Mellingen: Am 17. August wird das Hallenbad wieder eröffnet. Ein Besuch zeigt, die Sanierung ist auf Kurs
In Etappen wird das Becken mit Wasser gefüllt, wegen der Wasserknappheit. Zuvor zeigt die Bademeisterin, welche Arbeiten abgeschlossen sind und wo noch Leitungen ...
Mellingen: Am 17. August wird das Hallenbad wieder eröffnet. Ein Besuch zeigt, die Sanierung ist auf Kurs
In Etappen wird das Becken mit Wasser gefüllt, wegen der Wasserknappheit. Zuvor zeigt die Bademeisterin, welche Arbeiten abgeschlossen sind und wo noch Leitungen gelegt und gemalt werden muss.
Kein Tropfen Wasser ist im Becken. Ein Anblick, der im Mellinger Hallenbad Seltenheitswert hat. Als sich Kristina Volic am Donnerstagmorgen vergangene Woche an den Beckenrand setzt, kündigt sie aber bereits an: «Heute Nachmittag wird das Becken gefüllt.» In Absprache mit dem Brunnenmeister lief seither in mehreren Etappen Wasser in das Bassin. «Normalerweise würde einfach Wasser eingefüllt», erklärt die neue Leiterin Liegenschaften, die seit Anfang April im Amt ist. «Wegen der aktuellen Wasserknappheit wird das Befüllen aber auf fünf Tage verteilt, um die Wasserversorgung nicht zu strapazieren.» Weil in Mellingen bislang noch keine Verbote ausgesprochen werden mussten, sei das zurzeit mit gutem Gewissen vertretbar.
Seit dem 20. April ist das Hallenbad geschlossen, weil eine sanfte Instandsetzung für 2,78 Millionen Franken vorgenommen wird. So hatte es die Gemeindeversammlung 2024 mit deutlicher Mehrheit beschlossen. An diesem Morgen kümmert sich ein Elektriker um einen Scheinwerfer im Becken. «Der muss repariert werden, bevor hier Wasser fliesst», erklärt Bademeisterin Manuela Paladino.
Statt Sauna, neue Garderoben
Paladino führt durch ihr Reich und zeigt, was seit der Schliessung im April alles gemacht worden ist. An den Fenstern wurden Metallstützen und -streben angebracht, Stahlelemente verstärken die Mauern vom Dach bis ins Untergeschoss, wo der Technikraum liegt. «Wichtige Massnahmen zur Erdbebensicherheit», meint Paladino. Das 1-Meter-Sprungbrett wurde ersetzt. Neben dem neuen Sprungbrett wurde ein Durchbruch in die Wand gehauen. Hinter dieser Wand befand sich bislang die Sauna. Nun ist alles ausgehöhlt. Rohe Mauern sind zu sehen, auf dem Boden Löcher für Kabel und Leitungen. Hier entstehen zwei grosse Garderoben mit Duschen und Toiletten für die Öffentlichkeit. Sie werden in der zweiten Bau-Etappe fertiggestellt und können voraussichtlich ab Januar 2027 genutzt werden.
Zügig eilt die Bademeisterin durch das Bad, führt den Besuch ins Untergeschoss. Auf der Treppe bleibt sie kurz stehen, weist auf neue Antirutschkanten. Im Untergeschoss sind Maler am Werk, streichen weisse Wände über türkisblauen Keramikplatten, die kleineren Bodenfliesen sind dunkelgrau. «Aus einem Raum wurden zwei gemacht, Garderoben für Schülerinnen und Schüler», kommentiert Paladino. Denn die Wasserfläche ist begehrt und wird genutzt von vielen Schulklassen, auch aus den Nachbargemeinden. In den kommenden Wochen wird das Mobiliar eingebaut, Licht installiert und alles gereinigt. Ein straffes Programm. «Ja», bestätigt Paladino. Und Kristina Volic ergänzt: «Das funktionierte, weil alle Unternehmen gut zusammenarbeiteten.» Sanierungsbedarf gab es auch im Technikraum. Die Bademeisterin zählt auf: «Alles neu, Kompressor, Vorfilter und auch das Ausgleichsbecken.» Angepasst wurde zudem die Wasseraufbereitung. Statt wie bisher mit Chlorgranulat, das überwiegend aus Asien importiert wird, wird das Wasser im Hallenbad künftig mittels Salzelektrolyse aufbereitet.
In drei Wochen, am 17. August, können Schwimmerinnen und Schwimmer die sanfte Renovation selbst begutachten und danach wieder ihre Längen im 25-Meter-Bassin ziehen.
Heidi Hess