Mellingen: Projekt wird wegen der angespannten finanziellen Lage vorerst zurückgestellt. Kantonale Unterstützung ist an Baubewilligung geknüpft.
Der Stadtrat Mellingen verzichtet darauf, den Verpflichtungskredit für den neuen Kunstrasenplatz an der ...
Mellingen: Projekt wird wegen der angespannten finanziellen Lage vorerst zurückgestellt. Kantonale Unterstützung ist an Baubewilligung geknüpft.
Der Stadtrat Mellingen verzichtet darauf, den Verpflichtungskredit für den neuen Kunstrasenplatz an der Gemeindeversammlung vom 25. November zu traktandieren.
ngesichts der angespannten finanziellen Lage wird das Projekt in Rücksprache mit dem FC Mellingen vorerst zurückgestellt. Ein späteres Traktandum im Sommer 2027 bleibt grundsätzlich möglich», heisst es in einer Medienmitteilung der Stadt Mellingen.
Kantonales Förderprogramm
2023 hat das kantonale Departement Bildung, Kultur und Sport das Schwerpunktprogramm «Kunstrasenplätze» lanciert. Im Kanton Aargau stehen rund 1000 Kinder auf den Wartelisten der Fussballclubs. Diese Situation ist grösstenteils auf die begrenzte Nutzbarkeit von Naturrasenplätzen zurückzuführen. Kunstrasenplätze bieten die Möglichkeit für eine ganzjährige und wetterunabhängige Nutzung und entlasten Hallenkapazitäten. Während im Kanton Zürich 145 solcher Plätze zur Verfügung stehen, sind es im Aargau lediglich 15.
Der Kanton fördert deshalb den Neubau von bis zu elf Fussball-Kunstrasenplätzen mit einem Beitragssatz von 25 Prozent der anrechenbaren Kosten (bis zu 400 000 Franken) aus dem Swisslos-Sportfonds. Dies entspricht einer Verdoppelung des üblichen Maximalbeitrags für lokale Sportanlagen. Die kantonale Unterstützung bleibt für Fussball-Kunstrasenplätze gesichert, sofern diese 2024 bis 2027 die Baubewilligung erhalten.
Kosten und Vergleich zur Sanierung
Die Stadt Mellingen hat sich in Rücksprache mit dem FC Mellingen für diese Unterstützung beworben und den Zuschlag erhalten, heisst es in in der Mitteilung weiter. Der ursprüngliche Kostenvoranschlag beläuft sich auf 2,55 Millionen Franken (inkl. MwSt.). Zieht man den voraussichtlichen Beitrag des FC Mellingen (120 000 Franken) sowie den Beitrag aus dem Swisslos-Sportfonds ab, bleiben Bruttokosten von 1,92 Millionen Franken zu Lasten der Stadt Mellingen (unter Berücksichtigung identifizierter Sparmöglichkeiten von 110 000 Franken). Die in einigen Jahren ohnehin fällige ordentliche Sanierung des Nebenplatzes ist mit 700 000 Franken im Investitionsprogramm vorgesehen. Der Kunstrasen wäre demnach um gut 1,2 Millionen Franken teurer und würde mehr als das 2,7-fache der ordentlichen Sanierung kosten.
Restriktive Budgetierung
Der Stadtrat informierte letzte Woche über das Budget 2027, welches einen Aufwandüberschuss von 3,5 Millionen Franken erwartet. Auch das laufende Jahr wird gemäss Hochrechnung mit einem Defizit von rund 2 Millionen Franken (statt der budgetierten 660 000 Franken Minus) deutlich schlechter abschliessen. Grund dafür sind hauptsächlich stark steigende, unbeeinflussbare gebundene Ausgaben (Pflegefinanzierung, Spitex, Bildung, Soziales und Asylwesen sowie höhere Abschreibungen).
Massnahmenplan wird erarbeitet
Da diese Kosten den Finanzhaushalt stark belasten, fährt der Stadtrat bei allen beeinflussbaren Budgetpositionen einen restriktiven Kurs. Es werden ausschliesslich unumgängliche Ausgaben getätigt; auf «Nice-tohave»-Projekte wird konsequent verzichtet. Im Januar 2027 erarbeitet der Stadtrat zusammen mit der Finanzkommission und der Verwaltung in einem Strategie-Workshop einen konkreten Massnahmenplan. Wie diese Zeitung in der Grossausgabe vom Freitag berichtete, budgetiert die Einwohnergemeinde Mellingen für 2027 einen Aufwandüberschuss (Verlust) von 3,54 Millionen Franken. Dies aufgrund stark gestiegener Kosten. (mbe)