe des Abends, am Schluss waren noch 162 Stimmberechtigte anwesend.

Das Protokoll und der neue Konzessionsvertrag mit der AEW Energie über 25 Jahre wurden als erste genehmigt. Die Vorlage zum Projektierungskredit Dorfschüür und Kollerhaus war vielen Stimmberechtigten noch zu vage. Der Schützenbund Niederrohrdorf ist ausserdem nicht zufrieden, weil der Luftgewehrstand und die Schützenstube im Ökonomiegebäude laut Vorstandsmitglied Reto Attiger im neuen Projekt nicht vorgesehen seien. Ein Rückweisungsantrag von Daniel Zehnder, die Vorlage aufgrund der Voten zu überprüfen, wurde mit 131 Stimmen angenommen. Der ursprünglich genehmigte Budgetkredit von 200 000 Franken wurde in einen Investitionskredit umgewandelt.

Renaturierungs-Projekt abgelehnt

Ein beantragter Verpflichtungskredit über 1,3 Millionen Franken für das Renaturierungsprojekt Mülibach wurde mit 84 Nein- zu 69 Ja-Stimmen abgelehnt. Vizeammann Reto Grunder hatte sich stark für die «grüne Oase» im Dorf engagiert. Einige Anwesende fanden aber die Offenlegung wegen der Nähe des Kindergartens zu gefährlich. Auch die Kosten gaben zu reden.

Beim Geschäft des Verpflichtungskredits für den Umbau des Gemeindezentrums, wo der Gemeinderat 565 000 Franken beantragte, gab es einen Änderungsantrag von Michael Notter (Mitte). Er wollte nur 450 000 Franken sprechen. Sein Antrag erhielt 35 Stimmen. Der Antrag des Gemeinderats obsiegte jedoch mit 115 Stimmen.

Über die Vorlage des Verpflichtungskredits für den Bau des Bolzplatz und die Sanierung des Spielplatzes beim Kollerhaus wurde lange diskutiert und es gab verschiedene Anträge und Abstimmungen. Schliesslich stimmte die Gmeind nicht der vom Gemeinderat empfohlenen Variante 1, sondern der von der Mittepartei bevorzugten Variante 3 zu; für diese müssen Pflanzgärten aufgehoben werden.

Die Gmeind sagte als drittletzte Vertrags-Gemeinde Ja zur Einführung des Gebührenreglements für die Regionalpolizei Rohrdorfberg-Reusstal.

Die Teilrevision des kommunalen Personalreglements passierte mit 156 Ja- zu einer Nein-Stimme.

Kulturkreis erhält höheren Beitrag

Das Budget 2026 der Einwohnergemeinde mit einem Ertragsüberschuss und einem gleichbleibenden Steuerfuss von 97 Prozent wurde grossmehrheitlich angenommen. Ein Änderungsantrag betraf den Kulturkreis, der um eine Erhöhung des jährlichen Beitrags der Gemeinde von heute 3000 Franken um 7000 auf 10 000 Franken bat.  Der Änderungsantrag wurde mit 125 Ja-Stimmen angenommen.

Verschiedene Redner wiesen darauf hin, dass auf Niederrohrdorf wegen den Bauprojekten Kreisschule und Primarschulhaus grosse Investitionen zukommen, die Gemeinde sich mit rund 50 Millionen Franken verschulden und sich neue Investitionen genau überlegen muss.

Am Schluss verabschiedete Frau Gemeindeammann Gisela Greder den Ende Jahr zurücktretenden Vizeammann Reto Grunder (FDP) mit warmen Worten.

Marc Benedetti

Mehr dazu lesen Sie in der nächsten Ausgabe des Reussboten


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