Kurz vor dem ersten Halbfinal traf ich in einem Biergarten inklusive Public Viewing endlich meinen Sportsfreund Toni wieder. Er kam ohne seine spanische Freundin Maria, jedoch im Spanien-Shirt. «Sie ist anderweitig beschäftigt», war alles, was Toni dazu sagte. Natürlich ...
Kurz vor dem ersten Halbfinal traf ich in einem Biergarten inklusive Public Viewing endlich meinen Sportsfreund Toni wieder. Er kam ohne seine spanische Freundin Maria, jedoch im Spanien-Shirt. «Sie ist anderweitig beschäftigt», war alles, was Toni dazu sagte. Natürlich thematisierten wir Möchtegern-Experten als Erstes nochmals die Embolo-Schwalbe. Nach ein paar Minuten waren wir uns insofern einig, dass es nichts Neues zu sagen gab. Unsere Nati ist nach beeindruckender Leistung ausgeschieden. Punkt, basta, fertig. Wir konzentrierten und freuten uns ab sofort auf Frankreich – Spanien. Was die Spanier boten, war schlicht phänomenal, da sind sich auch die richtigen Experten einig. Im Biergarten war der spanische Teufel los. Zugegeben: Wir Franzosen-Anhänger, zu denen ich mich auch zähle, wurden leiser und leiser. Und dies am Quatorze Juillet! Toni hingegen strahlte, lachte geheimnisvoll und rief Maria an. Im grossen Lärm verstand ich kein Wort. «Ich erzähle dir nächstens mehr, Jean», rief er mir zu und machte sich aus dem Staub.
Im Final am Sonntag wird vorwiegend spanisch gesprochen werden, denn im zweiten Halbfinal rang Argentinien die Engländer nieder. Schade, dass erst in der zweiten Halbzeit Fussball gespielt wurde. Die erste glich einer vergifteten Schlacht. Mit unzähligen, gehässigen Nickligkeiten, die vor allem von den Argentiniern ins Spiel gebracht wurden. Ein echter Fussballfan will keine solchen Szenen sehen. Auch Maria und Toni nicht. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass es für die beiden momentan wichtigere Baustellen gibt. Wir werden sehen.
Jean