«Mein Traum war ein kleines Restaurant mit Bar»
12.06.2026 WohlenschwilWohlenschwil: Deny Zurbuchen feiert am Sonntag ein Jubiläum – 2021 übernahm er den Traditionsbetrieb Restaurant Mühli
Ein kleines Restaurant mit Bar war sein Lebenstraum. Mittlerweile ist Deny Zurbuchen die «Mühli» quasi an den Leib und ans Herz ...
Wohlenschwil: Deny Zurbuchen feiert am Sonntag ein Jubiläum – 2021 übernahm er den Traditionsbetrieb Restaurant Mühli
Ein kleines Restaurant mit Bar war sein Lebenstraum. Mittlerweile ist Deny Zurbuchen die «Mühli» quasi an den Leib und ans Herz gewachsen. Mit tollen Mitarbeitern und viel Herzblut hat er die ersten fünf harten Jahre überstanden. Das wird am Sonntag gefeiert.
Am Sonntag ab 10 Uhr lädt Deny Zurbuchen zum fünften Mal zum «Gaudifest» mit Früehschoppe ein. Es gibt einen Brunch à discrétion, Musik – und gleichzeitig etwas zu feiern. Denn vor bald sieben Jahren wurde Deny Zurbuchen, der selbsternannte Gastronaut, von der Hausbesitzerin Erika Schibli bei einem «Füürabig-Bier» in der Mühle-Bar angesprochen, ob er das Restaurant übernehmen wolle. 2021 öffnete er. Seither verwöhnen er und seine Crew die Gäste und man hört nur Gutes vom Betrieb. «Die fünf Jahre seit der Eröffnung möchte ich feiern und unseren Gästen und der Bevölkerung meinen herzlichsten Dank aussprechen», sagt der «Mühli»-Wirt.
Gastronomie kein Zuckerschlecken
Deny Zurbuchen arbeitete 23 Jahre «für und um» die Gastronomie. Er war als Verkaufsleiter in verschiedenen bekannten Spirituosenfirmen tätig, hatte neben seinem Job eine Eventagentur und organisierte diverse Anlässe. Aufgewachsen ist der Gastronome in Staretschwil, wo sein Grossvater Ernst Fankhauser einen Bauernhof auf dem Heitersberg hatte und später die Dorf-Käserei betrieb. Er hat zuerst Landwirt gelernt. Seit 20 Jahren lebt Deny Zurbuchen nun mit seiner Familie in Wohlenschwil. Sein Lebenstraum lautete: Gäste zu verwöhnen, tolles und gesundes Essen im «Landgasthof-Style» zu servieren und den Abend bei gemütlicher Stimmung und Fröhlichkeit ausklingen lassen. Diese Voraussetzungen fand er durch Erika Schibli in der «Mühli» und wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Doch es kam anders als gewünscht. Er realisierte den «Mühligade» 2020 nach der ersten Corona-Welle. Kurz vor der Eröffnung im Oktober 2020 kam die zweite Welle mit dem Lockdown. Nachdem die Gastronomie nach Corona wieder öffnen durfte, war alles anders. «Wenn heute ein Wirt 100 Franken einnimmt, hat er Ausgaben von 110 Franken», sagt Zurbuchen in seiner direkten Art. «Alles wurde zwischen 15 und 20 Prozent teurer, vom Strom und der Personalversicherung möchte ich gar nicht sprechen.»
«Ich gab mir drei Jahre Zeit, dann musste es laufen», erinnert er sich zurück. «Corona hat uns ein ganzes Jahr gestohlen. Heute läuft es uns sehr gut, aber wir sind froh um jeden Gast. Das Restaurant Mühli ist sieben Tage die Woche geöffnet.» Deny Zurbuchen beschäftigt drei Köche, eine Köchin, einen Hilfskoch sowie vier Service-Angestellte. Als leidenschaftlicher Hobbykoch kreiert der Chef tolle Gerichte mit der Küchen-Crew, steht selber ab und an am Herd und hilft da, wo es ihn braucht. Die definitive Anstellung geschehe durch das Team und nur indirekt durch ihn, sagt er. «Mir ist wichtig, dass das Team funktioniert. Wenn sich jemand nicht einpassen kann, kommt es halt wieder zur Trennung.» Zum oft zitierten Fachkräftemangel sagt Zurbuchen, es gebe genug qualifizierte Angestellte. Aber viele wollten seit Corona nicht mehr in dieser Branche arbeiten. «Am meisten Gäste haben wir am Wochenende und der Sonntag ist auch ein sehr guter Tag, weil dann viele Gasthöfe zu haben.» Das Konzept lautet «Landgasthof mit gutbürgerlicher Schweizer Küche». «Wir zählen uns zur etwas höheren Gastronomie, alles wird frisch sowie à la minute zubereitet und ist hausgemacht.» Die Lieferanten kommen vorwiegend aus der Region. «Das Gemüse beziehen wir bei Friedli Gemüse vor Ort und verwenden möglichst viele Bioprodukte.» Das sei ein wenig teurer als Produkte vom Engrosmarkt, dafür schmecke man den Unterschied. Auch aufs Äussere wird Wert gelegt. Jeder Tisch in der «Mühli» wird frisch eingedeckt und der Gast findet Stoffservietten vor – die kleinen Details machen das Gesamtbild aus. Der Service ist sehr freundlich, engagiert und fragt oft nach ob es schmeckt. Das kommt gut an.
Er träumt immer noch von einer Bar
Zur Zukunft meint der Gastronome, er hoffe, dass der Traum der Bar auch bald Wirklichkeit werde. «Ich kann nur durch Wachstum den Betrieb aufrechterhalten», so Zurbuchen. Auf den Getränken habe man noch etwa Marge, beim Essen immer weniger. Die «Mühle-Bar» auf dem Gelände ist fremdverpachtet an Christine Strähl. Wenn sie einmal aufhört, will er sich für die Nachfolge bewerben. Zudem will er den «Mühligade» in der kalten Jahreszeit weiter beheizen können. «Ich wünsche mir, dass ich keine weiteren Schikanen erleben muss. Es war schon ein Kampf wegen Terrasse und Parkplätzen». Jemand habe der Gemeinde gemeldet, dass er im unbeheizten Gade trotz Auflagen in der Baubewilligung eine Heizung betreibt. Dafür bringt der Wirt wenig Verständnis auf; «Ich bin mehr an Lösungen und Gesprächen interessiert. Es muss doch noch miteinander gesprochen werden können, oder?». Die letzten Tage war Deny Zurbuchen am Dorffest Fislisbach mit der «Edelwiis-Stubä + Bar» präsent. Jetzt gehts wieder mit Vollgas in Wohlenschwil weiter. Es wird vor der Alten Kirche ein Festzelt mit Holzboden aufstellen. Mit viel Musik der bekannten Band ChueLee sorgt das Rüüschtal Quintett am 5. Gaudifest mit Früehschoppe für gute Stimmung. Ab 10 Uhr eröffnet in der Alten Kirche das reichhaltige Brunch-Buffet à discrétion. Der Anlass am Sonntag dauert bis 16 Uhr.
Marc Benedetti

