Die Spitexorganisation am.pm., die ihr Büro beim Zentralplatz hat, ist in Liquidation gegangen
Elf Jahre lang ging es der privaten Spitexorganisation mit Hauptsitz in Mellingen gut. Im letzten Herbst wurde der Konkurs eröffnet. Mittlerweile sind alle Filialen ...
Die Spitexorganisation am.pm., die ihr Büro beim Zentralplatz hat, ist in Liquidation gegangen
Elf Jahre lang ging es der privaten Spitexorganisation mit Hauptsitz in Mellingen gut. Im letzten Herbst wurde der Konkurs eröffnet. Mittlerweile sind alle Filialen aufgelöst.
Die Türen der privaten Spitex am.pm. beim Zentralplatz sind geschlossen. Auf den Glasscheiben vor ihren Büros wirbt die Spitexorganisation mit den Worten, dass sie eine 24-Stunden-Betreuung an sieben Tagen die Woche in den Bereichen professionelle Pflege, Angehörigenpflege oder Haushaltshilfe anbietet. Wer allerdings zu offiziellen Öffnungszeiten vorbeikommt – wochentags zwischen 8 und 17 Uhr – steht beim Zentralplatz vor geschlossenen Türen. Auch die Telefonnummer, die ebenfalls dort angegeben ist, hilft nicht weiter. Wer sich in die Nummer einwählt, erfährt: «Diese Nummer wird nicht mehr verwendet.» Tatsächlich wurde gegen die private am.pm. Spitex GmbH in Mellingen Ende Oktober des vergangenen Jahres der Konkurs eröffnet. Wenige Tage später, Anfang November, wurde die Meldung im Amtsblatt des Kantons Aargau publik gemacht. Laut Aargauer Handelsregister befindet sich die auf Petrit Markaj eingetragene Firma mit Hauptsitz in Mellingen und verschiedenen Niederlassungen in mehreren Kantonen in Liquidation.
«Das erwarteten wir nicht»
Auf Nachfrage erklärt Inhaber Petrit Markaj: «Für uns ist eine kleine Welt zusammengebrochen. Das erwarteten wir nicht.» Die Verkettung unglücklicher Umstände hätten zum Konkurs seiner privaten Spitex geführt. Diese stünden im Zusammenhang mit Krankentaggeldern und seien vor allem versicherungstechnischer Art. Nach der Konkurseröffnung durch das Obergericht des Kantons Aargau hätten sie den Fall bis vor Bundesgericht weiterziehen können. Die damit verbundenen Kosten konnten sie hingegen nicht tragen. Mittlerweile sind sämtliche Filialen der am.pm. Spitex geschlossen, wie Petrit Markaj erklärt. Laut Handelsregister existierten Zweigniederlassungen in Rotkreuz, Dietikon und auch in Basel. Im Internet findet man am.pm. auch in Bremgarten oder Wohlen.
An die 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigte das Unternehmen, inklusive mehrerer Auszubildender. Sie alle habe man umplatzieren können, erklärt Inhaber Petrit Markaj. Anschlusslösungen habe man ausserdem für diejenigen Klientinnen und Klienten gefunden, die durch die private Spitexorganisation betreut wurden.
Eine Neugründung in Steinhausen
Gegründet hatte Markaj am.pm. vor elf Jahren, 2014 in Bremgarten, als private Spitexorganisation in Ergänzung zur öffentlichen Spitex. Kurz darauf wollte der Gründer des damals «familiären Jungunternehmens», wie er es selbst bezeichnete, expandieren. Ein Eintrag in den Sozialen Medien von 2017 zeigt, dass Markaj im Kanton Zug Fuss fasste. Er präsentierte sein Unternehmen damals beim Dorfmarkt in der Zuger Gemeinde Risch-Rotkreuz. Dort eröffnete er eine Filiale und hielt fest, dass die private Spitex am.pm. sich nicht als Konkurrenz zur öffentlichen Spitex verstehe. Vielmehr sei sie eine Ergänzung in enger Zusammenarbeit mit allen beteiligten Institutionen. Eine private Spitex könne neben kassenpflichtigen viele weitere Dienstleistungen anbieten, die von der Gesellschaft zunehmend gefragt würden – beispielsweise Begleitdienste oder andere Bedürfnisse ausserhalb des Pflegebereiches.
Die Geschäftsführerin, die damals in Risch arbeitete, war zuletzt und bis zur Liquidation von am.pm auch als Geschäftsführerin in Mellingen tätig. Unter ihrem Namen wurde im November 2025 die neue Spitex One GmbH in Steinhausen, im Kanton Zug, gegründet, wie ein Eintrag im Handelsregister zeigt.
Heidi Hess