Das erste Buch von Nicole Egloff trägt den vielsagenden Titel «Das Radiesli stimmt mich zuversichtlich»
Im Buch porträtiert die in Tägerig aufgewachsene Autorin Bauernhöfe, die jeden Tag beweisen, dass Landwirtschaft umwelt- und ...
Das erste Buch von Nicole Egloff trägt den vielsagenden Titel «Das Radiesli stimmt mich zuversichtlich»
Im Buch porträtiert die in Tägerig aufgewachsene Autorin Bauernhöfe, die jeden Tag beweisen, dass Landwirtschaft umwelt- und sozialverträglich geschehen und trotzdem Lebensmittel in relevanter
Menge produzieren kann.
Nicole Egloffs erstes Buch erschien im August 2025 und verzeichnet bereits die zweite Auflage. Die Autorin stellt darin in zwölf Reportagen Landwirtschaftsbetriebe vor, welche eine «Leuchtturmfunktion» haben. Sie produzieren Bio, vermarkten direkt oder machen sonst etwas anders als Kollegen und Kolleginnen. Auf den Höfen hat sie jeweils drei Tage mitgearbeitet und viel mit den Menschen geredet. Entstanden sind zugängliche Reportagen über innovative Landwirtschaftsbetriebe, illustriert mit Bildern der Fotografin Raphaela Graf. «Das Buch richtet sich in erster Linie an alle, die essen», sagt die freischaffende Journalistin und Autorin auf Anfrage. «Wir als Konsumierende haben es ein Stück weit in der Hand, welche Form der Landwirtschaft vorherrschen wird.» In zweiter Linie richtet sich ihr Buch auch an Landwirtinnen und -wirte, und solche die es werden wollen, auf der Suche nach Inspiration. «Mitte Dezember ist eine Studie des Bundes erschienen, die bestätigt, dass die in meinem Buch vorgestellten Ideen nicht einfach Utopien von Gutmenschen sondern zukunftsweisende sind», sagt die Autorin. Bis 2022 arbeitete sie 15 Jahre in der Kommunikationsabteilung der Organisation ProSpecieRara, die sich für den Erhalt alter Nutztierrassen und seltener Obst- und Gemüsesorten einsetzt. Die porträtierten Landwirtschaftsbetriebe befinden sich in der West- und der Deutschschweiz. Aus dem Kanton Aargau ist der Hof Adlerzart in Oberrüti im untersten Zipfel des Reusstals porträtiert. Pirmin Adler setzt auf eine vielfältige Kreislaufwirtschaft und hat in seinem Fleischmastbetrieb den Bestand von Limousin-Rindern aus ökologischen Gründen von 100 auf rund 55 reduziert. Er pflanzte rund 2500 Weiden, Haseln, Maulbeerbäume auf den Rinder-Weiden. Diese dienen als Nahrung und natürliche Zäune. Neben Rindern hält er Masthähnchen und Legehennen, die er länger leben lässt als üblich. Auch sie haben ihre Funktion im Kreislauf. Obwohl sie schon lange nicht mehr in Tägerig lebt, fühlt sich Autorin Nicole Egloff im Herzen immer noch als Reusstalerin. «Ich bin mindestens einmal pro Sommer mit dem Gummiboot auf der Reuss», sagt die 44-Jährige. Egloff wohnte bis zum 20. Lebensjahr mit den Eltern im Grüt, besuchte die Primarschule sowie die «Bez» in Mellingen und später die Kanti Wettingen. «Im SV Tägerig bin ich noch Passivmitglied», erzählt sie. Manchmal serviert sie auch an der Turnshow mit. Heute lebt sie im Solothurner Jura, in Nunningen im Schwarzbubenland. Dort hat sie selbst einen grossen Garten, hält Hühner und Kaninchen. Nicole Egloff veranstaltet Lesungen zu ihrem Buch. Eine ist bereits im Oktober in Würenlingen geplant.
Titel: «Das Radiesli stimmt mich zuversichtlich – Zwölf Bauernhöfe denken Landwirtschaft neu». Rotpunktverlag
2025. ISBN 978-3-03973-070-4.
Marc Benedetti