Tägerig: Das Dach des alten Hauses an der Kantonsstrasse fiel in Nachbars Garten. Die Mellinger Feuerwehr verhinderte Schlimmeres
Anfang Jahr berichtete diese Zeitung, dass das Abbruchhaus direkt an der Kantonsstrasse in Tägerig ein Sicherheitsrisiko ist. Der Besitzer ...
Tägerig: Das Dach des alten Hauses an der Kantonsstrasse fiel in Nachbars Garten. Die Mellinger Feuerwehr verhinderte Schlimmeres
Anfang Jahr berichtete diese Zeitung, dass das Abbruchhaus direkt an der Kantonsstrasse in Tägerig ein Sicherheitsrisiko ist. Der Besitzer sollte es abreissen. Nun hat sich das Problem quasi von selbst erledigt. Doch der Garten des Nachbarn musste dran glauben.
Direkt an der Kantonsstrasse erblickt man in Tägerig seit einigen Tagen eine Ruine. Diese Ruine ist noch übrig von dem seit Jahren leerstehenden Bauernhaus, nachdem es zusammengekracht ist. Seine letzte Bewohnerin wurde «Pfannen-Vreni» genannt. 2010 kaufte der heutige Besitzer das Haus, welches ausserhalb der Bauzone in der Landwirtschaft liegt. Eine Renovation war nicht möglich, Pläne zur Umnutzung des Areals als Autohandels-Parkplatz scheiterten ebenfalls am Widerstand des Kantons. Das Haus zerfiel. Wie der «Reussbote» am 3. März berichtete, verlangten die Gemeinde Tägerig und der Kanton vom Besitzer den Abbruch. Und zwar aus Sicherheitsgründen, weil das Haus direkt an der Kantonsstrasse liegt. Die Gemeinde Tägerig erteilte die Bewilligung für den Rückbau im April. Seither ist nichts passiert. Die Bewilligung war zwei Jahre gültig. Am Mittwoch, 26. August, gegen Abend, ist das Haus nun in sich zusammengefallen. Das Dach war schon lange kaputt. Ein Teil des Dachstocks und andere Teile fielen in den Garten des Nachbarhauses bei Amanda Ponti. Büsche gingen kaputt und ein Pizzaofen wurde wohl beschädigt. Verletzt worden ist niemand. «Wir waren weg. Aber unsere Nachbarin hat mitbekommen, wie es gegen 16.30 Uhr einen grossen Knall gab», sagt der Bruder der Mieterin. Er zeigte dem «Reussbote» die chaotische Situation vor Ort. Im Moment dürfen die Anwohner nichts anfassen oder verändern, weil die Gebäudeversicherung vorbeikommen und den Schaden begutachten wird. Am Tag des Knalls wurde die Kantonspolizei alarmiert und diese bot die Regio Feuerwehr Mellingen auf. Auch die Gemeinde wurde benachrichtigt und der Besitzer der maroden Liegenschaft.
Mit dem Bagger zurückgestossen
«Wir sind aufgeboten worden, weil das halbe Haus auf der Seite der Scheune eingestürzt war», sagt Patrick Schibli, Kommandant Regio Feuerwehr Mellingen. «Der Dachstock mit den maroden Balken hat nachgegeben. Ein Teil des Hauses und des Dachs drohte zudem auf die Strasse zu fallen. Ein Feuerwehroffizier hat einen Bagger bei seinem Arbeitgeber organisiert. Wir haben die Gebäudeteile dann mit der Baggerschaufel zurückgestossen.» Die Kosten des Feuerwehreinsatzes mit rund 10 bis 12 Mann, die Schibli auf 2000 bis 3000 Franken schätzt, würden nicht den Steuerzahlern belastet. Der Hausbesitzer habe sich einverstanden erklärt, diese zu tragen. «Ich bin froh, dass wir den Ort nun gesichert haben. Sonst wäre er am vergangenen Freitag auch unter den Sturm gekommen», sagt der Kommandant. Von Gemeindeseite war der Tägeriger Gemeinderat Thomas Mayer vor Ort. «Für uns ist die Sache noch nicht erledigt», sagt er. «Wir haben uns über mehrere Jahre mit dem Kanton und dem Eigentümer intensiv wegen dieses Hauses auseinandergesetzt.» Der Eigentümer habe bereits im März 2026 zugesichert, dass er das Gebäude zurückbauen werde. Laut Mayer wird die Bauverwaltung nun einen verbindlichen Termin für den Rückbau einfordern. «Sollte der Rückbau nicht fristgerecht erfolgen, müsste die Gemeinde weitere Schritte prüfen und gegebenenfalls den Rückbau auf Kosten des Eigentümers veranlassen. Dieser war telefonisch nicht erreichbar.
Marc Benedetti