«Menschen sollen erleben, dass Kirche gut tut»
31.07.2026 Region RohrdorferbergRohrdorferberg: Am 15. August feiert der Pastoralraum Rohrdorferberg von 13.30 Uhr bis um 23.30 Uhr sein 10-jähriges Bestehen
Im Vorfeld des Jubiläumsfestes blicken ein Diakon und eine Seelsorgerin zurück: Wie wurden Herausforderungen im Pastoralraum gemeistert? Rohrdorferberg: Am 15. August feiert der Pastoralraum Rohrdorferberg von 13.30 Uhr bis um 23.30 Uhr sein 10-jähriges Bestehen Im Vorfeld des Jubiläumsfestes blicken ein Diakon und eine Seelsorgerin zurück: Wie wurden Herausforderungen im Pastoralraum gemeistert? Sie sind in Feierlaune und lachen. Es geht um Identität und Tradition Pastoralraum spürt den Umbruch Heidi Hess «Fest der Vielfalt»
Welche Vorteile bringt die neue Organisationsform?
Aus gutem Grund. Diakon Josef Bürge und Seelsorgerin Vroni Peterhans sitzen auf blauen Stühlen in der modernen katholischen Kirche «Gut Hirt» in Niederrohrdorf. Hier wird am 15. August das zehnjährige Bestehen des Pastoralraums Rohrdorferberg mit einem «Fest der Vielfalt» gefeiert. Beide kennen den Pastoralraum seit seiner Gründung. Beide haben die Entstehung der neuen Struktur damals entscheidend mitgeprägt. Heute gehören vier Pfarreien zum Pastoralraum Rohrdorferberg: Bellikon, Künten, Rohrdorf und Stetten. Erst seit zehn Jahren bilden sie einen gemeinsamen Pastoralraum. Als verschiedene Stellen in den vier betroffenen Kirchgemeinden kaum noch besetzt werden konnten, wurde der Zusammenschluss ein Thema. Mit der Gründung aber liess man sich Zeit. In einer ersten Runde setzten sich 60 Frauen und Männer an einen Tisch, diskutierten und teilten sich danach in kleinere Gruppen auf. In Ressorts wurden Themen erarbeitet. «Früh zeigte sich», sagt Josef Bürge, «dass diese Zusammenarbeit auf breite Akzeptanz stiess.» Drei Jahre lang, seit 2013, bereiteten sie die Fusion vor. Am 10. September 2016 besuchte Bischof Felix Gmür den Rohrdorferberg und errichtete bei einem Gottesdienst den neuen Pastoralraum.
Das wird in rund zwei Wochen gefeiert. Im Vorfeld nehmen sich Diakon Josef Bürge und Seelsorgerin Vroni Peterhans Zeit für ein Gespräch. Sie erzählen von Herausforderungen, überraschenden Entwicklungen und von unerwartetem Zuspruch. «Wir sehen heute, wie viel Platz unter dem Dach der Kirche ist», meint Josef Bürge. Jede Pfarrei sei anders geprägt: Das «grosse Dach» der Kirche ermögliche jedoch ein breites Spektrum. In einer herausfordernden Zeit gehe es darum, «unsere katholische Identität und Tradition weiter zu leben», erklärt Vroni Peterhans. «Heute soll weniger die Quantität als vielmehr die Qualität zählen.» Dennoch verzeichnet der Pastoralraum quantitative Konstanz. In Zeiten, in welchen manche Menschen der katholischen Kirche den Rücken kehren, ist die Mitgliederzahl nur leicht gesunken. Rund 5500 Mitglieder zählten die vier Kirchgemeinden vor dem Zusammenschluss, knapp 5000 Mitglieder sind es im Pastoralraum auch heute noch. Kirchenaustritte würden sich mit den Eintritten dank Bevölkerungswachstum und Zuzug katholischer Migrantinnen und Migranten einigermassen die Waage halten, erklären Bürge und Peterhans. Peterhans ergänzt, dass auch die Kirche gesellschaftlichen Entwicklungen unterstellt ist. «Während man früher sozusagen in die Kirche hineingeboren wurde, handelt es sich heute meist um einen freien Entscheid.»
Damit geht der Blick zurück zur Entstehung des Pastoralraums. «Von Anfang an war wichtig, dass die einzelnen Pfarreien ihr Gesicht behalten konnten», meint Bürge. Bewährtes wurde beibehalten: In Künten wird weiterhin die Maiandacht gefeiert, in der Kirchgemeinde Rohrdorf das Taizé-Gebet und in Stetten das Friedensgebet – letztlich wird auf diese Weise das Angebot sogar erweitert. «In den letzten Jahren konnten wir feststellen, dass Veranstaltungen pfarreiübergreifend genutzt werden», meint Bürge. Kirche und Pastoralraum stehen heute in einer Umbruchphase. «Verschwundenen Traditionen wird nachgetrauert», meint Peterhans. «Früher wurde viel in die Liturgie investiert, mittlerweile erhält die Pflege von Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit einen neuen Stellenwert.»
Wenn beim Jubiläumsfest am 15. August, an «Mariä Himmelfahrt», auch eine Kräutersegnung zelebriert wird, entspricht dies der Tradition dieses kirchlichen Feiertages. Kräuter sind heilbringend. «Sie riechen gut und tun uns gut», sagt Peterhans. «Die Menschen sollen erleben, dass Kirche gut tut und das Erleben von Gemeinschaft in Zeiten von Vereinsamung auch Heilung bringen kann.»
Am 15. August feiert der Pastoralraum Rohrdorferberg in der Kirche «Gut Hirt» sein 10-jähriges Bestehen. Die Feier, die genau zehn Stunden dauert, beginnt um 13.30 Uhr mit der Tanzvorführung «Roundabout». Ab 14 Uhr folgt ein Markt der Vielfalt mit Verpflegungsständen. Dort werden Kräutersträusse gebunden und Osterkerzen versteigert, ein «Märliegge» ist geplant sowie auch weitere Angebote für Kinder.
Die Feier mit Projektchor und Kräutersegnung findet um 16.45 Uhr in der Kirche statt. Um 18 Uhr wird ein Familienfilm gezeigt und um 21 Uhr ein Film für Erwachsene, jeweils mit Pause und Verpflegung. Einen festlichen Schlusspunkt gibt es um 23.30 Uhr. hhs

