Niko Läderach studiert Philosophie und Germanistik an der Universität Zürich, arbeitet als Assistenz im Kindergarten und an Wochenenden im Sportcenter. Seine Freizeit verbringt er gerne draussen mit dem Hund, an der Reuss, aber auch mal gemütlich zu Hause bei einer ...
Niko Läderach studiert Philosophie und Germanistik an der Universität Zürich, arbeitet als Assistenz im Kindergarten und an Wochenenden im Sportcenter. Seine Freizeit verbringt er gerne draussen mit dem Hund, an der Reuss, aber auch mal gemütlich zu Hause bei einer Lektüre.
Granit Xhaka, Johan Manzambi, Manuel Akanji, Gregor Kobel. So die Namen einiger Topstars der Schweizer Männer-Fussballnationalmannschaft. Bereits die Namen lösen bei einigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Schnappatmung und erhöhten Blutdruck aus. «Das sind doch keine richtigen Schweizer, die singen nicht mal die Nationalhymne.» Passend dazu wurde vor kurzem bekannt, dass Manuel Akanjis Sponsoringvertrag mit VW Schweiz mit der Begründung nicht verlängert wurde, dass er zu wenig schweizerisch wäre. Und dann zeigen Xhaka und Rodriguez kurz vor der WM wieder einmal den Doppeladler in eine Kamera. Der nervliche Zusammenbruch für das sich selbst als ‘richtige’ Schweizer bezeichnende Publikum ist perfekt.
Zu diesen unschönen Phänomenen, ich meine nicht das Zeigen einer Geste oder den geschlossenen Mund bei der Hymne, sondern die Reaktionen darauf, gäbe es einiges zu sagen. Sie sind m. E. offensichtlich rassistisch und vollkommen unverständlich. Dass und wie diese Reaktionen problematisch sind, muss ich hoffentlich nicht herausstreichen. Viel eher möchte ich mich an eigene, schöne Erfahrungen erinnern, die im Zusammenhang mit multiplen Kulturen und Fussball entstanden sind.
Der Fussballplatz neben der Schule im Quartier, in dem ich aufgewachsen bin, war immer voll, aber es gab immer Platz, um mitspielen zu können. Kinder und Jugendliche aller ethnischen Herkünfte trafen sich auf dem Fussballplatz. In meinem Quartier viele aus dem Kosovo, Albanien, Serbien oder Portugal. Einige aus der Schweiz, andere aus Italien oder Sri Lanka. Und alle haben zusammen Fussball gespielt. Vor gut 20 Jahren war das meine Fussballwelt, so wurde ich fussballerisch sozialisiert. Nach dem Fussballplatz trafen sich die Familien während Grossanlässen beim Quartierschreiner, der ein Public Viewing veranstaltete. Die Erinnerungen an diese Ereignisse sind positiv und waren prägend. Umso schöner ist es, dass die heutige Nati diese Erinnerungen wieder hervorzurufen vermag. Es scheint mir so logisch und normal, dass die Kids von damals die Nationalspieler von heute sind. Diese Spieler entstammen diverser ethnischer Herkunft. Genau das sollte «Schweizer» Fussball sein. Ich bin absolut stolz, dass Granit Xhaka, Johan Manzambi, Manuel Akanji und Gregor Kobel den Schweizer Fussball repräsentieren. Sie stehen als Team auf dem Platz, spielen zusammen Fussball. Das ist sowas von sicher meine Schweizer Nati!