Niko Läderach studiert Philosophie und Germanistik an der Universität Zürich, arbeitet als Assistenz im Kinder- garten und an Wochenenden im Sportcenter. Seine Freizeit verbringt er gerne draussen mit dem Hund, an der Reuss, aber auch mal ge- mütlich zu Hause bei einer ...
Niko Läderach studiert Philosophie und Germanistik an der Universität Zürich, arbeitet als Assistenz im Kinder- garten und an Wochenenden im Sportcenter. Seine Freizeit verbringt er gerne draussen mit dem Hund, an der Reuss, aber auch mal ge- mütlich zu Hause bei einer Lektüre.
Wer kennt sie nicht? Die total überladenen Flyer für Anlässe, die seit ca. einem halben Jahr nicht mehr wegzudenken sind. Überall tauchen sie auf. Sie werben für tausende von unterschiedlichen Anlässen, sehen aber alle gleich aus. 30 Textfelder in jeglichen Schriftarten, manchmal informativ, manchmal mit gar nicht mal so gelungenen Werbeslogans. Daneben, dazwischen und ganz sicher im Hintergrund sind irgendwelche Motive abgebildet. Zig verschiedene Drinks bei Partys, Motorräder bei Bikertreffs oder eine falsche Skyline fürs Stadtfest. Sie merken schon, ich bin nicht gerade Fan von KI-generierten Flyern, Plakaten oder Bildern.
Zu bemängeln gibt es einiges. Dass beim Flyer für ein Stadtfest oder die Neueröffnung eines Cafés Gebäude abgebildet sind, die es so gar nicht gibt ist schon ziemlich übel. Der Biker, der mit seinen sieben Fingern munter vom Motorrad grüsst, ist schon fast ein KI-Klassiker, kaum der Rede wert. Grundsätzlich wäre das ja gar nicht so schlimm. Man versteht ja trotzdem, dass es sich um Werbung fürs Stadtfest oder den Bikertreff handelt. Wirklich schlimm ist aber, dass all diese Flyer genau gleich aussehen. Ich könnte nicht einmal sagen, ob es die Anordnung der Textfelder und Motive ist oder ob immer dieselben Schriftarten auftauchen. Man erkennt aber bereits aus 50 (Scroll-) Metern Entfernung, dass es sich um ein weiteres tolles Exemplar der Gattung KI-Flyer handelt. Mir ist schon klar, das Erstellen eines Flyers ist nicht immer einfach und wahrscheinlich für die meisten, die einen Anlass organisieren nicht die liebste Arbeit und das Highlight. Die KI-Flyer sind da aber keine Lösung. Ich möchte es einmal kurz zusammenfassen: Sie sind absolut lieblos und hässlich. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, einen Anlass zu besuchen, bei dem es den Organisierenden egal ist, dass sie auf ihrem Plakat ein Wahrzeichen der Stadt falsch abbilden. Ganz zu schweigen davon, dass doch inzwischen jedem klar sein muss, dass all diese KI-Flyer genau gleich (hässlich) aussehen. Ich finde schon: Ein bisschen Kreativität, Eigenständigkeit und Liebe zum eigenen Anlass dürfte auf einem Flyer schon erkennbar sein. Mir reicht sogar etwas Persönlichkeit. Lieber schaue ich mir einen hässlichen Flyer an, bei dem ich sehe, dass ihn eine absolut graphisch untalentierte Person gestaltet hat. Alles ist besser als diese elenden, immer gleichen KI-Flyer.